Aphrodisiaka

Aktualisiert am: 27.01.2009

Fenchel statt Viagra

Casanova schwor auf Austern und Wein, Shakespeare auf die Kraft der Kartoffeln und die alten Römer auf Fenchel. Die Liste jener Lebensmittel und Kräuter, denen eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird, ist lang. Es ist allemal einen Versuch wert, ein Menü aus den anregenden Zutaten zu kochen.

Ein Zaubermischung aus der Küche, das echte Sexualstörungen beheben kann, gibt es nicht. In solchen Fällen helfen nur der Arzt oder Psychotherapeut. Aphrodisiaka können aber verstärken, wo ohnehin schon Wille und Kraft für lustvolle Stunden da sind. Ein raffiniertes Liebesmenü ist oft schon Teil des heißen Vorspiels.

Aphrodisiaka: Liebe geht durch den Magen

Die Wirkung der Aphrodisiaka beruht auf verschiedenen Mechanismen. Sie können durch Aussehen und Form - man denke an Spargelstangen oder frische Feigen - auf die Psyche wirken. Trüffel beispielsweise wirkt über den Geruchssinn, weil der Stoff Androstenol dem menschlichen Schweißgeruch gleich ist. Die meisten Aphrodisiaka wirken vielschichtig im Stoffwechsel: Sie geben durch konzentrierte Nährstoffe (Eiweiß und Vitamine) Kraft oder erregen durch spezielle Wirkstoffe, die die Organe des Harnapparates reizen, indirekt die Sexualorgane oder allgemein die Durchblutung. Manche fördern auch die Entspannung.

Der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit aphrodisierender Lebensmittel jedoch ist bis heute ausständig. Nur die Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baumes überzeugte die Forschung. Sein Wirkstoff Yohimbim steigert die Blutzufuhr im Becken und erleichtert das Auslösen von Reflexen im unteren Rückenmark, das für die nervliche Steuerung der Geschlechtsorgane zuständig ist. Nach Mitteleuropa kam dieses "Potenzholz" vor etwa 100 Jahren durch Matrosen, die von mehrtägigen lustvollen Abenteuern der Einheimischen berichteten, die dabei keine Schwäche zeigten. Doch keine Rose ohne Dornen: Eine Überdosierung des Yohimbins kann zu Übelkeit, Händezittern, Blutdruckabfall oder gar Herzschäden führen. Yohimbin, das auch aus dem Rindenextrakt des südamerikanischen Quebracho-Baumes gewonnen wird, ist vielfach medizinischen Potenzmitteln beigemischt.


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