Blühendes Konfekt

© Blühendes Konfekt
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 30.10.2009
Blüten zum Vernaschen
Blüten können nicht nur umwerfend duften, sondern auch hinreißend schmecken. Das beweisen die kulinarischen Kunstwerke eines Pralinenkünstlers der besonderen Art: Er fertigt Konfekt aus Blüten, Wildfrüchten und Kräutern.
Ist es Ihnen als Kind auch so gegangen, dass Sie an einer Blume gerochen haben und sie daraufhin gegessen haben, weil Sie dachten, sie müsste doch mindestens genau so gut schmecken wie riechen? Die Enttäuschung stand Ihnen danach sicherlich ins Gesicht geschrieben. Und heute, als Erwachsener, wissen Sie: Ein Gänseblümchen kann zwar gegessen werden, aber ohne Salatmarinade schmeckt es doch ein bisschen fad. Andere Blüten haben da schon mehr Aroma. Kirsch-, Orangen- und Oreganoblüten beispielsweise bestechen durch einen feinen Geschmack. Nicht zu vergessen Holler- und Rosenblüten, die ja in der Nachspeisenküche schon bestens bekannt sind. Für den Wiener Pralinenkünstler Michael Diewald sind das die perfekten Zutaten, um sein "blühendes Konfekt" herzustellen.
Experimentieren ist das Um und Auf
Ohne ein gelernter Konditor zu sein hat Diewald in vielen Versuchen und Experimenten nach harmonischen Blüten- und Gewürzkombinationen für seine edlen Pralinen gesucht. "Meine ersten Konfektversuche waren Weihnachtsgeschenke für die Familie: Ich habe leergegessene Liliputkonfekt-Schächtelchen wiederbefüllt. Das war auch ohne Blüten schon ein Erfolg. Dann habe ich im Bioladen-Teeregal die bunten Blütenblätter in den Blüten-Teemischungen entdeckt: Was man trinken kann, musste wohl auch essbar sein. Das ergab das erste Blütenkonfekt. Erst Jahre - und viele vergebliche Versuche - später bin ich draufgekommen, wie das Verzuckern von Blüten funktioniert ... und wie man mit Rosen-, Veilchenzucker etc. Konfekt aromatisieren kann", erzählt Diewald.
Die Blüten sammelt er größtenteils selbst. Ist das nicht möglich, so bestellt er diese bei Biobauern. Ebenso die restlichen Zutaten - wie Marzipan, Schokolade, Früchte und Gewürze. Ganz ausgefallene und schwer erhältliche Ingredienzien züchtet der studierte Wirtschaftswissenschafter auf seiner hauseigenen Terrasse selbst.
Mutig kombinierte Gaumenfreuden

Die Blüten finden dabei auf unterschiedlichen Wegen zum Konfekt. Entweder als verzuckerte Dekoration oder in der Konfektmasse selbst, wo sie mit Gewürzen, Schokolade oder Marzipan eine für die Geschmacksnerven explosive Liaison eingehen. Das Verzuckern hilft, die Blüten in Form und Farbe zu konservieren. Für die Masse werden die Blüten mit Zucker oder Marzipan püriert, um ihnen das Aroma zu entlocken, und danach in Schokolade oder Gewürze getaucht. Das Resultat sind Limetten-Hollerblüten-Marzipan in Gelbwurz und mit lila Flieder, Rosenmelisse, Honigmelone und Marzipan in Kardamon mit weißer Pimpernussblüte oder weiße Orangenblütenschokolade mit Quitte, Kumquat und Dostblättchen. Es versteht sich fast von selbst, dass natürlich alles in Handarbeit in der Manufaktur im 6. Wiener Gemeindebezirk hergestellt wird.
So viel Exklusivität und Arbeit hat aber auch seinen Preis: Eine einzelne Praline kostet 1,30 Euro. Bonbonnieren mit drei bis 20 Stück sind von 6,80 bis 30,80 Euro erhältlich. "Süße Blumensträuße" gibt es ab 6,50 Euro. Wer möchte, kann sich für spezielle Anlässe auch ein ganzes Konfektbuffet zusammenstellen lassen.
Kontakt:
www.bluehendes-konfekt.com
Direktverkauf in der Manufaktur im 6. Bezirk, Schmalzhofgasse 19
Donnerstag und Freitag von 12 bis 19 Uhr
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