Nahrungsmittel-Lexikon |
Was steckt im Apfel? Wie gesund ist Lammfleisch und wie wird es am besten verarbeitet? Hier finden Sie Informationen zu den bekanntesten Obst-, Gemüse- und Fleischsorten sowie Fisch.

© Dreamstime/Uros Petrovic
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 16.08.2010
Chili: scharf und gesund
Chilischoten gelten als Scharfmacher, die unseren Gaumen reizen und der Libido einheizen. Dennoch steckt noch mehr in diesem Gemüse. Neueste Studien zeigen, dass Chilischoten Krebs bekämpfen, den Blutdruck senken und sogar beim Abnehmen behilflich sein können.
Chilischoten, auch als Pfefferoni oder Gewürzpaprika bekannt, zeigen in den letzten Jahren immer mehr von ihrem gesundheitsfördernden Potenzial. Für die Schärfe von Paprika ist der Inhaltsstoff Capsaicin verantwortlich. Dieser Scharfmacher bewirkt, dass sich nach dem Genuss von Chili ein brennendes Gefühl auf der Zunge ausbreitet, unser Kopf rot und uns heiß wird. Capsaicin reizt nämlich unsere Schmerzrezeptoren. Um den Schmerzreiz zu lindern, schüttet der Organismus schmerzlindernde Endorphine aus. Dies macht sich auch die Medizin zunutze: So wird Capsaicin in Kombination mit Lokalbetäubungsmitteln eingesetzt.
Chili macht schlank
Wer gerne fett isst, wird sich über die neuesten Ergebnisse aus Amerika freuen. Dort setzte man Ratten auf eine Diät mit hohem Fettanteil. Die eine Gruppe bekam Capsaicin zugefüttert, die andere nicht. Das Ergebnis: Capsaicin-Ratten nahmen viel weniger an Gewicht und an Körperfett zu als die Vergleichsgruppe. Eine andere Studie zeigte wiederum, dass Männer und Frauen, die vor den Mahlzeiten Chili zu sich nahmen, weniger aßen als die Vergleichsgruppe ohne "Chili-Aperitif".
Capsaicin senkt den Blutdruck und bekämpft Krebs
2007 zeigte eine britische Studie, dass Capsaicin wirkungsvoll Lungen- und Bauchspeicheldrüsen-Krebszellen bekämpft, ohne dabei gesunde Zellen zu vernichten. Wissenschafter in China stellten zudem kürzlich in einem ersten Langzeit-Tierversuch fest, dass die häufige Einnahme von Capsaicin den Blutdruck senkt. Die Forscher berichten, dass sich die Verbreitung des Bluthochdrucks auch in Zusammenhang mit dem Essverhalten in der Bevölkerung zeige. In Nordost-China hätten über 20 Prozent der Menschen Hypertonie, in Südwest-China, wo viel häufiger scharfe Speisen gegessen würden, seien es nur zehn bis 14 Prozent. Welche Menge an Chili man dazu allerdings verdrücken muss, haben die Forscher (noch) nicht erforscht.
Chilischoten enthalten viel Vitamin C
Auftrumpfen können die scharfen Schoten aber auch mit ihren weiteren gesunden Inhaltsstoffen. In 100 Gramm Chilischoten sind – je nach Sorte – durchschnittlich zwischen 80 und 300 Milligramm Vitamin C enthalten. Die notwendige Vitamin-C-Tagesdosis liegt bei 100 Milligramm (Schwangere, Raucher etc. benötigen mehr). Weiters enthalten die gesunden Schoten unter anderem Calcium, Eisen und Kalium.
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