Die fünf Elemente
Aktualisiert am: 30.05.2006
Teil 1: Kochkunst à la China
Teil 2: Die energetische Wirkung von Nahrungsmitteln von warm bis kalt
Teil 3: Die fünf Geschmacksrichtungen
Teil 4: Ernährungstipps
Kochkunst à la China
Kochen nach alter chinesischer Tradition ist in den westlichen Industrieländern auf dem Vormarsch. Europäische und amerikanische TCM-Ärzte (Traditionelle Chinesische Medizin) weisen auf die Wichtigkeit des ausgewogenen Kräfteverhältnisses von Lebenssaft (Yin) und Lebenskraft (Yang) besonders in unserer hektischen Gesellschaft hin.
Was aber sind wirklich die Ziele und die Vorteile dieser seit Jahrhunderten tradierten Ernährungslehre der fünf Elemente für den menschlichen Körper?
"Die Selbstheilungskräfte des Menschen sollen mit Hilfe der Fünf-Elemente-Ernährungslehre unterstützt werden und so ein ausgewogenes Verhältnis von Yin und Yang aufrecht erhalten werden", fasst Barbara Temelie, eine der bekanntesten TCM-Ernährungsberaterinnen im deutschsprachigen Raum die Ziele der uralten chinesischen Ernährungslehre zusammen.
Ein gesundes Yin zu haben bedeutet, Lebenssaft und Substanz zu besitzen. Es sorgt für körperliche Entspannung, erholsamen Schlaf und für gute Nerven. Körperlich gesehen zeichnen ein starkes Yin kräftige Knochen, glänzende Augen und Haare sowie rosige Wangen und Lippen aus.
Ein gesundes Yang heißt, über Lebenskraft und Energie zu verfügen. Auf der körperlichen Ebene bedeutet das eine kraftvolle Verdauung und starke Abwehrkräfte. Psychisch gesehen steht ein ausgeprägtes Yang für Konzentration, Elan und Willenskraft.
Ob wir letztlich gesund oder krank sind, hängt davon ab, ob die beiden Faktoren auch ausgewogen im Körper vorhanden sind. Langfristige einseitige Belastungen wie körperliche, intellektuelle Anstrengung oder Stress, Frustration, Ärger und vieles mehr können dazu führen, dass entweder Yin oder Yang vermehrt im Körper vorhanden sind, was letztlich zu Erkrankungen führen kann.
Gezielte Ernährung für ein ausgeglichenes Yin und Yang
Nach Auffassung der chinesichen Ernährungslehre ist für jede Krankheit ein "Kraut gewachsen". Die Basis für einen harmonischen Gesundheitszustand bildet daher eine Einteilung der verschiedensten Lebensmittel entsprechend ihrer Wirkung auf den Körper.
In unserer Gesellschaft wird bei der Nahrung vor allem auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente geachtet. Für die traditionelle Chinaküche zählt aber viel mehr die thermische Wirkung der verschiedenen Lebensmittel. Heiße und warme Zutaten bedeuten viel Yang, erfrischende oder kalte stehen für viel Yin. Je nachdem welcher Teil dem menschlichen Körper fehlt, kann nun mittels Nahrungsaufnahme ergänzt und ausgeglichen werden.
Die Bedeutung der Fünf Elemente
Jeder Prozess und jedes menschliche Leben läuft laut chinesischer Tradition in der Reihenfolge der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser ab. Genau dieses Muster wird auch beim Kochen angewandt, wenn die größtmögliche Harmonie in den Mahlzeiten erreicht werden soll. "Diese Reihenfolge der Nahrungsaufnahme ist identisch mit jener der Energieversorgung unserer Organe", erklärt die Schweizer TCM-Ernährungsberaterin Carmen Prandina. Auf diese Weise wird das Essen "rund", harmonisch und wohlschmeckend - der Geist und der Körper werden vollkommen zufrieden gestellt.
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