Ernährung für Kids
Aktualisiert am: 14.04.2008
Teil 1: Farbtupfer im Einheitsbrei
Teil 2: Kleine und große Vorbilder
Teil 3: Genuss beginnt beim Frühstück
Teil 4: Erfolgsrezepte für Dick und Dünn
Teil 5: Links
Farbtupfer im Einheitsbrei
Viele Kinder essen nur das, was sie schon kennen. Zu gesunder Mischkost greifen sie selten von sich aus. Um den Kleinen die Vielfalt einer ausgewogenen Ernährung nahezubringen, brauchen sie die richtigen Vorbilder, deren Geduld und manchmal helfen ein paar Tricks.
Morgens Fruchtzwerge, mittags nackte Nudeln und abends Pommes? Am liebsten täglich. Buntes darf zwischendurch jederzeit sein – gemeint sind Süßigkeiten, nicht Gemüse. Zum Leidwesen vieler Eltern sind Kinder wenig experimentierfreudig, wenn es um ihren Speiseplan geht. Frei nach dem Motto: Was die Kleinen kennen, essen sie auch.
Den Hang zum Eintönigen erklärt Ernährungswissenschaftlerin Karin Lobner so: "Kinder befinden sich in der Entwicklung, in ihrem Leben ändert sich ständig etwas. Ein bekanntes Nahrungsmittel ist in dieser Situation wie ein sicherer Hafen. Im Sinne von, 'ich weiß bereits, dass mir Nudeln schmecken, also bleibe ich dabei'."
Gaumen kitzeln
Um mehr Abwechslung in den Einheitsbrei ihrer Lieben zu bekommen, brauchen Eltern Geduld. "Geschmack muss sich erst ausbilden", so Lobner. Konkret heißt das, "Kinder müssen Neues zwischen acht- und zehnmal kosten, um es zu mögen". Die Ernährungsexpertin empfiehlt, "dranzubleiben und immer wieder zum Kosten ermutigen und ermuntern, aber niemals zwingen – weder zum Aufessen noch zu einer bestimmten Speise". Wenn diese Motivationsversuche immer noch nicht fruchten, rät sie, mit der Zubereitungsart zu experimentieren. So würden sich zum Beispiel bei Paradeiser die Geister scheiden. "Manche Kinder mögen sie gebraten, auf der Pizza oder als Sauce, aber auf keinen Fall roh."
Es muss nicht exotisch sein
Wenn Kinder Salat verweigern, ist das auch okay, kann aber am Essig liegen. Als Alternative schlägt Lobner etwas Zitrone oder Joghurt-Dressing vor. Das vertragen sie meist besser. Der Grund dafür: Die Geschmacksknospen von Kindern sind viel sensibler als die der Erwachsenen. Sie brauchen wenig bis gar kein Salz, empfinden starke Gewürze als unangenehm und schmecken vor allem bitter deutlich intensiver. Daher lehnen sie zum Beispiel Brokkoli oder gar Grapefruits eher ab und greifen lieber zu milderen Alternativen wie Karotten, Mais, Erbsen oder süßen Äpfeln. Auch aromatische Käsesorten oder Oliven mögen sie nicht besonders.
Obwohl es wichtig sei, dass Kinder ausgewogen essen, "müsse zu viel Exotik nicht auf den Speiseplan", schränkt die Ernährungswissenschaftlerin ein. So gesund sind Muscheln ja auch für Erwachsene nicht. Man denke nur an die hohe Schadstoffbelastung. Und bei Milchprodukten geht es vor allem um Kalzium, das für das Knochenwachstum entscheidend ist. Die Möglichkeiten jenseits aromatischer Käsesorten sind also vielfältig. Weil in der westlichen Welt ohnehin zu viel Fett konsumiert wird, darf es ruhig ein geringerer Fettgehalt sein, auch bei Kindern.
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