Ernährungsirrtümer

© Fotolia/Comugnero Silvana
Autorin: Mag. Petra Stix
Aktualisiert am: 22.03.2010
Die Mär von den gesättigten Fettsäuren
Wahre Genießer dürfen aufatmen und bei der deftigen Brettl-Jause mit echter Butter, fettem Käse, Fleisch und Wurst wieder nach Lust und Laune zulangen. Es gibt nämlich keinen direkten Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum gesättigter Fette und einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen oder Schlaganfälle. Das ist das Ergebnis von 21 Langzeitstudien der amerikanischen Wissenschaftlerin Patty W. Siri-Tarino und ihrem Team.
Geschmacklosem Joghurt light, farbloser Magermilch und fettarmem Käse ist damit wohl der Garaus gemacht. Das Märchen, dass gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst, Butter, Käse und anderen fetthaltigen Milchprodukten vorkommen, Gift für die Blutgefäße sind, ist nun endgültig vom Tisch.
Bei der amerikanischen Studie handelt es sich um die umfangreichste Metaanalyse, die in diesem Zusammenhang je durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 347.747 Personen zwischen fünf und 23 Jahre lang beobachtet. Das Ergebnis: Die Steigerung des Konsums gesättigter Fette führt zu keinerlei Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Zu Unrecht verteufelt
Viele, viele Jahre lang wurden gesättigte Fettsäuren von Ernährungsexperten und Diätratgebern verdammt und verteufelt. Vielfach wurde auch empfohlen, sie durch Kohlenhydrate zu ersetzen. Zwei weitere Studien des Forscherteams rund um Siri-Tarino zeigen jedoch, dass gerade Zucker und Weißmehlprodukte das Risiko erhöhen.
Ein hoher Verzehr gesättigter Fette erhöht zwar den LDL-Cholesterinwert, gleichzeitig aber auch das gewünschte HDL-Cholesterin. In Kombination mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren verändern gesättigte tierische Fette den Cholesterinspiegel aber nicht. Somit gilt: Braten Sie Ihre Eier mit Speck am Sonntag vielleicht einmal mit Rapsöl an. Damit sind Sie dann auf der sicheren Seite.
Wer bis jetzt auf die geliebte Butter zu Gunsten seines Herzens verzichtet hat, um sich allmorgendlich die ungeliebte Margarine aufs Brot zu schmieren, kann nun wieder mit ruhigem Gewissen aus dem Butterfass schöpfen. Denn wie schon Udo Pollmer und Susanne Warmuth 2008 in ihrem "Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" festgehalten haben, ist es ja eigentlich die Margarine, die mit ihren Transfettsäuren dem Herzen schaden könnte.
Abschließend noch ein Wort zu den teuflischen Fettarm- und Light-Produkten, die angeblich schlank machen sollen: Durch sie fühlt sich der menschliche Körper um sein Fett betrogen. Das Fatale daran: Das nächste Hungergefühl stellt sich sehr viel schneller wieder ein.
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Ein halbwegs gesunder Körper weiß, was er braucht -darum genießt das Leben - aber mit Bedacht.
Wie sieht die selbe Studie 25 Jahre später aus?
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