Glutenunverträglichkeit
Aktualisiert am: 02.11.2009
Was tun bei Zöliakie?
Bei Zöliakie reagiert der Körper empfindlich auf den Getreidebestandteil Gluten. Die einzige wirksame Behandlung ist der Umstieg auf eine glutenfreie Ernährung, die ein Leben lang durchgehalten werden muss. Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste müssen vermieden werden. Diese Erkrankung tritt jedoch nicht nur, wie man früher dachte, bei Kindern auf, sondern kann sich auch bei Erwachsenen entwickeln.
Zöliakie (auch Glutenunverträglichkeit oder einheimische Sprue genannt) ist eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Getreidebestandteil Gluten. Bei dieser Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem des Körpers gegen die Dünndarmschleimhaut. Die Schleimhaut wird durchlässiger, die Darmzotten flachen ab. Der Darm kann die Nährstoffe nicht mehr normal ins Blut aufnehmen, der Körper leidet unter Mangelerscheinungen.
Zu den Symptomen zählen Durchfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Blähungen, aber auch Müdigkeit, Eisenmangel, Vitaminmangel, Muskel- und Gelenksschmerzen oder Krämpfe, um nur einige zu nennen. Da die Symptome häufig unspezifisch sind, kann es vor allem bei Erwachsenen manchmal Jahre dauern, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Häufig kommen für die Beschwerden auch noch eine Menge andere Krankheiten in Betracht.
Zöliakie bei Kindern
Meist tritt die Krankheit Wochen bis Monate nach dem ersten Verzehr von glutenhältiger Nahrung auf, also gehäuft am Ende des ersten Lebensjahres und im zweiten Lebensjahr. Kinder haben häufig einen aufgeblähten Bauch mit extrem dünnen Armen und Beinen. Gemeinsam mit Wachstumsstörungen sind sie ein Indiz für eine Glutenunverträglichkeit.
Man vermutet, dass ein zu früher Kontakt mit Gluten den noch nicht voll ausgereiften Darm zu einer Sensibilisierung gegen diesen Eiweißstoff anregt. Deshalb wird oft empfohlen, für die erste Beikost glutenfreie Babynahrung zu verwenden und erst ab dem vollendeten ersten Lebensjahr glutenhältige Lebensmittel zu geben. Da die Zöliakie familiär gehäuft auftritt, ist diese Maßnahme bei bereits vorhandenen Fällen im Verwandtenkreis angeraten, obwohl sie keine hundertprozentige Sicherheit bietet.
Diagnose
Zur Diagnose ist eine Dünndarmbiopsie im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie) erforderlich. Dabei wird eine Gewebsprobe entnommen. Da sich der Dünndarm regenerieren kann, kann es zu einer falschen Diagnose kommen, falls sich der Betroffene bereits zuvor einige Zeit lang glutenfrei ernährt hat. Daher ist eine Umstellung auf glutenfreie Kost erst nach der Diagnoseerstellung anzuraten. Weiters wird zur Diagnoseerstellung ein Bluttest auf spezifische Antikörper (Endomysiale Antikörper – EMA , Gewebs-Transglutaminase-Antikörper – tTG) durchgeführt.
Zöliakie tritt häufig gemeinsam mit anderen Krankheiten auf. Dazu zählen unter anderem Diabetes mellitus vom Typ 1, die Hautkrankheit Dermatitis herpetiformis Duhring, die mit juckenden Bläschen einhergeht, dem Down-Syndrom oder Schilddrüsenerkrankungen. Da die Darmschleimhaut geschädigt ist, können als Begleiterscheinungen der Krankheit auch eine Laktoseintoleranz oder eine Fruchtzuckerunverträglichkeit auftreten. Durch die flacheren Darmzotten bei einer Zöliakie wird auch weniger von dem Enzym Laktase gebildet, das für die Zerlegung und Verdauung von Milchzucker (Laktase) notwendig ist. Fruchtzucker (Fruktose) kann durch die geschädigte Darmschleimhaut schlechter aufgenommen werden.
Lesen Sie mehr über Zöliakie in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
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