Gute-Laune-Essen

© Fotolia/Lasse Kristensen
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 08.09.2011
Gute Laune kann man essen
Essen hält Leib und Seele zusammen, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Und einiges spricht dafür, dass Essen tatsächlich die Stimmung heben kann. Wer sich in der dunklen Jahreszeit oft depressiv und schlecht gelaunt fühlt, kann mit der richtigen Nahrung etwas dagegen unternehmen. Denn: Gute Laune kann man essen.
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass bestimmte Nahrungsmittel auch die Seele und den Geist beeinflussen. Stimmungen und Gefühle lassen sich daher bis zu einem gewissen Grad direkt steuern. In der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen aufgrund von Tageslichtmangel häufig müde, lustlos und niedergeschlagen. Verantwortlich dafür ist das körpereigene Glückshormon Serotonin. Je höher der Serotoninspiegel, umso besser die Laune. Und je kürzer die Tage, umso weniger Serotonin wird gebildet. Hauptlieferant zur Bildung dieses Glückshormons ist der Eiweißbaustoff Tryptophan, der in Nahrungsmitteln wie Käse, Geflügel, Fisch, magerem Fleisch, Soja, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Weizen oder Nüssen vorhanden ist. Wobei die Wirkung von Tryptophan als Glücksbote nur in Kombination mit Kohlehydraten funktioniert, denn dadurch kann es ungehindert ins Gehirn gelangen und dort die Bildung von Serotonin anregen. Kombinieren Sie die oben genannten Nahrungsmittel daher am besten mit Naturreis, Vollkornnudeln und Kartoffeln.
Nach demselben Prinzip funktioniert auch Schokolade, der beliebteste Seelentröster. Das in den Kakaobohnen enthaltene Tryptophan sorgt in Kombination mit dem hohen Fett- und Zuckergehalt für gute Laune. Auch wenn Süßes und Fettes die Serotoninbildung am stärksten ankurbeln, ist das natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Glückswirkung von Zucker beispielsweise hält nur kurz an und sorgt außerdem bei Dauergenuss dafür, dass die Waage nach oben ausschlägt. Hier gilt auf jeden Fall: Die Dosis macht’s!
Es gibt übrigens einige Lebensmittel wie Bananen oder Ananas, die schon Serotonin enthalten. Von außen zugeführtes Serotonin kann im Körper jedoch nicht bis ins Gehirn gelangen. Warum die Banane trotzdem als der Stimmungsmacher schlechthin gilt, hat ebenfalls mit deren Tryptophan-Gehalt zu tun.
In Fisch, Milchprodukten und Hülsenfrüchten ist außerdem auch noch Phenalyn und Tyrosin enthalten, was zusätzlich stimmungsaufhellend ist. Diese Nahrungsmittel sollten ohnehin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein und mehrmals die Woche auf den Tisch kommen.
Vitamine und Spurenelemente als Stimmungsmacher
Auch Vitamine und Mineralstoffe sind ganz wesentlich an der Laune beteiligt – allen voran die B-Vitamine. Ein Mangel an Vitamin B1 kann für Depressionen und Müdigkeit verantwortlich sein. Vitamin B1 finden Sie in Vollkornprodukten, Haferflocken, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten und Nüssen. Viele Vertreter der B-Vitamine sind auch an der Serotoninsynthese beteiligt. Auch ausreichend Zink (enthalten in Kürbiskernen, Fleisch, Eiern, Milchprodukten, Fisch, Karotten, Kartoffeln) ist für eine gute Stimmung notwendig.
Wer sich also gesund, ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, hat damit schon die halbe Miete. Neben Gute-Laune-Essen ist bei gedrückter Stimmung aber auch viel Bewegung wichtig. Am besten tagsüber an der frischen Luft. Wer im Winter unter starken Depressionen leidet, sollte jedoch in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Häufig hilft dann eine Lichttherapie.
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