Nahrungsmittel-Lexikon |
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Aktualisiert am: 29.10.2007
Hafer: Viele gesunde Inhaltsstoffe
Der Hafer gehört zu den jüngeren Kulturgetreidearten des Menschen. Bis ins Mittelalter noch eine alltäglich Kost, verlor der Hafer letztlich mit dem Sinken der Brotgetreidepreise an Bedeutung für die Ernährung. Das Kennzeichen des Hafers ist die vielfach verzweigte Rispe und die in ihrer Größe stark voneinander abweichenden Haferkörner.
Der Hafer ist ein Energiespender schlechthin und prallvoll mit gesunden Stoffen. Hafer ist mit 12 bis 20 Prozent nicht nur das proteinreichste Getreide, sein Eiweiß hat eine besonders hohe biologische Wertigkeit im Vergleich zu allen anderen Körnern.
Der Hafer übertrifft mit seinem Fettgehalt andere Getreidearten um das Drei- bis Vierfache. Im "Rohfett" des Hafers stecken nur etwa 20 Prozent der (weniger gesunden) gesättigten Fettsäuren, während der (für Herz und Gefäße so gesunde) Anteil der ungesättigten Fettsäuren, besonders der Linolsäure, extrem hoch ist.
Die Kohlenhydrate des Hafers liefern Grund zu Lob: Mit rund 65 Prozent liegt der Stärkegehalt zwar etwas unter dem anderer Getreidearten, aber ein Teil der Kohlenhydrate zeichnet sich durch eine spezielle Wirkung aus. Während der Reifung, der Keimbildung und der Lagerung entwickelt sich mit Hilfe von Enzymen eine Stärkespaltung. Die dabei entstehenden Stoffe sind ganz besonders leicht verdaulich und können rasch vom Blut aufgenommen werden. Daraus ergibt sich die besondere Eignung des Hafers für Säuglinge und Kleinkinder.
Weitere wichtige Inhaltsstoffe des Hafers, die er in größeren Mengen spendet als andere Getreidesorten, sind: Kalzium, Eisen, Mangan, Silizium, Zink und Magnesium. Der Gehalt an B-Vitaminen ist ebenfalls beachtlich - besonders an dem "Antistress-Vitamin" Panthothensäure und dem Blut- und Zellerneuerer Folsäure. Für die Nerven enthält Hafer Thiamin, wobei schon 100 g 40 Prozent des Tagesbedarfs decken. Auch Vitamin E ist im Hafer reichlich enthalten, mit der Wirkung, dass eine Oxidation verhindert wird - sprich das Fett im Hafer nicht schnell ranzig wird.
Wirkung
Hafer ist die schiere Naturmedizin: Er unterstützt die Arbeit von Bauchspeicheldrüse und Leber. Er ist natrium-(salz-)arm und deshalb gut geeignet für Nieren- und Bluthochdruckkranke. Die in ihm enthaltenen besonderen "zusammengesetzten" Zucker nutzen Diabetikern. Zusätzlich wirkt Hafer auch noch sehr positiv auf die Verdauungsorgane. Spitzensportlern ist die energiereiche Wirkung des Hafers kein Geheimnis geblieben - er gilt als "natürliches Doping-Mittel" und stärkt die Muskelkraft.
Verarbeitung
Die Haferflocken mit dem typisch nussartigen Aroma, die sich in Flüssigkeit sofort auflösen, sind das wohl bekannteste Haferprodukt. Haferflocken sind in verschiedenen Varianten im Handel erhältlich. Großblattflocken haben eine grobe, kernige Struktur und sind besonders für Frühstücksgetreidespeisen geeignet. Kleinblattflocken sind weicher und zarter und eignen sich besonders für Hackfleischgerichte, Aufläufe und Gebäck. Weiterhin eignen sich Instant-Flocken als Bindemittel für Suppen, Soßen und Eintopfgerichte. Zum Backen eignet sich Hafer allein nicht, da er kein Klebereiweiß hat, er muss daher mit anderen Vollkornmehlen gemischt werden.
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