Heißhunger

Aktualisiert am: 25.05.2009

Mit Volldampf gegen Kohldampf

Untertags hetzt man von einem Termin zum nächsten und isst bestenfalls eine Kleinigkeit im Vorbeigehen. Am Abend kommt es nicht selten zu unkontrollierbaren Schlemmattacken, gefolgt von einem schlechten Gewissen. Heißhunger ist vermeidbar – erfahren Sie, wie Sie dem großen Hunger erfolgreich entrinnen können.

Autorin: Mag. Sylvia Neubauer

Genau genommen ist der Heißhunger eine normale Reaktion unseres Körpers. Bei einer längeren Nahrungsabstinenz sinkt der Blutzuckerspiegel quasi ins Bodenlose ab. Dasselbe Problem entsteht bei übermäßigem Verzehr von Zucker- und Weißmehlprodukten. Letztere bewirken einen raschen, jedoch nur kurz weilenden Anstieg des Blutzuckers.

Wenn der Körper revoltiert

Hoher Flug und tiefer Fall – so lässt sich der Prozess bildlich erklären. Es kommt zur Unterzuckerung, meist begleitet von Kreislaufproblemen und dem typischen Muskelzittern. Um das Niveau wieder anzuheben, meldet der Körper: "Achtung, Notsituation! Dringende Nahrungszufuhr wird benötigt!". Der Auftakt für eine Fressattacke ist damit gegeben. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, helfen folgende Tipps:

  • Essen Sie möglichst regelmäßig: Auch wenn der Tag noch so stressig sein mag und scheinbar keine ruhige Minute zulässt: Planen Sie Ihre Mahlzeiten und nehmen Sie sich die notwendige Zeit dafür. Prinzipiell sollte das Essen ausschließlich im Sitzen eingenommen werden. Im Stehen oder gar während des Gehens schaltet das Gehirn auf stur und weigert sich, die Information "isst gerade" an den Körper mitzuteilen.
  • Versuchen Sie, leere Kohlenhydrate zu meiden: Nichts geht über eine knusprige Marmeladesemmel oder ein ofenfrisches Croissant. Hin und wieder sind solche Genüsse auch gar kein Problem. Allerdings stellt Getreide aus dem vollen Korn die bessere Wahl dar und sollte am Speiseplan überwiegen. Vollkornprodukte garantieren einen stabilen Blutzuckerspiegel und halten lange satt. 
  • Starten Sie mit einem Frühstück in den Tag: Manche lassen die erste Mahlzeit des Tages ausfallen, in der Hoffnung dadurch Kalorien einsparen zu können. Ein fataler Trugschluss. Studien zeigen, dass Frühstücksmuffel öfters an Heißhungerattacken leiden und zudem häufiger mit dem Gewicht kämpfen. Genießen Sie daher am Morgen öfters ein selbstgemischtes Müsli mit frischen Früchten oder ein herzhaftes Vollkornbrot.
  • Halten Sie gesunde Snacks bereit: Gut für den "Erstfall" gerüstet sein, lautet die Devise. Bunkern Sie daher gesunde Snacks wie Obst, Nüsse, Trockenfrüchte oder Joghurt. Es darf ruhig auch mal ein Stückchen dunkle Schokolade dabei sein. So sind Sie weniger der Gefahr ausgesetzt, sich "schnell mal eben was zum Naschen" zu besorgen. Bekannterweise wird aus "schnell mal eben" gerne "schnell mal viel".
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf: Der Körper versucht, etwaige Schlafdefizite durch ein übersteigertes Verlangen nach Essen zu kompensieren. Eine durchwachte Nacht mündet nicht selten in unbeherrschbaren Gelüsten am darauffolgenden Tag.

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