Hunger & Lust

Autorin: Mag. Petra Stix

Aktualisiert am: 11.04.2011

Vertrauen Sie Ihrem Körper!

Ernährungswissenschafter Uwe Knop nimmt in seinem Buch "Hunger & Lust. Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz" die gängigsten Ernährungsempfehlungen und Diätratgeber genau unter die Lupe. Und kommt zu dem Ergebnis: alles reine Spekulation und wissenschaftlich nicht belegbar!

Eine jüngst veröffentlichte Studie der University of Cambridge beweist einmal mehr, was es mit den zahlreichen Ernährungserkenntnissen und -empfehlungen vielfach auf sich hat: nämlich rein gar nichts. Die Studie räumt mit dem seit Jahren verankerten Mythos auf, dass Bauchfett ein Alarmsignal für künftige Herzerkrankungen sei. Demnach sei das Risiko für Menschen mit Apfel-förmigem Körper sehr viel höher als für den klassischen Birnen-Typ, wo das Fett etwas tiefer sitzt. Die britischen Mediziner kamen zu dem Ergebnis, dass Übergewicht natürlich einen Risikofaktor darstelle, es aber völlig unerheblich sei, wo die Fettpölsterchen sitzen.

Findige Statistiker

Genau mit derartigen Ernährungsmythen und -regeln beschäftigt sich Uwe Knop in "Hunger & Lust. Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz". Der Ernährungswissenschafter und Medizin-PR-Experte analysierte dazu mehr als 200 wissenschaftliche Untersuchungen der Jahre 2007 bis 2010 und kam zu der Erkenntnis: "Ernährungsempfehlungen entspringen vorwiegend der Fantasie findiger Statistiker. Beweise sucht man hingegen vergeblich." In der Ernährungsforschung ginge es immer nur um Beobachtungsstudien ohne Ursache-Wirkungs-Beleg. "Leider werden viele dieser rein spekulativen Hinweise zur 'gesunden' Ernährung als Wahrheit in die Welt posaunt", so Krop dazu.

Ähnliche Ernährungsempfehlungen und Diätratschläge gibt es wie Sand am Meer: rotes Fleisch verursacht Darmkrebs, Salz erhöht den Blutdruck oder ein Glas Rotwein pro Tag ist gesund für das Herz.

Böse und gute Fettsäuren

Ein interessantes Beispiel ist der Olivenöl-Hype der 90er-Jahre. Die viel gepriesene "gesundheitsfördernde Kraft" der ungesättigten Fettsäuren im Olivenöl veranlasste so manchen sogar dazu, "das Olio täglich pur zu löffeln". Bis zu dem Tag im Jahre 2008, an dem Wissenschafter der Universität Münster herausfanden, dass Olivenöl gefäßschädigend sei. Doch die gute Nachricht: "Gesättigte Fettsäuren heben die schädigende Wirkung der ungesättigten Fettsäuren wieder auf." Sprich: eine ausgewogene Balance von Olivenöl und der guten alten Butter sei am besten. Was bleibt, ist der schale Geschmack der Verunsicherung. Denn was jahrelang als gesund galt, soll plötzlich ungesund sein?


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