Kaffee & Gesundheit

Aktualisiert am: 25.05.2010

Gesunder Kaffee

Kaffee-Freunde können aufatmen: Ihr Lieblingsgetränk ist längst nicht so gesundheitsschädlich wie immer angenommen, im Gegenteil – Kaffee kann bei manchen Erkrankungen durchaus vorbeugende Wirkung entfalten und ist auf jeden Fall besser als sein Ruf.

Autorin: Dr. Susanne Lang

Kaffee als Arznei?

Das aromatische Heißgetränk wurde bereits in früheren Zeiten als eine Art Arzneimittel betrachtet. So beschrieben englische Ärzte im 16. Jahrhundert die gesundheitlichen Vorzüge von Kaffee folgendermaßen: Er beschleunige Verdauung und Denkvermögen, außerdem sei er gut gegen Kopfweh, Wassersucht und Husten. Allerdings sprachen die Ärzte auch Warnungen aus: Zu viel Kaffee könne zu Schwindel, Abmagerung, Schlafstörungen und sogar Melancholie führen, hieß es.

Auch heutzutage wird Kaffee noch nachgesagt, ungesund zu sein; ein Mythos, der sich besonders hartnäckig hält, besagt, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht und man die Flüssigkeitsspeicher des Körpers mit der entsprechenden Menge Wasser wieder auffüllen muss. Daher kommt wohl auch der Usus, im Kaffeehaus zur Melange ein Glas Wasser zu servieren. Neueste Studien haben ergeben, dass Koffein die Urinproduktion nicht signifikant ansteigen lässt, Flüssigkeitsverlust ist also nicht zu befürchten. So bestätigt etwa die Ökotrophologin Judith Bünker von der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, dass an der angeblichen Wasser entziehenden Wirkung des Kaffees nichts dran ist. Aber was kann Kaffee denn nun wirklich?

Koffeinhaltiger Tausendsassa

Koffein, der bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees, ist ein echter Tausendsassa, wenn man’s genau betrachtet: Es regt die Herz- und Muskeltätigkeit an, erweitert Bronchien und Blutgefäße, fördert die Verdauung, stimuliert das zentrale Nervensystem, erhöht damit gleichzeitig die geistige Leistungsfähigkeit und fördert die Konzentration.

Außerdem wirkt Koffein stimmungsaufhellend und macht munter – es fördert nämlich die Produktion von Dopamin, Serotonin und Endorphinen, kurz: Glückshormone im Gehirn feiern beim Genuss einer Tasse Kaffee fröhliche Urständ’.  Die Antioxidantien, die im Kaffee enthalten sind, fungieren als Abwehrschild gegen freie Radikale, die wiederum den Alterungsprozess und Krankheiten fördern können. Eine Studie zur Wirkung von Kaffee an der Universität Wien am Institut für Krebsforschung kam zu dem Ergebnis, dass Kaffee unter Umständen vor Leberkrebs schützt und das Risiko von Dickdarmkrebs vermindert – aufgrund der im Kaffee enthaltenen Antioxidantien. Eine Brooklyner Studie ergab zudem, dass Koffein das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen über 65 senken kann. Kaffee erfüllt hier also eine wichtige Schutzfunktion.

Fettkiller Koffein

Und noch eine gute Nachricht: Koffein regt die Lipolyse und die Thermogenese an, deswegen gilt Kaffee auch als Fettkiller, und nicht umsonst findet sich Koffein in diversen Schlankheitscremes. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Der fett- und gewichtsreduzierende Effekt von Kaffee kommt erst bei Koffeingaben ab vier bis acht Milligramm pro Kilo Körpergewicht pro Tag zum Tragen; das bedeutet, dass man zwei bis zehn Tassen Kaffee täglich trinken müsste, um die lästigen Fettpölsterchen zumindest in Angriff zu nehmen. Unangenehmer Nebeneffekt: Zuviel Kaffee lässt uns schwitzen, macht unruhig und lässt den Puls in die Höhe schnellen.


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