Nahrungsmittel-Lexikon

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Aktualisiert am: 10.10.2008

Steirisches Kürbiskernöl

Im Herbst sieht man in vielen Gebieten der West- und Oststeiermark noch ganze Familien, die die Kürbiskerne händisch aus den Kürbissen lösen. Doch auch die maschinelle Ernte der Kerne ist mittlerweile weit verbreitet.

Schwarzes Gold

Nach der Ernte werden die Kerne sofort gewaschen, um sie vom anhaftenden Fruchtfleisch zu befreien und danach getrocknet (ca. 15 Stunden bei 60 Grad). Dann wird das Öl gepresst. Dazu werden die Kerne vermahlen und mit Wasser und Salz zu einem Brei verknetet. Salz fördert die Trennung von Fett und Eiweiß. Die sterzige Masse röstet der Pressmeister etwa eine halbe Stunde bei 60 Grad, bis das Wasser verdampft ist. Das in den Kernen enthaltene Öl wird dadurch aufgeschlossen. Schließlich kommt die Masse in die Presse aus zwei Steinplatten, wo das Öl gewonnen wird. Die Schwebeteile im so produzierten Öl lässt man "absitzen" oder entfernt sie durch Filtration. Dunkelgrün, dickflüssig und nussig im Geschmack sollte das fertige Öl sein, das auch als das "schwarze Gold der Steiermark" bezeichnet wird.

Reich an ungesättigten Fettsäuren

Ca. 2,4 kg Kürbiskerne, die Menge aus 30 bis 35 Kürbissen, werden zur Gewinnung eines Liters echten steirischen Kürbiskernöls benötigt. Es zählt zu den wertvollsten Pflanzenfetten weltweit. Kürbiskernöl besteht zu 45 bis 53 Prozent aus Fett, zu 32 bis 38 Prozent aus Eiweiß und nur zu 3 bis 5 Prozent aus Kohlenhydraten, der Rest sind Rohfasern. Es enthält über 80 Prozent ungesättigte Fettsäuren, darunter große Anteile der gesunden cholesterinsenkenden Linolsäure, hohe Anteile an Vitamin E, weiters Vitamine B1, B2, B6, C, A und D sowie Kalium und Selen. Der Gehalt an Phytosterinen unterscheidet Kernöl von anderen Fetten. Dieser Substanz wurde eine besondere pharmakologische Wirkung bei Prostata- und Blasenleiden nachgewiesen.

*Die Bezeichnung g.g.A. "geografisch geschützte Angabe" besagt, dass sowohl das Rohprodukt wie auch die Produktion aus einem begrenzten geografischen Raum eines Landes stammt.


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