Omega-Fettsäuren

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 30.08.2010
Lebensnotwendiges Fett
Wie kann es sein, dass die Fettzufuhr seit dem 19. Jahrhundert ständig zunimmt, aber viele Menschen trotzdem an einem Mangel leiden? Ganz einfach, weil wir das falsche Fett konsumieren. Es gibt "gute" und "schlechte" Fettsäuren – die ungesättigten braucht unser Körper dringend, auf die gesättigten sollten wir so gut es geht verzichten. Besonderes medizinisches Potential steckt in den Omega-Fettsäuren.
Fette und Öle bestehen aus Fettsäuren, von denen es unterschiedliche Typen gibt. Je nach chemischer Zusammensetzung unterscheidet man gesättigte sowie einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Letztere werden in Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterteilt, die der Körper braucht, aber selbst nicht herstellen kann. Deshalb auch die Bezeichnung "essenziell". Schlechte Fette wie Cholesterin oder Transfette können die guten Omega-Fettsäuren verdrängen und durch eine Störung der Balance bedeutende Mangelerscheinungen hervorrufen.
Die guten Fettsäuren
Die "Stars" unter den Omega-3-Fettsäuren sind die Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), deren gesundheitliche Vorteile durch Studien belegt sind. Natürlicherweise kommen sie fast ausschließlich in fettreichen Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering, Makrele, Sardellen und Sardinen sowie anderen Meeresfrüchten vor. Durch die Ernährung mit Algen nehmen diese Fische die essenziellen Fettsäuren auf. Gute Quellen für eine weitere Omega-3-Fettsäure, die Alpha-Linolensäure, sind Rapsöl, Hanföl, Leinöl, Sojaöl, Nüsse und dunkelgrünes Blattgemüse.
Zu den Omega-6-Fettsäuren zählen die Linolsäure, die in Sonnenblumenöl, Hanföl, Distelöl, Kürbiskernöl, Maiskeimöl und Traubenkernöl enthalten ist, und die Arachidonsäure mit Vorkommen in Fleisch, Butter, Milch- und Milchprodukten sowie Eigelb.
Heikles Gleichgewicht
Dem Verhältnis der beiden Fettsäurearten zueinander kommt ein besonderer Stellenwert zu, da die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren für ihre Verwertung im Stoffwechsel die gleichen Enzyme benötigen. Ist das Verhältnis unausgewogen, verdrängt die überwiegende Fettsäure-Gruppe die andere und schwächt so deren Wirkung. Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) empfiehlt, dass das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren maximal 5:1 betragen sollte (das aktuelle Verhältnis liegt laut der Schweizer Gesellschaft für Ernährung bei ca. 10:1) – bei einem Fettanteil von 30 Prozent in der täglichen Energiezufuhr. Dieser liegt nur bei Kindern, Schwangeren und Stillenden mit 35 Prozent etwas höher.
Weitreichende Funktionen im Körper
Die Omega-Fettsäuren erfüllen eine Vielfalt an Aufgaben im Organismus. Schon ein Blick auf den Aufbau des Nervensystems spiegelt ihre immense Rolle wider. So sind Fettsäuren wichtige Bausteine der Gehirn- und Nervenzellen. Im Prinzip garantieren sie das Funktionieren der Neuronen in allen ihren Teilbereichen von der Neurotransmitterproduktion bis zur Reizleitung. Da Omega-Fettsäuren auch ein Bestandteil der Zellmembran sind, beeinflussen sie verschiedenste Zellfunktionen und -abläufe.
Folgenreicher Mangel
Eine Mangelversorgung an essenziellen Fettsäuren kann verschiedene Gründe haben. Die häufigsten sind eine Mangelernährung, Stoffwechselstörungen oder ein Mehrverbrauch durch übermäßige nervliche Belastung, so genannter "Neurostress". Mangelsymptome sind nicht nur neuronale Störungen, sondern auch eine erhöhte Infektanfälligkeit, Blutgerinnungsstörungen oder Wachstumsdefizite.
Die Medizin hat erkannt, dass schon in der Kindheit Mangelsituationen vermieden bzw. rasch und rechtzeitig behoben werden müssen. Schließlich spielen essenzielle Fettsäuren eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Funktionsfähigkeit des Gehirns – sprich Intelligenz – und Sehentwicklung. Laut Studien macht sich eine gesunde Ernährung mit Fisch in der Kindheit und Jugend in Sachen Intelligenzentwicklung bemerkbar. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung für Schwangere, da der Fötus während seiner Entwicklung einen hohen Bedarf an Fettsäuren hat.
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