Orientalische Küche

Couscous (c) Fotolia/ Eva Gründemann

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 01.03.2010

Orientalische Köstlichkeiten

Einzigartige Gewürzkombinationen und Zubereitungsarten machen die Unverwechselbarkeit der orientalischen Küche aus. Auf den ersten Blick mögen die Gerichte für den westlichen Gaumen zu exotisch wirken. Lassen Sie sich davon keinesfalls aufhalten, sonst entgeht Ihnen ein unbeschreibliches Geschmackserlebnis.

Die orientalische Küche gibt es nicht. Das liegt allein schon an der geographischen Ausdehnung des Orients. Zu diesem gehören Nordafrika (Maghreb), der Nahe Osten mit Ägypten und der Türkei, die Arabische Halbinsel, Iran und Irak (ehemaliges Persien). Mit Afghanistan und Pakistan werden auch noch Teile des indischen Subkontinents mitgezählt. Die Orientküche besteht so gesehen aus diversen Landesküchen mit eigenen nationalen Kochtraditionen. Trotzdem gibt es grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten, die den Begriff "orientalische Küche" gelten lassen. Handelsreisende und Pilger sorgten dafür, dass Gerichte und Zubereitungsarten über weite Strecken verbreitet und von den Menschen der Orientländer übernommen bzw. adaptiert wurden.

Mezze - Köstliche Vorspeisen

Seit Jahrhunderten gehören Vorspeisen, sog. Mezze, zur orientalischen Tradition. Nach einem harten Arbeitstag fanden sich die Männer mit Freunden und Nachbarn vor ihren Häusern ein. Während sie tranken und sich unterhielten, wurden kleine, wohlschmeckende Appetithäppchen serviert. In der Zwischenzeit bereiteten die Frauen das Abendessens zu. Daraus entwickelte sich die Tradition, Mezze mit einem Getränk vor der Hauptmahlzeit anzubieten. Ein typisches Essen im Mittleren Osten, in Griechenland oder der Türkei beginnt immer mit Mezze, um die Geschmacksknospen zu stimulieren. Mezze sind warme oder kalte Vorspeisen, Salat oder Gebäck. Zu den traditionellen Vorspeisen gehören, um nur ein paar zu nennen, Hummus, Petersilsalat (Tabulé), Tomaten-Bulgur-Salat und Falafel, frittierte Bällchen aus geschroteten Kichererbsen.

1001 Gewürze

Ein weiteres Kennzeichen der orientalischen Kochkunst ist die Gewürzvielfalt. In einem typischen Gericht finden sich verschiedenste Gewürze wie Anis, Cayenne-Pfeffer, Zimt, Kumin, Paprika, Safran, Sesam, Kurkuma oder Ras el-Hanout, eine ursprünglich marokkanische Gewürzmischung, die mindestens 13 gemahlene Gewürze - süße, scharfe wie bittere Aromen - enthält. Ohne die Verwendung dieser Gewürze wären die typischen, orientalischen Schmorgerichte gar nicht vorstellbar. Oft werden Fleisch und süß miteinander kombiniert, wie zum Beispiel beim Gericht Huhn in Vanillesauce. Auch die Süßspeisen sind raffiniert gewürzt. 

In der nordafrikanischen Küche spielt die Gewürzpaste Harissa eine besondere Rolle. Die sehr scharfe Paste aus roten Chilischoten, Olivenöl und Gewürzen - die genaue Zusammensetzung variiert von Land zu Land - wird vielfältig als Gewürzzutat, Brotdip oder Geschmackszusatz für Hauptgerichte und Couscous verwendet.


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