Nahrungsmittel-Lexikon |
Was steckt im Apfel? Wie gesund ist Lammfleisch und wie wird es am besten verarbeitet? Hier finden Sie Informationen zu den bekanntesten Obst-, Gemüse- und Fleischsorten sowie Fisch.

© Fotolia/Printemps
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 19.09.2011
Teil 1: Preiselbeeren und Cranberries
Teil 2: Cocktail-Rezept mit Cranberry-Saft
Teil 3: Anwendung als Heilmittel
Teil 4: Links und Buchtipps
Preiselbeeren und Cranberries
Die bei uns heimischen Preiselbeeren werden sowohl in der Küche als auch als Hausmittel bei Harnwegsinfekten geschätzt. Mit den Preiselbeeren verwandt sind auch die nordamerikanischen Cranberries. Sie haben sich in den vergangenen Jahren zur Lifestyle-Frucht gemausert.
Zu Saft verarbeitet und als Zutat in Cocktails haben Cranberries die Szenebars erobert. Aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe gelten Cranberries als Anti-Aging-Wunderwaffe. Auch in der Medizin wird die rote Beere auf ihre Wirksamkeit getestet. Allerdings ist die Datenlage noch immer unbefriedigend: Wurde in den vergangenen Jahren in mehreren Studien die Wirksamkeit von Cranberries bei Harnwegsinfekten belegt, zeichnet eine im Juli 2011 in den Archives of Internal Medicine veröffentlichte Arbeit ein völlig anderes Bild: In der amerikanischen Studie erwiesen sich bei wiederkehrenden Blasenentzündungen Antibiotika wirksamer im Vergleich mit Präparaten aus Cranberry-Extrakt, freilich um den Preis der Bildung von Resistenzen (Antibiotika verlieren ihre Wirkung), die bei den Cranberries wegfällt. Auch die Frage, welche Substanzen der Beere und wie diese wirken, ist nach wie vor umstritten: Man vermutet, dass Tannine, sogenannte Proanthocyanidine (PAC), dafür verantwortlich sind. Diese sollen es Bakterien erschweren, sich an den Wänden der Blase festzusetzen.
Unterschied Cranberries/Preiselbeeren
Preiselbeeren und Cranberries werden oft synonym verwendet. In Wahrheit handelt es sich jedoch um unterschiedliche Sorten. Geschmacklich unterscheiden sie sich kaum voneinander, jedoch sind Cranberries beinahe doppelt so groß wie Preiselbeeren. Während die bei uns heimischen Beeren wild wachsen, handelt es sich bei den Cranberries um eine Sorte, die im Nordosten der USA und in Kanada kultiviert wird. Hierzulande sind frische Beeren von Oktober bis Dezember erhältlich.
Verwendung in der Küche
Im Rohzustand schmecken die roten Beeren herb-säuerlich und sind daher nicht jedermanns Sache, erst in gekochtem Zustand kommt ihr süßliches Aroma zum Vorschein. Preiselbeeren und Cranberries harmonieren gut mit Fleisch, Geflügel und Wild. In den USA kommt zu Thanksgiving immer der traditionelle Truthahn mit Cranberries auf den Tisch. Die Beeren werden in Form von Saucen, Pürees oder als Marmelade zum Fleisch serviert. Beim überbackenen Camembert dürfen die Preiselbeeren ebenfalls nicht fehlen. Als Kompott, Grütze und Kuchenbelag machen sich die Beeren ebenfalls gut. Durch den Zucker und das Verkochen geht jedoch ein Großteil der gesunden Inhaltsstoffe verloren.
Nährstoffgehalt
Sowohl die frischen Preiselbeeren als auch der reine Fruchtsaft besitzen einen hohen Anteil an B-Vitaminen, Vitamin E und Kalium. Die amerikanischen Cranberries weisen darüber hinaus auch noch einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt auf. Beim Saft sollten Sie darauf achten, dass es sich um eine möglichst reine Qualität handelt. Das heißt: ohne Zusatz von Zucker oder Konservierungsmittel. Preiselbeersaft hat von Natur aus eine sehr hohe Haltbarkeit aufgrund der darin enthaltenen Benzoesäure. Der reine Fruchtsaft (auch Muttersaft genannt) kann bei magenempfindlichen Personen manchmal für Probleme sorgen, weshalb zur Verdünnung mit Wasser geraten wird. Das sorgt auch dafür, dass der herbe Geschmack des Saftes etwas gemildert wird.
Rezepte
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