Sekundäre Pflanzenstoffe

Aktualisiert am: 19.05.2011

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

Wussten Sie, dass sich in Obst, Gemüse und Kräutern Salicylate finden, die dem Wirkstoff des Aspirins sehr ähnlich sind? Oder dass Ihr morgendliches Birchermüsli mit Obst so unaussprechlich klingende Inhaltsstoffe wie Isoflavone, Terpene, Flavonoide und Indole enthält? Sekundäre Pflanzenstoffe sind die Hoffnungsträger in der medizinischen Forschung: Sie sollen den Cholesterinspiegel senken, vor Herzinfarkt und Krebs schützen und den Alterungsprozess verlangsamen.

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe kommen neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in Getreide, Obst und Gemüse vor. Schon eine einzige Tomate oder Orange enthält Hunderte solcher Pflanzenstoffe, die noch nicht annähernd vollständig erforscht und klassifiziert werden müssen. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe oder auch Phytochemikalien ("Phyton" ist die griechische Bezeichnung für "Pflanze") sind für viele die Hoffnung der Zukunft.

Hoffnungsträger in der medizinischen Forschung

Man erwartet sich durch die Entschlüsselung dieser Substanzen Möglichkeiten für die Prävention und Therapie vieler Erkrankungen, vor allem Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs. Doch noch steckt die Erforschung von pflanzlichen Wirkstoffen in den Kinderschuhen. Unterstützt wird sie durch die Ergebnisse zahlreicher Studien, die zeigen, dass Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, ein geringeres Krebsrisiko aufweisen. Es gibt Hinweise darauf, dass Pflanzeninhaltsstoffe imstande sind, die Transformation von einer gesunden Zelle in eine Krebszelle in den verschiedensten Stadien zu stoppen.

Gesundheit durch sekundäre Pflanzenstoffe

Die positiven Wirkungen auf den Körper sind nur zum Teil bekannt. Die Zukunft wird neue Erkenntnisse bringen. Wer sich aber abwechslungsreich mit viel frischem Obst und Gemüse ernährt, kann sich die unterschiedlichen Effekte zunutze machen. Eine kleine Auswahl des Wirkungsspektrums:

- Sekundäre Pflanzenstoffe beugen Krebs vor,
- wirken antioxidativ,
- schützen vor freien Radikalen,
- stärken das Immunsystem,
- wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze,
- senken den Cholesterinspiegel,
- wirken blutdrucksenkend,
- beugen Herzinfarkt und Gefäßschädigungen vor,
- wirken blutzuckersenkend,
- fördern die Verdauung.

So wirken rote Farbstoffe

Vor allem die Flavonoide aus Zwiebeln, Äpfeln und schwarzem Tee sind laut Studien besonders wirksam. Auch Rotwein hat auf die Gesundheit des Herzens und der Blutgefäße positiven Einfluss: Das in ihm enthaltene Polyphenol Resveratrol ist nach Ansicht der Experten der Schlüssel für das "französische Paradoxon". Bekanntlich ist im Rotwein-Land Frankreich das Risiko für koronare Herzerkrankungen geringer als in anderen westlichen Industriestaaten, obwohl die französische Küche nicht weniger kalorien- und fettreich ist.

Polyphenole aus roten Weintrauben, Kirschen und Johannisbeeren sind laut Studien besonders wirksame Antioxidantien. Auch die phenolartigen Bestandteile der Brombeere schützen vor Herzinfarkt, da sie in der Lage sind, das "schlechte" LDL-Cholesterin zu bekämpfen. Diese schützenden Bestandteile finden sich aber auch in der Himbeere, der Süßkirsche sowie der Heidel- und Erdbeere.


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