Stevia

(c) Fotolia/Backe & Ockenfels

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 18.01.2010

EU-Zulassung wahrscheinlich

"Süßungsmittel wie Aspartam und Saccharin haben beim Konsumenten ein schlechtes Image, weil sie künstlich sind", sagt Klaus Riediger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). "Stevia wäre das erste natürliche Süßungsmittel", erklärt er das große Potenzial der südamerikanischen Pflanze. Riediger weist aber darauf hin, dass zum derzeitigen Wissensstand nicht bekannt sei, dass Stevioside gesünder wären als andere Süßstoffe.

In der Europäischen Union ist es bisher zu keiner Zulassung der Stevia-Pflanze oder ihrer Inhaltsstoffe als Lebensmittelbestandteil bzw. als Lebensmittelzusatzstoff gekommen. Einzige Ausnahme ist Frankreich, wo Rebaudiosid A mit mindestens 97 Prozent Reinheitsgrad als Süßungsmittel zugelassen wurde - allerdings auf zwei Jahre befristet. Momentan sei Stevia in Österreich teilweise nicht legal als Kosmetikum im Internet oder Reformhandel bzw. als Zierpflanze in Gärntnereien erhältlich, so Riediger.

Neuartiges Lebensmittel

Seit rund zehn Jahren bemühen sich Firmen, Stevia auch auf dem europäischen Markt einzuführen, da im Bereich der Süßungsmittel viel Potenzial steckt. Wenn es um die Zulassung auf europäischer Ebene geht, ist es Klaus Riediger besonders wichtig, dass genau zwischen der Pflanze und den Inhaltsstoffen, also den Steviosiden unterschieden werde. Bei der Pflanze handle es sich um ein neuartiges Lebensmittel. Somit falle sie unter die europäische Novel Foods Verordnung. "Diese betrifft Lebensmittel, die nicht in nennenswertem Umfang vor dem 15. Mai 1997 auf dem EU-Markt für den menschlichen Verzehr verwendet wurden", erklärt er den Anwendungsbereich der Verordnung.

Neue Lebensmittel würden einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit zu gewährleisten und einheitliche Regeln für den Lebensmittelmarkt zu schaffen. Eine Zulassung der Stevia-Blätter wurde bisher abgelehnt, weil die vorgelegten Daten als nicht ausreichend betrachtet wurden und die Antragsteller keine weiteren Erkenntnisse nachreichen konnten.

Inhaltsstoffe vor Bewilligung

Derzeit läuft ein Zulassungsverfahren für den Einsatz von Steviosiden als Lebensmittelzusatzstoff. Die zuständige Behörde ist die European Food Safety Authority (EFSA), die die Sicherheitsbewertung von Lebensmittelzusatzstoffen vornimmt. Dieser Prozess werde laut Einschätzung von Klaus Riediger voraussichtlich im heurigen Jahr zu einem Ende kommen. Im Anschluss müsse die Europäische Kommission noch ihren Segen geben. Wenn alles nach Plan verlaufe, sei 2011 mit einer Freigabe von Steviosiden für den Lebensmittelmarkt zu rechnen. Stevia wäre dann der erste natürliche Zusatzstoff, der zum Süßen verwendet werden kann.


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maxerl ARTIKEL KOMMENTIEREN
Zu diesem Artikel gibt es 9 Kommentar(e).
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Stevia  von katharina (Gast)
10:00 21.05.2010
wir süßen und verwenden seit 2 Jahren steviapura flüssig Konzentrat zum süssen uns sind immer noch gesund. Ein guter Tip: viel interessante Informationen über Stevia und auch Filmbeiträge gibt es bei:
http://pro-stevia.com unter was ist Stevia und Stevia im Fernsehen.
schöne Pfingsten aus der steiermark
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Stevioside als sichere Zusatzstoffe von EFSA bewertet!  von gast (Gast)
08:35 19.04.2010
http://www.efsa.europa.eu/de/scdocs/scdoc/1537.htm

ADI Wert: 4mg/kg/Körpergewicht!

Bitte Artikel lesen!
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Stevia  von Yerbabuena-Shop (Gast)
22:05 26.01.2010
Unfruchtbarkeit durch Stevia ist ein Gerücht.

Hier in Paraguay - einem absolutes Macho-Land - wird Stevia seit Jahrhunderten verwendet und gehört zum Alltag wie die Luft zum Atmen.

Wenn es unfruchtbar machen würde ... kein Mann würde hier Stevia verzehren :)

Herzlichst
Yerbabuena-Shop
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RE: Stevia  von conusch (Gast)
15:15 24.02.2010
ich möchte hier mal nur folgendes posten, soll dann jeder selber entscheiden ob er stevia als zuckerersatz verwendet oder nicht.
Quelle: http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1012960-stevia-ist-mit-vorsicht-zu-geniesen

"Stevia ist 70 bis 450 mal so süß wie Haushaltszucker und liegt damit im Bereich der Süßkraft anderer Süßstoffe. Lediglich die Süßstoffe Sucralose, Thaumatin und Neohesperidin-Dihydrochalcon weisen eine höhere Süßkraft als Stevia auf. In Ländern wo Stevia erlaubt ist, ist das Süßungsmittel in Pulverform erhältlich. Die in Deutschland eingeführten und meist widerrechtlich verkaufen Produkte entsprechen häufig nicht den für Lebensmittel grundsätzlich notwendigen Anforderungen an die Hygiene. Rechtlich bewertet ist Stevia in der Europäischen Union ein neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und unterliegt daher der Novel Food Verordnung. Stevia kann in der EU erst nach Zulassung in den Handel gelangen. Ein Zulassungsantrag wurde bereits abgelehnt: Steviosid ist in der Europäischen Union nicht als Süßstoff (Lebensmittel-Zusatzstoff) zugelassen, da die Sicherheitsstudien zur Steviosid nicht ausreichen, die Unbedenklichkeit zu belegen. Auch die Pflanze und ihre Blätter selbst wurden von der EU-Kommission aus diesem Grunde nicht als Novel Food zugelassen. In vielen Ländern der Welt (außer Israel, Brasilien, Neuseeland, Australien, China, Südkorea, Thailand und Japan) darf Stevia nicht eingesetzt werden. In den USA ist Stevia als Süßstoff durch die FDA verboten. Es darf dort nur als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. In der EU und damit auch in Deutschland ist untersagt, Stevia in welcher Form auch immer als Süßstoff in Verkehr zu bringen. Momentan befindet sich die EU-Kommission in der weiteren Entscheidungsphase zu Stevia. Mit einer Zulassung oder einem Verbot von Stevia sollte nicht vor 2010 gerechnet werden"

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8143647?dopt=A
bstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12130868?dopt=Ab
stract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3887402?dopt=Abst
ract
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Stevia  von Renate (Gast)
08:11 26.01.2010
Ich möchte hier nur kurz vermerken: Mein Lebensgefährte und ich verwenden seit 3 Jahren Stevia fluid zum süssen aller erdenklichen Speisen u. Getränke! Erfolg: Die erhöhten Zuckerwerte meines Partners haben sich auf einen Normalwert eingependelt.Wir sind davon überzeugt und haben keinerle Beeindrächtigungen festgestellt.
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Stevia  von conusch (Gast)
10:54 19.01.2010
Dass die paraguayanischen Indianer Tee aus Steviablättern zubereitet haben um ihre Fertilität zu mindern, wird hier nicht erwähnt. Da wurde anscheinend gut recherchiert;
Mit Stevia versetztes Trinkwasser führte bei Ratten zu Unfruchtbarkeitsperioden von bis zu 2 Monaten!!!!!
Naja, wohl bekomms ; ))
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striche
RE: Stevia  von Redaktion
11:04 19.01.2010
Sehr geehrter conusch!
Unseren Recherchen zufolge wurde in Tierversuchen mit extrem hohen Dosierungen der Blätter gearbeitet. Hier zeigte sich ein Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit. Die Studienergebnisse werden zudem auch sehr kontrovers diskutiert.
Herzliche Grüße
Ihr Wecarelife-Team

striche
RE: Stevia  von conusch (Gast)
11:32 19.01.2010
......wenns so harmlos ist, warum wurde es dann mit keinem Wort erwähnt?
Die Darstellung als "Wunderpflanze" mit der man die zukünftigen Konsumenten hinters Licht führt, finde ich auf jedefall bedenklich.
Dass es kontroverse Diskusionen über die Reduktion der Spermatogenese gibt ist ja begrüßenswert, doch graut mir vor dem Gedanken, dass dieses Süßungsmittel Einzug in zB.: Babynahrung hält.


striche
RE: Stevia  von Redaktion
12:42 20.01.2010
Wir möchten noch auf eine Publikation vom Stevia-Experten Prof. Udo Kienle von der Uni Hohenau verweisen (v.a. S. 66-67).
http://www.journal-culinaire.de/ausgaben/jc05_kienle.pdf
Darin heißt es u.a.: "Für den Süßstoff werden empfängnisverhütenden Eigenschaften laut den Evaluierungsergebnissen des JECFA-Ausschusses von 2004 definitiv ausgeschlossen."
Herzliche Grüße,
Ihr Wecarelife-Team
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