Stevia

© Fotolia/Backe & Ockenfels
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 21.01.2010
Stevia – Süße Wucht
Wer auf Kalorien, aber nicht auf Süße verzichten möchte, muss derzeit zu künstlich hergestellten Süßstoffen greifen. Diese könnten schon bald Konkurrenz aus der Natur bekommen. In den Startlöchern scharrt eine Pflanze namens Stevia, deren Blätter über eine viel höhere Süßkraft als Zucker verfügen. Eine Zulassung für den europäischen Lebensmittelmarkt als erstes rein pflanzliches Süßungsmittel scheint in Reichweite.
Stevia rebaudiana ist der botanische Name jener Pflanze, die in den nächsten Jahren den europäischen Süßungsmittelmarkt revolutionieren könnte. Die Staudenpflanze aus Südamerika ist auch als Honigkraut oder Süßkraut bekannt. Ihre Blätter enthalten süße Substanzen, die als Steviolglykoside (kurz Stevioside) bezeichnet werden, wobei Steviosid und Rebaudiosid A die wichtigsten darstellen. Die Süßkraft der Stevia-Pflanze wird in Südamerika, Teilen Asiens und den USA schon längere Zeit wirtschaftlich genutzt. Im EU-Raum steht eine Bewilligung als Zusatzstoff, der als Süßungsquelle für Lebensmittel verwendet werden kann, noch aus.
Blätter versus Stevioside
Die Wirkung der Pflanze ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Die Einwohner Südamerikas verwendeten Stevia zum Süßen von Maté-Tee. "Beim Verzehren des Blattes spürt man zuerst wenig, erst nach kurzer Zeit tritt eine starke und langanhaltende Süße ein", beschreibt Klaus Riediger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) den Effekt. Der Nachteil der Blätter sei aber ihr krautiger Beigeschmack. Im Mittelpunkt des Interesses stünden daher die aus den Blättern extrahierten Stevioside.
Süße ohne Reue
Stevia ist 300-mal süßer als Zucker. Ein halber Teelöffel Stevia-Pulver entspricht zirka einer Tasse Zucker. Noch konzentrierter ist Stevia in flüssiger Form. Weiters verfügt Stevia über keine kariogenen Eigenschaften, führt also nicht zur Bildung von Karies. Da der Nährwert gleich null ist, ist Stevia extrem kalorienarm und außerdem auch für Diabetiker geeignet. Stevia soll sogar den Blutdruck senken und einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus Typ 2 haben, aber die Ergebnisse sind widersprüchlich. Es ist also nicht durch Studien belegt.
Klaus Riediger betont, dass Stevia bzw. Stevioside wohl auch für den Biolebensmittelbereich von Interesse seien, da diese statt synthetischen Süßstoffen zur Süßung von Bioprodukten eingesetzt werden könnten. Mit dem natürlichen Stevia-Extrakt wäre dies kalorienlos möglich.
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Hier in Paraguay - einem absolutes Macho-Land - wird Stevia seit Jahrhunderten verwendet und gehört zum Alltag wie die Luft zum Atmen.
Wenn es unfruchtbar machen würde ... kein Mann würde hier Stevia verzehren :)
Herzlichst
Yerbabuena-Shop
Quelle: http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1012960-stevia-ist-mit-vorsicht-zu-geniesen
"Stevia ist 70 bis 450 mal so süß wie Haushaltszucker und liegt damit im Bereich der Süßkraft anderer Süßstoffe. Lediglich die Süßstoffe Sucralose, Thaumatin und Neohesperidin-Dihydrochalcon weisen eine höhere Süßkraft als Stevia auf. In Ländern wo Stevia erlaubt ist, ist das Süßungsmittel in Pulverform erhältlich. Die in Deutschland eingeführten und meist widerrechtlich verkaufen Produkte entsprechen häufig nicht den für Lebensmittel grundsätzlich notwendigen Anforderungen an die Hygiene. Rechtlich bewertet ist Stevia in der Europäischen Union ein neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und unterliegt daher der Novel Food Verordnung. Stevia kann in der EU erst nach Zulassung in den Handel gelangen. Ein Zulassungsantrag wurde bereits abgelehnt: Steviosid ist in der Europäischen Union nicht als Süßstoff (Lebensmittel-Zusatzstoff) zugelassen, da die Sicherheitsstudien zur Steviosid nicht ausreichen, die Unbedenklichkeit zu belegen. Auch die Pflanze und ihre Blätter selbst wurden von der EU-Kommission aus diesem Grunde nicht als Novel Food zugelassen. In vielen Ländern der Welt (außer Israel, Brasilien, Neuseeland, Australien, China, Südkorea, Thailand und Japan) darf Stevia nicht eingesetzt werden. In den USA ist Stevia als Süßstoff durch die FDA verboten. Es darf dort nur als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. In der EU und damit auch in Deutschland ist untersagt, Stevia in welcher Form auch immer als Süßstoff in Verkehr zu bringen. Momentan befindet sich die EU-Kommission in der weiteren Entscheidungsphase zu Stevia. Mit einer Zulassung oder einem Verbot von Stevia sollte nicht vor 2010 gerechnet werden"
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8143647?dopt=A
bstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12130868?dopt=Ab
stract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3887402?dopt=Abst
ract
Mit Stevia versetztes Trinkwasser führte bei Ratten zu Unfruchtbarkeitsperioden von bis zu 2 Monaten!!!!!
Naja, wohl bekomms ; ))
Unseren Recherchen zufolge wurde in Tierversuchen mit extrem hohen Dosierungen der Blätter gearbeitet. Hier zeigte sich ein Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit. Die Studienergebnisse werden zudem auch sehr kontrovers diskutiert.
Herzliche Grüße
Ihr Wecarelife-Team
Die Darstellung als "Wunderpflanze" mit der man die zukünftigen Konsumenten hinters Licht führt, finde ich auf jedefall bedenklich.
Dass es kontroverse Diskusionen über die Reduktion der Spermatogenese gibt ist ja begrüßenswert, doch graut mir vor dem Gedanken, dass dieses Süßungsmittel Einzug in zB.: Babynahrung hält.
http://www.journal-culinaire.de/ausgaben/jc05_kienle.pdf
Darin heißt es u.a.: "Für den Süßstoff werden empfängnisverhütenden Eigenschaften laut den Evaluierungsergebnissen des JECFA-Ausschusses von 2004 definitiv ausgeschlossen."
Herzliche Grüße,
Ihr Wecarelife-Team
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