Stuhlverstopfung
Aktualisiert am: 02.11.2009
Wie schaffen Sie Abhilfe?
Überprüfen Sie, an welchen Punkten Sie ansetzen können! Meist spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Sie ist das erste Mittel der Wahl, lange bevor Sie zu Abführmitteln greifen sollten.
Genügend trinken
Der Körper braucht, um gesund bleiben zu können, unbedingt ausreichend Flüssigkeit für die Entgiftung und zum Transport verschiedenster Stoffe. Ist zu wenig Wasser vorhanden, wird es dort abgezogen, wo es nicht lebensnotwendig gebraucht wird: Im Darm - dadurch wird der Stuhl immer mehr eingedickt und die Absetzung des Stuhls wird schwieriger. Daher ist es erforderlich, dass Sie mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen. Je trockener Ihre Nahrung ist, desto mehr Trinkflüssigkeit ist notwendig.
Bitte beachten Sie, dass Schwarztee stopfend wirkt. Grüntee hingegen enthält keine Gerbstoffe und wirkt daher neutral auf die Darmtätigkeit. Wenn Sie noch nicht gewohnt sind, viel zu trinken, achten Sie besonders darauf, flüssigkeitsreiche Nahrung zu sich zu nehmen und sich langsam, "achtelweise" an das Wunschziel heranzuarbeiten. Trinken Sie immer wieder kleine Mengen über den Tag verteilt.
Ballaststoffreiche Nahrungsmittel bevorzugen
Ist Ihre Nahrung zu ballaststoffarm, so kann das Ihre Verdauung verzögern. Der Umstieg auf ballaststoffreiche Ernährung soll aber langsam und behutsam erfolgen. Sie sollten sich dabei immer wohl fühlen und keine zusätzlichen Verdauungsbeschwerden, wie etwa Blähungen bekommen.
Hier sind Ballaststoffe enthalten:
- Vollkornprodukte aller Art: Brot, Reis, Nudeln
- Hülsenfrüchte
- Nüsse und Samen, Leinsamen
- Gemüse, vor allem Kraut- und Kohlgemüse
- Trockene Pflaumen, Feigen (immer einweichen!)
- Obst, allerdings weniger als die oben genannten
- Isolierte Ballaststoffe, wie Weizen- oder Haferkleie - Vorsicht! Immer zuerst einweichen und mit zusätzlich Trinkflüssigkeit verzehren, mit kleinen Mengen anfangen.
Werden zu viel reine Ballaststoffe (wie Kleie) im trockenen oder nicht ausreichend gequollenen Zustand, verzehrt, geschieht das Aufquellen im Darm. Es bildet sich ein harter "Korken", der die Verdauung mehr behindert als fördert. Beachten Sie auch bei der Zubereitung von Vollkornprodukten, dass diese mehr Flüssigkeit brauchen, um quellen zu können. Sie weisen auch oft längere Garzeiten auf, als ihre "weißen Gegenstücke".
Es kann sein, dass Sie Vollkornprodukte und besonders Kleie nicht gut vertragen, da die Randschichten von Getreide Stoffe enthalten, die den Darm zu viel reizen. Vertrauen Sie auf Ihr eigenes Urteil, falls Sie Beschwerden haben und testen Sie, ob Sie Vollkornprodukte finden, die Sie gut vertragen. Gekocht oder gebacken sind Getreideprodukte mit Ballaststoffanteil meistens sehr gut verträglich (Naturreis, Vollkornnudeln, Vollkornbrot). Besondere Vorsicht ist bei Kleie, Müsli und Frischkornbrei angebracht.
Kennen Sie Lebensmittel, die bei Ihnen stopfend wirken?
Für jeden Menschen sind unterschiedliche Lebensmittel stopfend. Es ist wichtig, dass Sie herausfinden, welche Speisen bei Ihnen diese Wirkung haben. Beobachten Sie, wie Sie reagieren und schreiben Sie bei Bedarf auf, was Sie essen, denn die stopfende Wirkung kann 1 - 2 Tage verspätet auftreten.
Generell gelten als stopfend: Schwarztee, Kakao, Schokolade, Heidelbeeren, Bananen, rohe Äpfel, vor allem wenn sie braun geworden sind, Rotwein. Wenn Sie auch auf andere Lebensmittel mit Verstopfung reagieren, vertrauen Sie Ihrem Urteil und lassen Sie diese weg.
Essen Sie zu fettarm?
Besonders bei einer sehr strengen Abmagerungsdiät kann auch das ein Faktor für die Entstehung von Stuhlverstopfung sein. Essen Sie nicht völlig fettfrei, sondern verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle um Ihren Speiseplan aufzuwerten. Das heißt nicht, dass Ihr Essen im Fett schwimmen soll, ein gesundes Mittelmaß ist anzuraten.
Hausmittel und Abführmittel
Sie kennen sicher eine große Zahl von Hausmitteln gegen Verstopfung. Vielleicht verwenden Sie auch regelmäßig Abführmittel oder müssen schon die Dosis erhöhen, um überhaupt noch eine Wirkung zu spüren? In diesem Fall ist es sehr wichtig, dass Sie nicht endgültig von diesen Mitteln abhängig werden, denn wieder davon loszukommen ist sehr schwer.
Wenden Sie Abführmittel, auch Abführtees gehören dazu, nur im Notfall an. Wenn Sie öfter Hilfe brauchen, wechseln Sie möglichst oft das Mittel, um eine Gewöhnung von vorne herein zu unterbinden. Milchzucker und Lactulose können bei vorhandener Verträglichkeit auch längere Zeit verwendet werden, da sie neben der stuhlauflockernden Wirkung auch günstig auf die Darmflora einwirken. Sie fördern die Darmflora und sind für Hefepilze nicht verwertbar.
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