Tischknigge
Aktualisiert am: 29.10.2007
Besteck und Gläser im Griff
Bei mehreren Gängen, gibt es für jeden Gang ein eigenes Besteck. Die Regel der korrekten Verwendung ist denkbar einfach: Immer von außen nach innen vorgehen. Zum Abschluss ist oberhalb des Tellers das Dessertbesteck, meistens einen kleine Gabel und ein Löffel, platziert.
Einmal aufgenommen, sollte das Besteck nicht mehr mit dem Tischtuch in Berührung kommen. Während des Kauens behält man es in der Hand oder legt es wie ein Dreieck zur Tellermitte. Nach Beendigung des Essens wird das Besteck parallel und diagonal zum Teller abgelegt, wobei der Gabelrücken nach unten zeigt und die Schneide des Messers zur Gabel gerichtet ist.
Orgelpfeifen aus Glas
Für die Gläser gilt dieselbe Regel wie für das Besteck: Sie werden immer von außen nach innen und von rechts nach links gegriffen. Sie sind nach dem Orgelpfeifenprinzip schräg zum Teller angeordnet und unterscheiden sich in der Größe: Das Glas für den Hauptgang befindet sich über dem Messer, dann folgt das Glas für die Vorspeise und schließlich rechts außen das Wasserglas. Gläser mit Stiel werden grundsätzlich am Stiel gehalten. Nicht nur, weil sie beim Anstoßen schöner klingen, man vermeidet so auch unschöne Fingerabdrücke am Glas.
Schmatzen, schlürfen und mit vollem Mund reden oder trinken zeugen absolut von schlechten Manieren. Wenn Sie bei einer Unterhaltung jedoch dranbleiben wollen, empfiehlt es sich, kleinere Portionen in den Mund zu stecken. Die sind schneller aufgegessen und stören nicht bei der Konversation. Auch die Handhabung mit Besteck und Geschirr sollte so geräuscharm wie möglich ablaufen.
Andere Länder, andere Tischsitten
Was bei uns als verpönt gilt, zählt in anderen Ländern zum guten Benehmen. So wird in China mit offenem Mund gekaut. Schmatzen und rülpsen sind ein Ausdruck dafür, dass der Gast besonders zufrieden mit dem Essen war.
In Thailand wird nur mit Löffel gegessen. Da die Speisen in mundgerechten Stücken serviert werden, ist ein Messer nicht nötig. Die Gabel wird nur dazu verwendet, das Essen auf den Löffel zu schieben. In Tibet muss ein Gast aus Höflichkeit mehrmals das Essen ablehnen, bevor er es genießen darf, und der Gastgeber bietet natürlich mehrmals an. Und in Japan unterliegen Körperhaltung, Handbewegung, Kleidung und Konversation bei Tisch komplizierten Bestimmungen, die stets lächelnd zu absolvieren sind.
Die gute Nachricht
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Je öfter man sich bewusst an den Tisch setzt, desto entspannter wird man nach einiger Zeit die Regeln des stilvollen Essens beherrschen. Letztendlich gehören der höfliche Umgang mit Menschen und gute Tischmanieren schlicht und ergreifend zum intelligenten Selbstmarketing. Und wer weiß, wie es geht, wird sich mit der Zeit natürlicher und selbstbewusster bewegen und sich so dem sinnlichen Vergnügen des Essens hingeben können, ohne sich dabei ständig über die "Dos and Don'ts" bei Tisch Gedanken machen zu müssen.
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