Algen: Gemüsebeet unter dem Meeresspiegel

In der asiatischen Küche sind Algen ein wesentlicher Bestandteil vieler Gerichte – bei uns ist die Nori-Alge vor allem durch Sushi die bekannteste. Aber natürlich bieten Algen noch viel mehr kulinarische Möglichkeiten und ernährungsphysiologische Vorteile. 

Über 50 Arten von Algen sind essbar und sehr gesund

Algen oder Seetang ist ein Sammelbegriff für alle im Meer wachsenden Seegräser, die genauso zubereitet werden wie Gemüse. Algen können somit Speisen wie Suppen, Salaten, Eintöpfen, Snacks, Chips … eine spezielle Struktur, Farbe und den Geschmack „umami“ (verstärkter Eigengeschmack, der durch die Salze der Aminosäure Glutaminsäure hervorgerufen wird) verleihen. Manche Arten können auch als Binde- und Geliermittel eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen roten, braunen und grünen Algen:

Grünalgen erinnern optisch an Salatblätter und schmecken bissfest, frisch und leicht pfeffrig. Roh eignen sie sich für Salate, gegart als Bindemittel für Suppen, Saucen oder Eintöpfe.

Braunalgen können in Salaten, als Gemüse und Beilagen oder zum Süßen, Würzen oder Binden von Speisen verwendet werden.

Rotalgen werden ebenfalls als Gemüsebeilage oder in Salaten als dekoratives Element verwendet. Agar-Agar ist ein beliebtes Geliermittel.

Info: Süßwasseralgen (z. B. Spirulina, Chlorella) lassen sich als Nahrung nicht zubereiten, werden jedoch wegen ihrer hohen Nährstoffdichte als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Algen bringen neben dem „Meeresaroma“ auch eine Fülle an Inhaltsstoffen

Algen weisen einen sehr geringen Fettanteil auf, sind reich an Ballaststoffen und der Eiweißgehalt liegt meist über dem der herkömmlichen Obst- und Gemüsesorten, weshalb sie bei vegetarisch-vegan lebenden Menschen sehr beliebt sind. Algen werden auch vor allem wegen ihres hohen Anteils an Mineralstoffen und Spurenelementen (Kalium, Kalzium, Eisen, Zink, Kupfer und Jod) empfohlen.

Aufgrund des hohen Jodgehaltes sollten getrocknete Algen jedoch – speziell von Personen mit Schilddrüsenerkrankungen – nicht in zu großen Mengen verzehrt werden. Algen dienen auch als natürlicher Salzersatz.

Algen werden immer leichter verfügbar

Sie können in Reformhäusern oder Biomärkten erworben werden. Zunehmend sind sie auch in Supermärkten zu bekommen:

Frische Algen sind knackig und riechen nach Meer. Vor der Weiterverarbeitung sollten sie gut ausgespült werden, um das Salz zu entfernen.

Getrockneter Seetang muss vor der Zubereitung eingeweicht werden.

Algen-Flocken können direkt verwendet werden.

Sommerliche Pasta mit Nori-Algen

2 Portionen

Zutaten:

• 200 g Spaghetti oder beliebige Nudeln

• 250 g Lachsfilet frisch

• 1 Stück Nori-Algenblatt (20 x 20 cm)

• 50 g Zwiebel

• 1 Zehe Knoblauch

• 25 g Butter

• 50 ml Weißwein

• 1 Stück Zitrone

• Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

1. Spaghetti al dente kochen.

2. Nori-Algenblatt mit einem Messer oder einer Schere in zwei große Bahnen (zum Umwickeln der Lachsfilets), den Rest in feine Streifen schneiden.

3. Fein geschnittene Zwiebel und gehackten Knoblauch in Butter anschwitzen, Nori-Streifen zugeben, mit Weißwein und Zitronensaft aufgießen, einköcheln lassen und abschmecken.

4. Lachsfilet säuern, salzen, mit je einem Nori-Blatt umwickeln und in Olivenöl beidseitig anbraten.

5. Spaghetti mit der Nori-Sauce und dem gebratenen Lachsfilet anrichten.

Wakame-Algensalat mit Gurke, Limette und geröstetem Sesam

2 Portionen

Zutaten:

• 40 g Wakame-Algen (getrocknet)

• 500 ml Wasser zum Einweichen

• 200 g Gurke frisch

• Salz

• 1 Stück Limette

• 20 g Sesam

• Reisessig, Suppe, Zucker, Sojasauce

Zubereitung:

1. Sesam trocken rösten.

2. Wakame-Algen ca. 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen.

3. Gurke schälen, evtl. entkernen und in Scheiben schneiden.

4. Gurke, Limettenzesten, Wakame und das Dressing aus Reisessig, Zucker, Sojasauce und etwas Suppe (Kombu Dashi) mischen.

5. Mit Sesam bestreuen und genießen.