Die besten Grilltipps

Gemüse, Fisch oder Fleisch - die besten Grilltipps

Grillen sieht zwar banal aus, hat aber ungefähr so viele Fettnäpfchen parat wie der erste Schwiegermutter-Besuch. Die folgenden Grillregeln und Tipps sollte man unbedingt beachten, dann klappen saftige Steaks und würzige Bachforellen garantiert.

Das Feuer mit Holzkohle, Brikett oder Gas entfachen?

Zuerst einmal braucht man Feuer, sonst geht gar nichts. Wichtig ist hier zunächst die Frage, was auf den Rost kommt und wie ungeduldig die hungrigen Gäste sind. Nicht alles eignet sich für jede Gelegenheit gleich gut.

Holzkohle ist preiswert, so gut wie überall erhältlich und sorgt für schnellen Grill-Spaß. Nach spätestens 30 Minuten darf das erste Würstel losbrutzeln – und dann geht’s richtig schnell heiß her. Die Glut wird bis zu 800 Grad heiß. Das lässt das Fett nur so dahinschmelzen und sorgt für das typische Röstaroma am Grillteller!

Kein anderer Brennstoff schafft diese Hitze. Dafür hält die Glut nicht lange. Nach etwa einer Stunde muss man nachlegen, sonst ist der Spaß vorbei. Das schwarze Gold eignet sich deshalb zum scharfen Anbraten von Würstel, flachen Steaks, Fisch und Gemüse – also für Leckerbissen mit einer relativ kurzen Garzeit.

Was die Sicherheit betrifft, so kann Holzkohle schon einmal heiße Funken fliegen lassen. Bei starkem Wind sollte man sich nicht unbedingt in die trockenste Wiese stellen. Auch eine Grillschürze ist eine wertvolle Investition zur eigenen Sicherheit!

Bitte auch beim Kauf der Holzkohle an die Umwelt denken. Holzkohle aus Tropenholz ist nicht notwendig. Einheimische Hölzer, wie etwa Buchenholz, brennen genauso gut!

Zu Briketts sollte man greifen, wenn man sich an ein Grillhendl oder große Steaks wagt. Das Ergebnis schmeckt genauso gut wie mit Kohle – dafür aber ist die Grill-Temperatur niedriger und hält bis zu fünf Stunden. So werden auch größere Fleischstücke ‚durch’.

Briketts brauchen aber länger, nämlich ca. 50 Minuten, bis sie heiß genug sind und man mit dem Grillen beginnen kann. Die zu Anfang investierte Zeit lohnt aber für lange Grillabende mit Speisen, die etwas länger brutzeln müssen.

Der Gasgriller ist neben dem Elektro-Grill wohl das bequemste Grillgerät. Nach etwa fünf bis zehn Minuten ist der Rost einsatzbereit, die Hitze lässt sich wie am Herd bequem regulieren und auch ganz ausschalten. Gasgriller sind somit für jede Art von Grillgut wunderbar geeignet. Bei Grillereien mit Gas qualmt es zudem weniger. Das ist durchaus ein Vorteil, urige Lagerfeuer-Stimmung kommt dabei allerdings nicht unbedingt auf.

Für den nötigen Zunder sorgen Propan- und Butan-Gas in Flaschen. Bitte nicht versuchen, den letzten Rest der Gasflasche‚ irgendwie noch auszunutzen‘, sonst kann es schnell lebensgefährlich werden.

Gasgriller gehören außerdem niemals in die Wohnung. Das gilt auch für Griller mit Kohle oder Briketts, ansonsten droht eine Kohlenmonoxidvergiftung. Nur der Elektro-Grill darf bedenkenlos in die eigenen vier Wände.

Die richtige Technik: Grillen versus Barbecue

Hat man einmal den richtigen Brennstoff gefunden und die Anzünder nicht vergessen, kann’s losgehen. Doch halt! So einfach ist es dann doch wieder nicht: Grillen ist nämlich nicht gleich grillen.

Beim klassischen Grillen handelt es sich um direktes Grillen. Das Fleisch landet am Rost über der Glut, die feurige Hitze (300 bis 800 Grad) trifft unmittelbar auf das rohe Fleisch. So wird das gute Stück in kürzester Zeit durch und knusprig. Die direkte Grill-Methode ist schnell, verlangt aber eine gewisse Aufmerksamkeit am Grillplatz. Bei einer allzu gemütlichen Bierpause droht sonst, das Fleisch zu verbrennen. Die begehrten Röstaromen verwandeln sich dann in krebserregende Stoffe.

Beim Barbecue geht es wesentlich gemütlicher und schonender für das Fleisch zu. Das Grillgut liegt nicht direkt über der Glut und schmort „nur“ bei bis zu 160 Grad. Diese Methode nennt man indirektes Grillen. Für ein echtes Barbecue braucht man einen Smoker. Anders als ein herkömmlicher Grill hat der Smoker mehrere Kammern; Glut und Speisen liegen getrennt voneinander. Der heiße Rauch wird zum Fleisch geleitet und dieses gegart bzw. geräuchert. So gelingen butterzarte Rippchen, sofern man die nötige Geduld aufbringt. Denn ein Barbecue kann locker mehrere Stunden dauern.

Fleisch, Fisch oder Gemüse?

Geschmäcker sind verschieden, und auch Vegetarier und Veganer wollen ab und an grillen. Kulinarische Grenzen gibt es beim Grillen unter freiem Himmel kaum. Ein paar einfache, aber wichtige Tipps sollte man trotzdem beherzigen. Dann schmeckt’s besser und ist obendrein gesünder.

Fleisch sollte immer mindestens fingerdick geschnitten werden, sonst trocknen die Leckerbissen bei der Glut-Hitze viel zu schnell aus und werden zäh. Für die Saftigkeit des Fleisches ist es wichtig, dass immer quer zur Faser geschnitten wird.

Finger weg von gepökelten Würsten und geräuchertem Fleisch, dazu zählt auch der geliebte Speck! Bei direkter Hitze verwandeln sich die Pökelsalze nämlich in krebserregende Nitrosamine.

Genauso wenig sollte flüssiges Fett oder Fleischsaft direkt auf die Glut tropfen. Diese Dämpfe sind ebenso krebserregend. Deshalb einfach eine Alu-Schale unter das brutzelnde Fleisch stellen. So sichert man sich auch den schmackhaften Saft und schützt obendrein die eigene Gesundheit.

Zur etwas leichteren Grillkost zählt Fisch. Nicht alle Fische eignen sich gleich gut für den Rost – also vorab beraten lassen! Der Fisch sollte möglichst fest sein, nur so übersteht er die Hitze im Ganzen. Am besten eignen sich: Lachs, Forelle, Barsch, Sardinen und Shrimps.

Thunfisch ist zwar grillfest, enthält aber oft Quecksilber und gehört deshalb weder auf den Grill noch in die Küche. Zudem sind die Treibnetze beim Thunfischfang aus ökologischen Gründen abzulehnen.  

Im Gegensatz zu Fleisch gart Fisch wesentlich schneller – das sollte man beim Auflegen bedenken.

Von Zucchini, Tomaten, über Mais bis hin zu grünem Spargel, vom Gemüse darf fast alles aufs heiße Eisen. Das sorgt für viel Abwechslung am Grillteller und schont obendrein den Cholesterinspiegel.

Richtig Marinieren

Marinieren ist wichtig, aber auch die beste Marinade hilft nichts, wenn an der Qualität des Grillguts gespart wurde. Je besser das Fleisch oder der Fisch ist, desto weniger Extras braucht man eigentlich – der zarte Eigengeschmack des Fleisches braucht oft gar keine weitere Würze!

Wer dennoch marinieren will: Die Basis jeder guten Marinade umfasst Öl, Gewürze und etwas Säure. Das Öl sollte immer hitzebeständig sein so wie Raps- oder Sonnenblumenöl. Kalt gepresste Öle wie etwa aus Oliven, haben am Rost nichts verloren! Diese gehören ausschließlich in den Salat.

Kräuter am Grill

Zum Würzen eigenen sich besonders mediterrane Kräuter, wie zum Beispiel Rosmarin, Thymian und Oregano. Je aromatischer, desto besser! Salz und Pfeffer dürfen natürlich auch nicht fehlen, kommen aber erst nach dem Grillen auf das Grillgut.

Für die nötige Frische im Sommer sorgen entweder Zitronen- oder Limettensaft. Beides eignet sich gleich gut.

Bei Fisch-Marinaden sollte man mit Säure aber sparsam umgehen, sonst zerfällt der Fisch am Rost. Ebenfalls ein No-Go: Das Grillgut mit Bier ablöschen. Das bringt geschmacklich gar nichts, sondern wirbelt nur Aschestaub auf, der dann auf dem Grillgut haftet. Wenn schon Bier, dann gehört es am Vortag in die Marinade. Hier greift man am besten zu herben Biersorten wie etwa Schwarzbier.

 

Weiterführende Links:

Grilltechnik – Kohle, Briketts, Gas oder Strom
Gesundes Grillen
Grillburger
Gerade verkohltes Fleisch kann Krebsrisiko senken