Ditta, Rote Emma und Blaue Elise: Erdäpfel früher und heute

Mit nur 69 Kilokalorien auf 100 Gramm werden sie zu Unrecht als Dickmacher verunglimpft. Durch langkettige Kohlenhydrate machen sie lange satt, liefern zwar nicht viel, aber besonders hochwertiges Eiweiß sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine. Dazu sind sie vielfältig einsetzbar und, sofern sie nicht stäbchenförmig in der Fritteuse versenkt werden, auch gut verträglich. 

Die Rede ist von Kartoffeln, die in vielerlei Formen und Farben ein Revival erleben; nicht nur die Süßkartoffel. 

Alte Kartoffelsorten auf dem Vormarsch

Während wohl jeder schon mal Ditta oder Sieglinde gegessen hat, sind Rote Emma und Blaue Elise noch Exoten auf unseren Tellern. Wirtschaftliche Gründe sprechen nun mal für die Produktion ertragreicher, glatter Knollen. Die alten Sorten mit ihren länglichen, knorpeligen oder kleinen Erdäpfeln sind dagegen eher was für Genießer. Lila Kartoffelpüree aus der violetten Trüffelkartoffel (auch Vitellote genannt) oder Kartoffelspalten mit roter Schale schauen aber nicht nur spektakulär aus – die vielfältigen Kartoffelsorten tun auch einiges für die Gesundheit.

Reichlich Mineralstoffe, kaum Fett und immer öfter knallige Farben

Der schlechte Ruf der Kartoffel als Dickmacher liegt an der früher oft fettreichen Zubereitung, denn die Knolle selbst liefert kaum Fett. Moderne Zubereitungsarten sind etwa Kartoffelspalten aus dem Backofen oder Pommes aus der Heißluft-Fritteuse.

Kartoffeln liefern generell recht viel Kalium, Magnesium und Eisen. Dazu kommt ein wenig hochwertiges Eiweiß und etwas Vitamin C. Lila und rote Kartoffeln liefern zusätzlich Anthocyane – sekundäre Pflanzenstoffe, die für die kräftige Farbe verantwortlich sind und denen nachgesagt wird, Krebs und Entzündungen vorzubeugen. 

Die Zusammensetzung der Kartoffel hängt auch von der Sorte ab. Während speckige, auch festkochend genannte Sorten einen höheren Eiweißanteil und weniger Kohlenhydrate enthalten, sind mehlige Kartoffeln stärkereicher. 

Was heißt festkochend oder mehlig?

Festkochende Sorten haben auch nach dem Kochen ein festes, kerniges Fruchtfleisch. Sie eignen sich hervorragend für Erdäpfel-Gratin, Ofenchips und Kartoffelsalat. Typische festkochende Sorten sind Ditta, Exquisa, Sieglinde oder Kipfler. Auch die lila Trüffelkartoffel „Vitelotte" ist festkochend.

Vorwiegend festkochende Sorten sind eine Zwischenstufe zwischen speckigen und mehligen Kartoffeln. Sie sind etwas weicher als feste Sorten und die Schale bekommt beim Kochen öfter Risse. Eine typische vorwiegend festkochende Kartoffel ist Laura. Diese Kartoffeln eignen sich als Beilage wie Ofen- oder Braterdäpfel, aber auch für Eintöpfe und Aufläufe. 

Mehlige Erdäpfel zerkochen schnell. Sie eignen sich daher gut für Püree, Suppen, Erdäpfelpuffer und Erdäpfelteig. Die bekannteste Sorte für Kartoffelpüree ist Bintje. Die große Agria lässt sich sehr gut als Ofenkartoffel zubereiten.

Rezeptidee: Selbst gemachte Kartoffelchips am Spieß

Zutaten:

• 400 g Erdäpfel 

• Salz

• Paprikapulver

• 2 Grillspieße

Zubereitung:

1. Die Erdäpfel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Noch einfacher geht’s mit einem Gemüsehobel. Die Erdäpfelscheiben mit etwas Abstand zueinander auf den Spieß stecken.

2. Nun den Spieß auf eine Schüssel legen, damit die Chips „in der Luft hängen“ und nirgendwo aufliegen. Schüssel in die Mikrowelle stellen und die Chips je nach Dicke für 5–7 Minuten bei 600–800 Watt in der Mikrowelle backen. Am besten sieht man immer wieder nach, damit die Chips nicht zu dunkel werden.

3. Die heißen Chips salzen, nach Belieben würzen und gleich servieren.

 

Quelle:

Hier gibt’s alte und neue Kartoffelsorten: www.kartoffelhof.at