Essen gegen das Vergessen

Alzheimer, vaskuläre Demenz und andere Formen der Demenz führen langfristig zu einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Umso interessanter ist die Frage, ob es möglich ist, sich die geistige Gesundheit über die Ernährung so lang wie möglich zu erhalten.

Was sagt die Wissenschaft?

In Österreich leben Schätzungen zufolge etwa 115.000 bis 130.000 Personen mit einer Form dieser Krankheit. Und da wir immer älter werden, wird diese Zahl eher steigen als fallen. 

„Wo habe ich nur meine Brille hingelegt?“, solche oder ähnliche Symptome der Vergesslichkeit können schon mal passieren. Häuft es sich aber, dass man alltägliche Dinge vergisst, Routinearbeiten plötzlich zum Kraftakt werden, dass man unter Wortfindungsstörungen leidet, man Gesprächen nicht mehr folgen kann, dass die Orientierung nachlässt, man nicht mehr einschätzen kann, wie eine dem Wetter angemessene Kleidung aussieht, dann sind das ernst zu nehmende Anzeichen. 

 Die Erkenntnisse der Forschung haben gezeigt, dass, sobald die Krankheit aufgetreten ist, eine Heilung so gut wie unmöglich ist. Die Wissenschaft beschäftigt sich im Rahmen von epidemiologischen und experimentellen Studien vorwiegend mit der Prävention. Der Einfluss von Faktoren wie Ernährung, Übergewicht, Diabetes oder geistiger Fitness ist dabei besonders interessant.

Die optimale Ernährung fürs Gehirn

Das Gehirn kann nur dann ideal arbeiten, wenn es gut durchblutet ist. Gesunde Gefäße, ein normaler Blutdruck und ein gesunder Cholesterinspiegel sind daher wichtig, um die Gedächtnisleistung auch im Alter zu erhalten. 

Bestimmten Stoffen in einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann Studien zufolge eine besondere Rolle zugeschrieben werden, denn sie sollen vor dem Ausbruch der Demenz schützen können. Am einfachsten lässt sich die empfohlene Ernährungsweise mit mediterran beschreiben. Frische Grundprodukte, mehr Fisch als Fleisch, hochwertige Pflanzenöle und maßvoller Umgang mit Alkohol sind die Eckpfeiler. Naturgemäß ist bei einer solch bewussten Ernährung mit einem niedrigeren Cholesterinspiegel, günstigeren Blutzuckerwerten sowie einer besseren Versorgung mit Antioxidantien und Vitaminen zu rechnen. 

Antioxidantien wie Vitamin A, C und E, Polyphenole sowie Stoffe in grünem Tee oder sogar Kaffee wirken gegen freie Radikale und schützen damit die Zellen des Körpers. Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung und dem Auftreten von Alzheimer. Folsäure, Vitamin B6 sowie Vitamin B12 sind außerdem wichtig für einen gesunden Homocysteinspiegel. 

Vitamine und Vitalstoffe fürs Gehirn

• Vitamin A: Eier, Karotten, Mangold, Süßkartoffeln, Thunfisch 

• Vitamin C: Brokkoli, Paprika, Petersilie, Weißkraut, Zitrone

• Vitamin E: Nüsse, Kohlgemüse, Olivenöl, Schwarzwurzeln, Weizenkeime

• Vitamin D: Avocado, Champignons, Eier, Hering, Lachs

• Folsäure: Blattsalat, Chinakohl, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Spinat

• Vitamin B6: Bananen, Leinsamen, Pistazien, Sojabohnen, Vollkornbrot 

• Vitamin B12: Camembert, Ei, Makrele, Rindfleisch

• Gute Fettsäuren: Avocado, Hering, Lachs, Rapsöl, Walnüsse

• Antioxidantien: Datteln, Feigen, Heidelbeeren, Kaffee, grüner Tee

• Polyphenole: Äpfel, Brokkoli, Kohl, Rotwein, Zwiebeln

Macht Zucker dumm?

Zucker macht nicht direkt dumm. Wer jedoch langfristig einen zu hohen Blutzuckerspiegel und damit einen oft zu hohen Insulinspiegel hat, entwickelt eine Insulinresistenz. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, den Blutzuckerspiegel ausreichend zu regulieren, weil die Zellen nicht mehr auf Insulin reagieren.

Der Zucker bleibt im Blut, was zwei fatale Folgen hat: die Zellen – auch die Gehirnzellen – sind unterversorgt, und der Zucker im Blut führt zu Schäden an Gefäßen und Nerven. Ein gesunder Blutzuckerspiegel ist also Teil der Prävention von Demenzerkrankungen. 

 

Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit, Demenzbericht 2014 (Zugriff: 09.01.2017)

Vitamin D und Alzheimer (Zugriff: 04.01.2017) (englischsprachiger Artikel)