Frische Wildkräuter bringen Würze in unseren Speiseplan

Vor allem der intensive Bärlauchduft begleitet uns momentan auf Frühlingsspaziergängen durch Parkanlagen und Wälder. Aber auch viele andere Wildpflanzen sind schon auf Wiesen, im eigenen Garten, am Wegrand oder in Wäldern zu finden. Viele von ihnen schmecken vorzüglich in Suppen, Pestos, Salaten und Smoothies oder dienen als Garnitur oder Gewürzmischung. Außerdem sind sie ideale Heilpflanzen, regen die Herz- und Kreislauftätigkeit an, fördern die Verdauung, beruhigen oder wirken entzündungshemmend. 

Von wegen Unkraut

Als Wildkräuter werden essbare, krautige Pflanzen bezeichnet, die nicht von Menschen kultiviert werden und somit noch alle Vitamin- und Mineralstoffe einer ursprünglichen Wildpflanze (im Gegensatz zu einer Kulturpflanze) enthalten. Wildpflanzen zeichnen sich meist durch einen herben, sehr intensiven Geschmack aus. Für erste Kochversuche ist es ratsam, Wildkräuter mit milder schmeckenden Gemüsesorten (Spinat, Mangold, Salat) zu kombinieren.

Am besten starten Sie Ihre Wildkräuter-Karriere mit einer geführten Kräuterwanderung (www.wildkraeuterleben.at). Experten konkretisieren die wichtigsten Grundkenntnisse, worauf Sie achten und wo Sie vorsichtig sein müssen. Auch mithilfe von Bestimmungsbüchern wird man im Nu zum Kräuterkundigen.

Sammel-Tipps

• Die beste Zeit für das Sammeln von Wildkräutern ist der frühe Vormittag oder abends.

• Suchen Sie „unbehandelte Flächen“ auf (keine Hunde-Gassiwege, gedüngte Flächen, Viehweiden oder verkehrsreiche Gegenden).

• Ernten Sie nur gesunde, fleckenlose Pflanzen, Blätter immer vorsichtig abzupfen und nicht alle Blätter einer Pflanze pflücken. 

Die wichtigsten Frühlingskräuter

Bärlauch

Erntezeit: März bis Mai

Geschmack: scharf, nach Knoblauch

Wirkung: reich an Vitamin C, antibiotisch, entzündungshemmend, cholesterinspiegelsenkend 

Achtung: Verwechslungsgefahr mit der Herbstzeitlose oder dem Maiglöckchen!

 

Löwenzahn

Erntezeit: Februar bis Juni

Geschmack: mild, bitter

Wirkung: appetitanregend, verdauungsfördernd, entwässernd; Vitamin A, C, Karotin, Eisen und Kalium

Verwendung: nur junge Blätter verwenden, die Bitterstoffe können durch Einlegen in gesalzenes Wasser gemildert werden, gewaschene Löwenzahnwurzeln schmecken in Butter gedünstet wunderbar 

Gänseblümchen

Erntezeit: März bis Oktober

Geschmack: leicht nussig

Wirkung: stoffwechselanregend, schmerzlindernd (Wundkraut) 

Giersch

Erntezeit: März bis Oktober

Geschmack: würzig, bitter (ähnlich der Petersilie)

Wirkung: reich an Vitamin C, verdauungsfördernd, schmerzlindernd

Verwendung: junge hellgrüne Triebe verwenden, auch die (scharfen) Samen und (süßlichen) Blüten sind essbar, ältere, zähere Blätter können wie Spinat zubereitet werden. 

Guter Heinrich

Erntezeit: April bis August

Geschmack: herb, würzig

Wirkung: reich an Eisen

Verwendung: junge Blätter und Blütenstiele wie Spinat zubereiten, Blüten sind essbar 

Waldmeister

Erntezeit: April bis Juni

Geschmack: würzig, bitter

Verwendung: erst nach dem Trocknen entfaltet der Waldmeister sein volles Aroma

Achtung: zu viel Waldmeister kann zu Kopfschmerzen führen

 

Wildkräuter tragen zum typischen Erscheinungsbild des Frühlings bei. Sie sind frisch geerntet wertvolle Lieferanten von Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Substanzen; außerdem macht das Sammeln großen Spaß. Zudem bringen sie reichlich Farbe und Würze auf den Teller. 

Probieren Sie unsere Rezepte mit den Frühlingsboten gleich aus!

 

Quellen:

Wildkraeuterleben

Keimlinge & Sprossen