Getreidereis – ein klimafreundliches Lebensmittel mit Gesundheitsplus

Reis ist für uns ein ganz alltägliches Lebensmittel. Er zählt global gesehen zu den wichtigsten Getreidearten und dient einem Großteil der Weltbevölkerung als Grundnahrungsmittel. Bei der Betrachtung des Marktangebotes kann aus ca. 8000 Sorten Reis nach botanischen Gesichtspunkten und hinsichtlich des Verarbeitungsgrades und Verwendungszweckes ausgewählt werden. 

Auch wenn der Reisanbau das Überleben von mehr als drei Milliarden Menschen in entscheidendem Maße sichert, ist der Reis durch Anbaumethode, Ernte, lange Transportwege, Lagerung und Weiterverarbeitung in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmend in die Kritik geraten.

 

Traditionelles, heimisches Handwerk der Getreideverarbeitung

Eine gute heimische Alternative zum herkömmlichen Reis bietet der Getreidereis. Die Methode des Schleifens von Getreide wurde früher vor allem bei der Gerste angewendet. Sie wurde als Rollgerste vermarktet und ist auch heute noch recht populär. Auch Dinkel ist in Österreich als Dinkelreis schon lange bekannt. Nun werden auch zunehmend andere Urgetreide wie Bergweizen, Einkorn, Roggen, Emmer, Waldstaudekorn, Nacktgerste, Nackthafer, usw. zu „Reis“ veredelt. 

Getreidereis wird so hergestellt, dass die verschiedenen Getreidekörner schonend geschliffen und poliert werden. Ein geringer Teil der äußeren Getreidehülle (Kleie) wird dabei entfernt um den Kochvorgang abzukürzen. Der Großteil der wertvollen Kleie und der Keimling bleiben erhalten. 

 

 

Das wertvolle Getreide bereichert den Speiseplan in jeder Hinsicht. 

Die Verwendung der Reisearten ist nahezu unbegrenzt, hier einige Beispiele:

  • Einkornreis ist für Getreidereiseinsteiger ein wunderbarer Reisersatz. Hervorzuheben ist sein zarter, leicht nussiger Geschmack.
  • Dinkelreis hat einen sehr aromatischen, nussigen Geschmack und ist universell einsetzbar, z.B. als Beilage, für Reissalate und Reisfleisch.
  • Emmerreis stellt den Klassiker für Risottogerichte dar.
  • Waldstaudekörner sind dunkel, feinwürzig und leicht süßlich schmeckend und sind eine tolle Alternative für den handelsüblichen Wildreis.
  • Nackthaferreis lässt sich in der süßen Reisküche optimal verarbeiten.
  • Rollgerste hat ihren festen Platz bei rustikalen und traditionellen Gerichten.

 

Die Grundzubereitung unterscheidet sich kaum von der klassischen Reiszubereitung. Den Getreidereis mit kaltem Wasser abspülen, in etwas Pflanzenöl kurz anschwitzen, mit doppelter Menge Flüssigkeit (je nach Verwendung: Wasser, Suppe, Milch,…) aufgießen. Je nach Korngröße 20 bis 30 Minuten köcheln und anschließend ausquellen lassen. 1 Tasse Getreidereis ergeben 4 Portionen als Beilage, bzw. 2 Portionen als Hauptspeise.

 

Getreidereis enthält wertvolle Inhalts- und Geschmackstoffe, macht satt und stellt somit einen wertvollen Beitrag zur bewussten Ernährung dar. Der Kochvorgang ist im Vergleich zum unbehandelten Getreidekorn aber stark verkürzt, somit entspricht Getreidereis den Ansprüchen einer zeitgemäßen und leichten Küche. Im Gegensatz zum herkömmlichen Reis benötigt der Getreidereis weniger Wasser beim Anbau und spart lange Transportwege. 

Setzen Sie bewusst regionale Getreidespezialitäten in Ihrer Speiseplangestaltung um und erkennen Sie die geschmacklichen und gesundheitlichen Vorzüge!

Inzwischen produzieren viele Biobetriebe Getreidereis, einige Sorten sind bereits auch im Handel erhältlich.

 

Bezugsquellen, Rezepte und Buchempfehlung:

 

Link zum Rezept der Woche:

Rollgerstenrisotto mit Tomaten und Feta