Jahr der Hülsenfrüchte: das Potenzial der Lupinen

Die UNO hat das Jahr 2016 zum „Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte" ausgerufen – um auf die Bedeutung der Hülsenfrüchte für die Ernährungssicherheit in vielen Ländern aufmerksam zu machen. Zusätzlich möchte die UNO hervorheben, dass der Verzehr von Hülsenfrüchten als Teil einer gesunden Ernährung empfohlen wird. 

Tofu, Falafel und Humus – die internationale Küche kommt ohne Hülsenfrüchte nicht aus. In Kulturkreisen, in denen traditionell wenig Fleisch verzehrt wird oder werden kann, sind Hülsenfrüchte die wichtigste Proteinquelle. Und mit dem anhaltenden Trend einer Abkehr von hohem Fleischkonsum bekommen Hülsenfrüchte auch in europäischen Ländern einen neuen Stellenwert.

Neben Bohnen, Erbsen, Linsen und Kichererbsen zählen Lupinen ebenfalls zu den Hülsenfrüchten. Bisher galt die Lupine vorwiegend als Tierfutter – oder als bunte Zierpflanze im Garten.

Doch schon die Ägypter, Griechen und Indios kannten die Lupine als Nahrungsmittel. Allerdings enthielt die „Urform“ einen hohen Anteil an giftigen und bitteren Alkaloiden. Heute werden gelbe, weiße oder blaue Lupinen im Mittelmeerraum, in Europa und vielen Regionen weltweit nahezu alkaloidfrei gezüchtet. Der oft verwendete Begriff „Süßlupine“ weist nicht auf die Süße im Geschmack hin, sondern darauf, dass sie kaum mehr Bitterstoffe enthält.

 

Lupinen bergen eine ganze Reihe von Vorteilen

Lupinen haben einen hohen Proteingehalt, enthalten keine Stärke und kein Gluten, aber einen beachtlichen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und zweitrangigen Pflanzenstoffen. Obwohl Lupinen zur Gruppe der Hülsenfrüchte zählen, wirken sie weniger blähend als z. B. Bohnen.

Das enorme Anti-Allergiepotenzial schätzen vor allem Soja- und Milcheiweißallergiker. Dennoch zählen Lupinen und Produkte daraus zu den 14 häufigsten Auslösern von Allergien und müssen daher EU-weit gekennzeichnet werden. Menschen, die unter Gicht und anderen rheumatischen Erkrankungen leiden, können Lupinen übrigens bedenkenlos konsumieren, denn sie sind purinfrei.

 

 

Brotbestandteil und Fleischersatz

Meist werden Lupinen als Mehl verarbeitet. Neben Mehl sind auch Grieß, Schrot und Kleie aus Lupinensamen am Markt. Aufgrund des hohen Fettgehaltes muss das Mehl lichtgeschützt gelagert werden, aber der Fettanteil dient auch als gutes Bindemittel beim Brotbacken. Brot enthält durch die Beigabe von Lupinenmehl eine gelbe Färbung und einen leicht nussigen Geschmack. Lupinenmehl kommt immer häufiger als Sojaalternative ins Brot, in Gebäck und Feingebäck.

Der Markt für Fleischersatzprodukte wächst rasant, was für Lupinen und ihre Produktvielfalt ein großes Potenzial birgt. Hier stellt sich allerdings die Frage, wo die Natürlichkeit bleibt, wenn Schnitzel und Würstel aus Lupinen am Speiseplan stehen, da diese Fleischersatzprodukte meist stark verarbeitet werden.

 

Mit etwas Spürsinn finden sich erste Lupinen-Produkte im Supermarkt, ein paar Beispiele:

Lupinenmehl

Lopino: topfenähnliches Eiweißkonzentrat (Tofu)

Lupinenmilch

Lupinenkaffee

Okara: getrocknete Fasern der Schale für Backwaren, Cerealien und Feinkostprodukte

Loyu: Flüssigwürze

Tirmis: gequollene Lupinensamen, die im Mittelmeerraum als Snack gereicht werden

 

Experimente werden zurzeit mit Mayonnaise, Wurst, Desserts, Eis, Pizza und Nudeln aus Lupinen durchgeführt. 

Fazit: Lupinen weisen zahlreiche Vorteile auf, die sie zu einem wertvollen Beitrag unserer Ernährung machen können. Der hohe Eiweißanteil, der geringe Kohlenhydratanteil und der problemlose Anbau in Mitteleuropa sorgen dafür, dass Lupinen an Bedeutung gewinnen. Ob es die sehr stark verarbeiteten Produkte sein müssen, ist fraglich.

 

Weiterführende Informationen:

Generali Gesundheitscoaching

UNO-Resolution