Lust auf Süßes oder Knuspriges zwischendurch?

Ab und zu überkommt jeden von uns Heißhunger auf etwas Knuspriges oder Süßes. Beliebte Snacks sind aber üblicherweise sehr fett- und zuckerhaltig. Eine leckere und gesunde Snackalternative sind gedörrte Fruchtscheiben, Chips aus Obst und Gemüse oder Fruchtleder als „Gummibärli“-Ersatz.

Haltbarmachung durch Trocknen

Das Trocknen oder Dörren ist eine der ältesten und einfachsten Konservierungsmethoden. Mit trockener, warmer Luft und ausreichend Zeit entstehen leckere haltbare Vorräte und Snacks ohne besondere Hilfsmittel oder komplizierte Rezepte.

Trocknen: Natürliche Trocknung von Lebensmitteln ohne zusätzliche Wärmezufuhr.

Dörren: Trocknen mithilfe einer künstlichen Wärmequelle wie Backofen oder Dörrapparat.

Wie funktioniert das Prinzip des Trocknens?

Bakterien und Schimmelpilze, die in frischen Lebensmitteln für den Verderb verantwortlich sind, können in Getrocknetem nicht überleben. Während frisches Obst und Gemüse zwischen 80 und 95 Prozent aus Wasser besteht, wird beim Trocknen der Wassergehalt auf unter 15 Prozent gesenkt. Alle Nähr-, Mineral-, Ballast- sowie Aroma- und Geschmacksstoffe bleiben jedoch in konzentrierter Form erhalten. In 100 Gramm Trockenfrüchten befinden sich die Mineralstoffe eines Kilos frischen Obstes; hitzeempfindliche Vitamine werden beim Trocknen aber leider zerstört.

Vorteile getrockneter Lebensmittel

• Getrocknete Lebensmittel sind dauerhaft und platzsparend ohne Energieaufwand lagerfähig.

• Getrocknete Zutaten lassen sich einfach portionieren.

• Trocknen ist eine schonende Methode, die ohne Einsatz von Konservierungsstoffen oder anderen Zusatzstoffen auskommt (Achtung: Bei industrieller Herstellung wird meist Schwefel oder Sorbinsäure eingesetzt).

• Aufgrund des hohen Ballaststoffgehaltes sind Trockenfrüchte besonders gesund für den Verdauungstrakt.

• Trockenfrüchte bestehen zu 50 bis 70 Prozent aus Fruchtzucker – daher sollte Trockenobst nur in kleinen Mengen verzehrt werden.

Es gilt die Regel: Getrocknetes Obst und Gemüse sind eine gesunde Alternative zu Knabbereien und Süßigkeiten, ersetzen aber in keinem Fall frisches Obst und Gemüse und sollten daher in sehr kleinen Mengen, aber mit Genuss verzehrt werden.

 

Kokos-Ananasscheiben

Zutaten:

• 1 Stück Ananas frisch

• 70 g Kokosflocken

Zubereitung:

1. Ananas vorbereiten: Strunk entfernen und die Ananas in 4 mm dicke Scheiben schneiden. Mit einem runden Ausstecher Scheiben ausstechen, sodass die Schale ganz entfernt wird. 

2. Die Ananasscheiben beidseitig durch die Kokosflocken ziehen und auf ein Backblech legen.

3. Ca. 12 Stunden bei 47 °C trocknen lassen.

Kiwi-Fruchtleder 

Unter Fruchtleder versteht man ein Püree aus rohem Obst (oder Gemüse), welches sehr dünn auf ein Blech gestrichen und ein paar Stunden getrocknet wird. Der konzentrierte Geschmack erinnert an Fruchtgelee. Durch die lederartige Konsistenz können die Fruchtmatten beliebig geformt werden. Ein idealer Snack aus 100 Prozent Obst. 

Zutaten:

• 140 g Kiwis

• 50 g Banane

• 20 g Rohzucker

• 1 EL Zitronensaft

Zubereitung:

1. Kiwis schälen und mit der Banane, dem Zucker und dem Zitronensaft pürieren.

2. Das Püree wird gleichmäßig dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen.

3. Die Fruchtmatte wird zuerst 30 Minuten bei 60 °C und dann drei Stunden bei 47 °C getrocknet.

4. Das Fruchtleder ist fertig, wenn man mit den Fingern darüberstreichen kann, ohne es zu „zerknittern“; die Oberfläche fühlt sich weich und glatt an.

5. Das fertige Kiwi-Leder kann mit Ausstechformen, einer Zackenschere, mit der Nudelmaschine … in die gewünschte Form gebracht werden.

Getrocknete Tomaten

Zutaten:

• 10 Stück Tomaten frisch

• 2 Zehen Knoblauch

• Salz, Zucker

• 2 EL Olivenöl

• Je 2 Zweige Rosmarin und Thymian

Zubereitung:

1. Tomaten vorbereiten: waschen, halbieren und den Strunk entfernen.

2. Marinade herstellen: Knoblauch fein hacken und mit Olivenöl, Rosmarin, Thymian, Salz und Zucker mischen.

3. Die Tomatenhälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech legen und mit der Marinade bestreichen.

4. Die Tomaten je nach Größe ca. fünf Stunden bei 70 °C trocknen lassen.

 

Rezepte für leckere Gemüsechips finden Sie hier.

 

Quelle:

Louis, Linda: Getrocknete Köstlichkeiten. Gemüsechips, Fruchtleder, Obstcracker, Müsliriegel & Co. Leopold Stocker Verlag: 2013