Milch und ihre pflanzliche Alternativen

Das Nährstoffprofil von Milch ist einmalig und in seinem Wert kaum zu imitieren. Milch stellt die beste Kalziumquelle dar und liefert reichlich wertvolles Protein, Kalium, Zink, Jod und B-Vitamine. Drei Portionen fettarme Milch und Milchprodukte sollten pro Tag am Speiseplan stehen; trotzdem verdrängen immer mehr Menschen die Kuhmilch aus ihren Kühlschränken. 

Mögliche Gründe für den Verzicht auf echte Milch gibt es viele. Veganer passen sicherlich anteilig zu den größten Milchersatz-Konsumenten. Aber auch religiöse, ethische, kulturelle, geschmackliche oder gesundheitliche Gründe gibt es, um nach Milchalternativen zu suchen – Laktoseintoleranz ist hier eine der bekanntesten Ursachen.

Zusätzlich tauchen immer wieder diverse Vorwürfe und negative Schlagzeilen zum Gesundheitswert von Milch auf. Mythen, wie Milch macht dick, trägt zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes bei, verschleimt Hals, Nase und Rachen und ist ein Kalzium-Räuber, verunsichern die Konsumenten. 

 

Was ist ein Milchersatz?

Getreidemilch

Weicht man Getreide wie Reis, Hafer, Dinkel, Roggen oder Einkorn in Wasser ein, kocht, püriert und siebt es hinterher, entsteht eine helle Flüssigkeit, die geschmacklich und im Hinblick auf die Textur an Milch erinnert. Zur Emulsionsbildung und geschmacklichen Verfeinerung kommen noch Sonnenblumen- oder Distelöl hinzu. Getreide-Drinks schmecken von Natur aus leicht süßlich.

Sojamilch

Der Sojadrink ist die am weitesten verbreitete Milch-Alternative, weil er einen annähernd so hohen Proteingehalt wie Kuhmilch aufweist und für fast alle Zubereitungsmöglichkeiten gut geeignet ist. Der Drink wird durch Einweichen von getrockneten Sojabohnen hergestellt und enthält neben Proteinen wenig Fett, kein Cholesterin, ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe.

Nussmilch

Das Fruchtfleisch von Kokosnüssen bzw. die Nüsse werden gemahlen, eingeweicht, gekocht und abgeseiht. Der größte Unterschied zur Getreidemilch ist ihr wesentlich höherer Fettgehalt. 

Pflanzliche Ersatzgetränke für Milch können gerne als geschmackliche Abwechslung im Speiseplan verwendet werden, sollten aber ohne Vorliegen von gesundheitlichen Gründen nicht als vollständiger Ersatz für Milch dienen. Um dies zu verdeutlichen, ist die Verwendung des Begriffes Milch für Milchersatz auch nicht gestattet. Es gibt beispielsweise keine Hafermilch, sondern nur einen Haferdrink. 

Die Verwendung von Milchalternativen ist im Prinzip die gleiche wie bei Kuhmilch. Puddings, Kuchen, Kekse, Eis, Frühstücksbreie, Getränke und Teige wie z. B. der Palatschinkenteig lassen sich mit ein paar (Konsistenz-)Unterschieden gleich zubereiten.

Tipp für die Outdoor- und Urlaubszeit: Pflanzliche Milchersatzgetränke müssen nicht gekühlt werden und eignen sich so für längere Autofahrten, Nachtfahrten und wärmere Temperaturen im Auto, beim Zelten oder Wandern. 

 

 

 

Milch und Milchprodukte neu entdecken durchs Selbermachen

Einige Milchprodukte lassen sich mit wenig Aufwand in der eigenen Küche herstellen. Der Aufwand wird mit natürlichem Geschmack belohnt und ist vielleicht ein Anreiz, wieder mehr Wert auf Milch und Milchprodukte zu legen. 

Buttermilch: Die frische, lauwarme Milch wird in einem Gefäß mit 2 EL Essig oder Zitronensaft vermengt. Nach ca. 15 Minuten dickt die Milch ein und kann in einem abgedeckten Glas bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. 

Joghurt: 1 Liter Bio-Milch auf 37° C erhitzen und 200 Gramm Bio-Naturjoghurt (oder eine Messerspitze Milchsäurekulturen) zugeben, umrühren und in kleine Gläschen abfüllen. Die Gläser ins vorgeheizte Backrohr bei 45° C stellen, nach 15 Minuten den Ofen ausschalten. Tipp: Wenn bei Milch und Joghurt der gleiche Fettgehalt gewählt wird, wird das Joghurt fester. Alternativ kann natürlich (falls vorhanden) ein Joghurtbereiter als Hilfsmittel verwendet werden.

Milchkefir: Ein geeignetes Glas mit Kefirknöllchen und zimmerwarmer Milch füllen, verschließen und für ca. zwei Tage an einem lichtgeschützten Platz aufstellen. Dann durch ein Sieb abgießen und das prickelnd-schäumende Milchgetränk genießen. Die Kefirknöllchen werden abgespült und wiederverwendet. Info: Kefirknöllchen enthalten Milchsäurebakterien und Hefekulturen, die den Milchzucker in Kohlensäure und Alkohol umwandeln. Kefirpilze werden sehr gerne im Freundeskreis weitergegeben oder im Internet bestellt.

Schüttelbutter: Füllen Sie einen Becher Schlagobers in ein Schraubglas und verschließen Sie es gut. Anschließend wird das Glas so lange geschüttelt, bis sich ein Butterklumpen bildet. Durch ein Sieb die Flüssigkeit von der Butter trennen. Die Butter kann mit Salz oder frischen Kräutern verfeinert werden. Sehr nett ist es auch, die selbst gemachte Butter mit Ausstechern (Blumen …) anzurichten.