Pannen in der Küche: kleine Tricks – große Wirkung

Ob geübt oder ungeübt in der Küche – kleinere und größere Küchenkatastrophen sind jedem schon einmal passiert. Die meisten Pannen geschehen nicht aus Unkenntnis, sondern weil man einen Augenblick lang unaufmerksam oder abgelenkt ist oder weil mehrere parallel zubereitete Speisenkomponenten im Auge behalten werden müssen.

In den seltensten Fällen ist es notwendig, die Speisen zu entsorgen. Für viele Missgeschicke gibt es einfache Gegenmittel, die den schlimmsten Schaden beseitigen. Oder kündigen Sie einfach das Essen als neues Gericht an …

Für die häufigsten Pannen stellen wir Ihnen heute einfache Lösungen vor:

Würzpannen

Versalzene Flüssigkeiten: können durch Flüssigkeitszugabe verdünnt werden; reicht dies nicht aus, wird durch Mitkochen einer Brotrinde bzw. von rohen Kartoffelscheiben oder Reiskörnern (in einer Gewürzkugel) überschüssiges Salz gebunden.

Versalzener Salat: den Salat nochmals kalt abspülen und mit einer neuen salzfreien Marinade anrichten. 

Das Essen ist zu scharf gewürzt: Saucen können mit Milch, Obers oder Crème fraîche gemildert werden. Bei asiatischen Gerichten eignet sich Kokosmilch.

Das Dessert ist zu süß gewordenDa hilft Säure – ein Schuss Zitronensaft oder Apfelessig neutralisiert den Süßegrad.

Rettungsdienst für angebrannte Speisen

Die Milch geht über oder brennt an: Wenn Sie den Topf vor Erhitzen der Milch mit kaltem Wasser ausspülen (oder den Topfboden mit Butter einpinseln), brennt Milch nicht an. Lassen Sie einen Löffel beim Erhitzen im Topf, dann kocht die Milch nicht über.

Verbrannte Speisen: Zunächst ist es wichtig, angebrannte Speisen nicht mehr umzurühren, damit sich der verbrannte Geschmack nicht in der ganzen Speise verteilt. Vorsichtig das Essen in einen neuen Topf füllen und nochmals nachwürzen. Auch grob gewürfelte Zwiebelstücke nehmen den verbrannten Geschmack auf und können leicht wieder entfernt werden.

Angebrannter Kuchen: Ist der Kuchen während des Backens außen schon dunkel, aber noch nicht durchgebacken, kann man ihn mit Alufolie abdecken und fertig backen lassen. Anschließend den Kuchen auskühlen lassen, angebrannte Stellen entfernen und für die Optik mit Zucker bestreuen oder glasieren.

Reinigung von angebrannten Rohren und Herdplatten: Als super Saubermacher eignet sich Salz, dass auf die angebrannten Stellen gestreut wird. Anschließend lässt sich die Verschmutzung leichter entfernen.

Pannen bei der Zubereitung

Wie vermeidet man Ölspritzer beim Braten? Beim scharfen Anbraten von Speisen ein paar Salzkörner oder eine rohe Scheibe Kartoffel dem Fett zugeben.

Klumpen in der Sauce: Passieren Fehler beim Binden einer Speise, entweder die Sauce pürieren oder durch ein feinmaschiges Sieb streichen.

Sauce ist zu fettig: Geben Sie Eiswürfel in ein Tuch und halten Sie es in die heiße Sauce. Das Fett erstarrt durch die Kälte und bleibt im Tuch hängen.

Cremedessert wird nicht fest: Angerührte Speisestärke oder Gelatine in das Dessert einrühren. Alternativ kann die Creme auch eingefroren und als Eis serviert werden.

Gelatineklümpchen in der Creme: Die Creme vorsichtig erwärmen und glatt rühren. Gelingt nur, wenn noch kein Schnee oder Obers untergehoben war.

Obers/Eiweiß lässt sich nicht steif schlagen: Alle Geräte, Rührstäbe, Schüssel und Obers kühl stellen und es erneut versuchen. Zum Eiweiß Zitronensaft oder Salz zugeben, ebenfalls kühlen (verunreinigtes Eiweiß lässt sich nicht retten).

Butter ist zu hart: Die Butter ein paar Minuten mit einer heißen Schüssel abdecken.

Kein Backpulver zu Hause: Fehlt Backpulver als einzige Zutat beim Kuchenbacken, eignen sich auch 3–4 EL Rum hervorragend als Triebmittel.

Der Kuchen lässt sich nicht stürzen: Ein feuchtes Küchentuch um die Form legen und nach ein paar Minuten erneut versuchen (funktioniert auch, wenn man ein Backpapier abziehen möchte).

Unangenehme Gerüche in der Küche oder im Kühlschrank: Wenn es in der Küche unangenehm riecht, hilft aufgekochtes Zimtwasser; zur Neutralisation von unerwünschten Gerüchen im Kühlschrank einfach ein Packerl Backpulver auf einen Teller streuen und im Kühlschrank platzieren (muss nur einmal im Monat gewechselt werden).

Zerkochte Lebensmittel

Ist das Essen zu lange auf dem Herd, kann es nicht nur anbrennen, sondern auch verkochen. Neben der richtigen Einschätzung der Garzeit ist es auch wichtig, den Garprozess durch Abschrecken oder Abgießen des Kochwassers abzubrechen.

Auch verkochte Lebensmittel müssen auf keinen Fall entsorgt werden – mit etwas Kreativität entstehen wunderbare Ersatzgerichte. Zum Beispiel können zerfallene Kartoffel zu Püree oder Teigen verarbeitet werden, matschige Nudeln passen in ein Pfannengericht und zerkochtes Gemüse lässt sich hervorragend zu Cremesuppen und Gemüsesaucen verarbeiten. 

Tipp: Zu lange gekochtes Gemüse erhält seine Knackigkeit auch durch Einlegen in Eiswasser zurück.

Wie werden welke Küchenkräuter wieder frisch? Die Kräuter in ein Glas Zuckerwasser oder in lauwarmes Wasser mit einem Schuss Zitronensaft legen – schon sind sie wieder wie frisch gepflückt. Das funktioniert auch mit den meisten Salaten und Gemüsesorten (nur muss der Nährstoffverlust durch Auslaugen beachtet werden).