Sportlich, fit und gesund mit E-Bikes

Genau genommen heißen sie ja Pedelecs (Pedal Electric Cycle) und nicht E-Bikes: Jene Fahrräder, die nur beim Treten der Pedale durch einen kleinen Elektromotor zusätzlich angetrieben werden – wobei sich in Österreich und Deutschland allgemein der Begriff E-Bike durchgesetzt hat. 

Lange Zeit wurden diese Räder mit Zusatzantrieb belächelt oder gar abwertend als eine Art Pensionisten-Gefährt abgetan. Dies hatte einerseits damit zu tun, dass Radfahren zu einem sehr großen Anteil als sportliche Aktivität verstanden wird und oft erst an zweiter Stelle als Verkehrsmittel gesehen wird. Andererseits waren die ersten E-Bikes, als sie um das Jahr 2010 immer häufiger zu sehen waren, gelinde gesagt nicht sehr ästhetisch. Die sehr klobig wirkenden Elektroaggregate am Fahrradrahmen passten so gar nicht in die Vorstellung wie ein schickes Fahrrad auszusehen hatte.

 

Ein unaufhaltsamer Trend

Heute wissen wir, dass der Anteil der verkauften E-Bikes in Österreich und Deutschland bereits 12,5 % beträgt und dieser Anteil von Jahr zu Jahr um ca. 15 bis 20 % wächst. Manche gehen sogar davon aus, dass bald gar keine Räder mehr ohne elektrischen Zusatzantrieb gebaut werden könnten. Kein geringerer als der als Erfinder des Mountainbikes geltende Amerikaner Gary Fisher hat bei einer Fahrradmesse im Jahr 2014 das E-Bike als "the next big thing" bezeichnet. 

Nun, betrachtet man das Fahrrad als Verkehrs- oder Freizeitmittel, also um damit zur Arbeit zu fahren oder am Wochenende schnell ins Eiscafé, dann ist ein Zusatzantrieb vielleicht für viele noch nachvollziehbar. Aber bei einem Mountainbike? Ist ein Antriebsaggregat am Fahrrad nicht genau das Gegenteil von dem, was mit einem Mountainbike gemeinhin verbunden wird: Sportlichkeit, Kondition, Eigenleistung, Gesundheit? Viele Mountainbiker schütteln auch heute noch den Kopf, wenn ihnen im Wald ein E-Biker entgegen kommt, oder sie (noch schlimmer!) bergauf überholt.

 

E-Mountainbikes sind sportlich – und erfordern Geschick!

Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben nicht nur zu einer Verbesserung der Einsatzfähigkeit geführt, sondern E-Bikes (besonders E-Mountainbikes) auch optisch immer ansprechender werden lassen. Manchmal ist der Motor schon so gekonnt in den Fahrradrahmen integriert, dass er auf den ersten Blick kaum mehr zu erkennen ist. Besonders für den sportlichen Einsatz am Mountainbike wird dem E-Antrieb eine große Zukunft vorausgesagt.

Es ist dies eine Mischung aus der Trial-Technik, wie man es aus dem Motocross-Bereich kennt und dem ursprünglichen Mountainbiken. "Uphill Flow" nennt dies etwa die Firma Bosch, die mit ihrem E-Bike-System einer der wichtigsten technischen Ausstatter der Szene geworden ist. Mountainbike-Trial Experten wie der mehrfache Trial-Weltmeister Stefan Schlie entwickeln dafür eigene Bewegungstechniken wie etwa das "Antippen". Dabei wird die eigene Fahrtechnik mit der zusätzlichen Antriebskraft des unterstützenden Motors kombiniert und damit das Bergauffahren im steilen, schwierigen Gelände vergleichsweise spielerisch möglich gemacht.

 

Der Trend zum Alltag

Mountainbiken gilt als eine der beliebtesten und gesündesten Freizeitaktivitäten. Das sportliche Bewegen auf einem Rad in der freien Natur hilft uns dabei gesund und körperlich fit zu bleiben. Neben der Vorbeugung von Herz-Kreislauf Erkrankungen gilt Radfahren aus orthopädischer Sicht als sehr gelenksschonend und wird für die erfolgreiche Rehabilitation nach Knieverletzungen empfohlen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Knieverletzungen treffen aber auch Menschen, die normalerweise kein Fahrrad oder gar Mountainbike nutzen würden. Mit der Verbreitung der E-Mountainbikes wird die Einstiegshürde für einen bis dahin eher unsportlichen Personenkreis etwas geringer. Da sich der E-Motor nur dann unterstützend einschaltet, wenn der Fahrer auch wirklich in die Kurbel tritt, ergibt sich auch bei E-Mountainbikes für den Fahrer immer ein sportlicher Effekt. E-Mountainbikes können somit  ein Mittel sein, um tendenziell unsportliche Menschen für Sport zu begeistern oder sie bei der Heilung von Gelenksverletzungen zu unterstützen. 

 

Radfahren für Herzpatienten 

Der deutsche Hersteller Corratec hat bei der letzten Fachmesse Eurobike 2015 ein "E-Power Life Bike" vorgestellt, das speziell für Herz- und Arthrosepatienten entwickelt worden ist. Über einen Brustgurt werden dabei immer die aktuellen Daten zu Puls und Kalorienverbrauch auf einem Display am Lenker angezeigt. Durch den verstärkten Rahmen mit der ergonomisch sinnvollen tiefen Einstiegsform soll das E-Bike für Personen mit körperlichen Einschränkungen interessant werden.

 

Der gesellschaftliche Aspekt: Alle radeln gemeinsam! 

Mit E-Bikes und E-Mountainbikes können plötzlich drei Generationen einer Familie gemeinsam Sport machen. Die ältere Generation kann durch die Motorunterstützung mit den Enkeln mithalten. Neben dem allgemeinen Wohlbefinden und einer intakten Familienbeziehung dient dies immer auch der Gesundheit und körperlichen Fitness, die gerade im Alter immer wichtiger wird.