Süßes für Groß und Klein – wie viele Süßigkeiten sind noch gesund?

Wir können ja gar nichts dafür!

Die Vorliebe für den süßen Geschmack ist uns angeboren, denn schon das Fruchtwasser im Mutterleib sowie unsere erste Nahrung, die Muttermilch, schmecken leicht süß. Mit diesem Geschmack werden somit angenehme Gefühle wie Sicherheit, Geborgenheit und schnelle Energie verknüpft. Kaum jemand ist daher dem süßen Geschmack ernsthaft abgeneigt. 

Genussmittel Zucker

Wenn wir über Süßigkeiten sprechen, meinen wir zumeist zuckerhaltige Genussmittel wie Schokolade, Kekse, Fruchtgummi oder Eis. Achtet man allerdings genauer auf die Zusammensetzung von Lebensmitteln, dann bemerkt man schnell: Zucker versteckt sich auch in Fertiggerichten, Saucen und auf dem ersten Blick in gesunden Lebensmitteln wie etwa Müsli. Daher ist, selbst wenn man nicht einmal explizit zu Süßigkeiten greift, das Tageshöchstmaß an Zuckerzufuhr schnell ausgereizt.

Wie viel Zucker pro Tag ist okay?

Der Konsum von Süßigkeiten und Mehlspeisen wird sogar in der allgemeingültigen Ernährungspyramide berücksichtigt. Wer sich in der Basis gesund, das heißt mit einer gesunden Mischung aus Gemüse, Obst, Getreideprodukten sowie Eiweißlieferanten ernährt, darf auch mit gutem Gewissen naschen.

Die akzeptable Menge an Süßigkeiten richtet sich dabei nach dem individuellen Kalorienbedarf, denn 10 % davon dürfen in Form von Süßem gegessen werden. 

Der Tageskalorienbedarf liegt für Frauen bei etwa 2.000 Kalorien, für Männer je nach Körperbau etwas höher. Bei Volksschulkindern kann von einem Kalorienbedarf von 1.500 Kalorien ausgegangen werden, in der Pubertät reicht der Bedarf sogar bis zu 3.000 Kalorien.

Dementsprechend ist es für Kinder in Ordnung, etwa 150 Kalorien pro Tag in Form von Süßigkeiten zu sich zu nehmen. Teenager und Erwachsene dürfen 200–300 Kalorien für Süßes einplanen. Dies gilt aber nur, sofern auch auf versteckten Zucker geachtet wird und keine süßen Getränke konsumiert werden.

 

150 Kalorien stecken etwa in:

- ½ Packung Waffelschnitten

- 2 Butterkeksen und 1 Kugel Eis

- 1 Müsliriegel und 6 Gummibärli

- 1 Milchschnitte und 2 Zuckerl

- 30 g (2 EL) Nutella

Süßigkeiten-Management

Den richtigen Umgang mit Genussmitteln kann man lernen. Für Kinder steht dabei an erster Stelle die Beobachtung der eigenen Eltern. Greift die Mama tagsüber immer wieder zu Schokolade oder trinkt der Papa nur Eistee und Cola, wird auch das Kind kein anderes Verhalten an den Tag legen. 

Doch auch das absolute Verbot von Süßigkeiten ist meist nicht sinnvoll. Wir Erwachsenen kennen es ja selbst zu gut, dass man dann erst recht und ständig daran denkt. Und Kinder können durchaus kreativ werden, um sich Zugang zu Süßem zu verschaffen.

Bei Kindern ab fünf Jahren ist es geschickter, die Verantwortung auch ein Stück weit an das Kind abzugeben, etwa mit einer eigenen Schatztruhe, wo die Süßigkeiten für eine Woche hineinkommen. Wann und wie viel das Kind nun davon nehmen möchte, bleibt ihm überlassen. Der einzige Punkt, an dem die Eltern konsequent sein müssen, ist jener, die Schatztruhe erst nach Ablauf einer Woche wieder aufzufüllen. 

Regeln zum Umgang mit Süßigkeiten – gültig für Groß und Klein

1) Süßigkeiten nie statt echtem Essen! 

2) Süßes nicht nebenbei beim Erledigen von Aufgaben, Fernsehen oder Spielen naschen. 

3) Am besten planen Sie eine Portion Süßes als kleines Dessert nach dem Mittagessen ein. So steigt der Blutzuckerspiegel nicht so rasch an.

4) Als gute Faustregel gilt: Ein Kind darf einmal am Tag maximal eine eigene Handvoll Süßes essen. Kleine Kinder mit kleinen Händen bekommen etwas weniger, größere Kinder ein bisschen mehr. 

5) Einmal am Tag reicht – Süßes sollte nicht ständig verfügbar sein.

6) Keine Süßigkeiten als Belohnung, Trost oder Beruhigung! Ist dieses Muster erst einmal geprägt, werden es Kinder auch als junge Erwachsene nur mehr schwer los.

Gesünder Naschen durch Fruchtzucker?

Isolierter Zucker ist für uns Menschen nicht essenziell, egal ob es sich um Rübenzucker, Rohrzucker oder Fruchtzucker handelt. Gesünder ist der Zucker aus Obst nur, solange er auch mit dem Obst – und dieses nicht ausgepresst in Säften – konsumiert wird oder er nicht als isolierter Fruchtzucker Getränken zugesetzt wird. 

Gesunde Alternativen aus echtem Obst sind rasch selbst hergestellt: Man kann Eis aus gefrorenen Früchten pürieren, eine Topfencreme mit Fruchtmus zubereiten oder Obstsalat mit Nüssen anbieten. Wichtig ist dabei: Diese Alternativen müssen greifbar sein. Denn wenn Obst in Spalten schon geschnitten am Tisch steht, greifen Groß und Klein gleich viel lieber zu!