Was genießen Sie heute?

 

Wie wird man mit kleinen Schritten zum echten Genießer? Durch Sinnes- und Genussschulungen können Lebensmittel und die tägliche Nahrungsaufnahme eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Genusskiller

Können wir neben Stress und Hektik, Zeitmangel, all den Angeboten von Fertiggerichten, süßen Snacks oder Fast Food überhaupt wahre Genießer sein?

Auch Medien und Experten machen es uns nicht leicht. Erbarmungslos werden uns ständig unsere Schwächen aufgezeigt: Wir ernähren uns nicht ausgewogen, Übergewicht und die Zahl der ernährungsmitbedingten Erkrankungen nimmt ständig zu. Und schnell haben wir alle ein schlechtes Gewissen beim Essen.

Die Folgen kennen wir: Diät halten, Verzicht auf Lieblingsspeisen, Kalorien zählen, Angst vor Fett… Da kommen auch Meldungen wie „Schokolade macht glücklich“ oder Kochbücher mit speziellen Lebensmittelempfehlungen gegen alle möglichen Missempfindungen, z.B. Stress, Schlaflosigkeit, Akne, Wetterfühligkeit etc. wie gerufen. Am Ende wird Essen so jedoch zum Frusterlebnis.

 

Der Schlüssel zum lustvollen, wohltuenden Essen heißt ganz einfach „Genuss“!

Natürlich muss uns das Essen, welches wir genießen möchten, auch schmecken und guttun. Aber Genuss hat wenig mit spezifischen Lebensmittelinhaltsstoffen zu tun, sondern vielfach mit der Art und Weise, wie wir essen. Fühlen wir uns dabei auch geistig und körperlich wohl, kann echter Genuss entstehen.

Genuss kann sein an einem besonderen Anlass ein gutes Glas Wein trinken und dabei Farbe, Geruch und Geschmack bewusst wahrnehmen und sich daran erfreuen.

 

Mit etwas Training können Sie Ihre Sinne schulen und bewusst das Genießen steuern

Nehmen Sie sich jeden Tag nur eine Übung vor – Sie entdecken dabei ganz von selbst, was für Ihren persönlichen Genuss sorgt und auf welche Aspekte Sie in Zukunft mehr Wert legen wollen:

 

Genuss braucht Zeit: Planen Sie bewusst Zeit zum Einkaufen, Kochen, Tischdecken und Essen ein. Suchen Sie nach Freiräumen und Abstand zu Handlungen im Alltag um Ihre Mahlzeiten genießen zu können. 

Genuss geht nicht nebenbei: Wissen Sie, was und wie viel Sie essen, wenn nebenher ferngeschaut, telefoniert oder Geschäftliches diskutiert wird? Eben – Genuss braucht Hinwendung. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie genießen wollen. Statt sich über den Chef zu ärgern oder gedanklich eine to do Liste zu erstellen, fragen Sie sich stattdessen beim Essen: Wie riecht und schmeckt es, wie sieht es aus, wie hört und fühlt es sich an?

Genuss ist alltäglich: Nicht nur die Besonderheiten, sondern die kleinen Dinge des Alltags wie frischer Kaffee oder knuspriges Gebäck sollen genossen werden.

Achten Sie auf Ihre innere Stimme: Was tut Ihnen gut? Worauf haben Sie Appetit, was möchten Sie essen oder naschen? Wenn Sie sich entschieden haben, genießen Sie auch „kleine Sünden“ in vollen Zügen.

Weniger ist mehr: Nicht die Menge, sondern die Qualität ist entscheidend. Nach dem Motto: „Weniger vom Besten, statt reichlich vom Zweitbesten!“ Essen Sie langsam. Wann stellt sich das angenehme Gefühl der Sättigung ein? Zum Genuss gehört nämlich auch das Wohlbefinden nach der Mahlzeit. Viele Gerichte lassen sich in kleineren Portionen zubereiten, wie zum Beispiel Minipizzen oder kleine Knöderl.

Alle Sinne ansprechen: Die optimale Genießer-Mahlzeit ist schön angerichtet, duftet und überrascht mit verschiedenen Aromen und Texturen. Nehmen Sie vor dem Essen die Farbenpracht am Teller wahr, dies sorgt für Vorfreude und gute Laune! Bewegen Sie einzelne Bestandteile eines Gerichtes ganz bewusst im Mund hin und her, wie unterschiedlich fühlen sie sich im Mund an? Welche Zutat ist für welches Aroma zuständig? Nehmen Sie einen Bissen zuerst mit zugehaltener Nase – was passiert? Was schmeckt besser: Wraps mit den Fingern zu essen oder mit Messer und Gabel?

Ohne Erfahrung kein Genuss: Durch den gewohnheitsmäßigen Griff zu immer gleichen Lebensmitteln und Gerichten, die wir essen, ohne ihnen viel Beachtung zu schenken, unterfordern wir unsere Sinne und sie stumpfen ab. Kaufen Sie Lebensmittel, die Sie noch nicht kennen, oder Lebensmittel mit ungewöhnlichen Aromen, oder probieren Sie neue Rezepte aus und trainieren Sie so Ihre Sinne mit immer neuen Geschmacksangeboten. Schlendern Sie z.B. durch einen Wochenmarkt und versuchen Sie bewusst die Aromen zuzuordnen – welche Erinnerungen und Emotionen werden dadurch geweckt?

 

Genuss braucht Abwechslung und Vielfalt

Die (Wieder-)Entdeckung von Essgenuss führt nicht nur zu mehr Wohlbefinden und Lebensfreude, sondern auch zu mehr Ausgewogenheit in der Ernährung. Das Training unserer Genussfähigkeit hilft uns, eingefahrene Essgewohnheiten zu verändern. Dies liegt vor allem an zwei Dingen: Wer genießt, ist in der Lage, das richtige Maß einzuhalten.

 

Fazit – Genuss ist ein erfolgsversprechendes Konzept

Genießen zu lernen heißt, in Maßen das essen, was einem schmeckt und bekommt. Da muss auch der vollfette Käse, das leckere Konfekt oder der gute Wein Platz haben, auch wenn der Verstand diese Lebensmittel eher als „ungesund“ einstuft. Nichts soll verboten sein. Genießen Sie ohne schlechtes Gewissen, aber in Maßen und mit allen Sinnen, denn lustvolles Genießen steigert die Lebensqualität und Gesundheit deutlich und nebenbei ist Genießen die beste Form der Suchtvorbeugung!