Heimische Wintersalate

Im Winter knackig-frischen heimischen Salat ernten? Auch wenn die Temperaturen sinken und das Wetter schlechter wird – im Gemüsebeet wächst noch etwas…

Salate und Gemüse sind deutlich frostresistenter als erwartet, daher ist eine Versorgung mit frischen Salaten ohne zusätzliche Energie (beheizbares Glashaus) auch im Winter ein Thema, dem sich Hobbygärtner widmen sollten. Je nach Sorte tolerieren Salate Temperaturen bis zu –20 °C.

Der Winter ist keine Anbauzeit, aber Erntezeit

Wichtig ist, die Saat schon im Spätsommer oder im Herbst auszubringen. So können sich die Pflanzen langsam an die kühleren Temperaturen gewöhnen. Dabei werden Zucker, Fette und Aminosäuren im Zellsaft eingelagert, die der Pflanze später als „Frostschutz“ dienen. Dadurch und durch die geringe Sonneneinstrahlung im Winter sind Wintersalate im Geschmack deutlich milder, nicht so scharf und teilweise leicht süßlich, jedoch bitterer.

Bitter ist wieder modern

Leider werden bitterstoffreiche Lebensmittel gerne gemieden bzw. werden heute sogar bitterstoffhaltige Gemüse möglichst bitterstoffarm oder bitterstofffrei gezüchtet. Der Genuss von bitteren Nahrungsmitteln kann aber kulinarisch höchst reizvoll sein und der Gesundheit nur Gutes tun.

Mit der Aufnahme von bitterstoffhaltigen Lebensmitteln beginnt der Organismus sofort mit der Verdauungsarbeit, dadurch setzt auch das Sättigungsgefühl früher ein und wirkt sich positiv auf das Gewichtsmanagement aus. Bittersalate stellen auch eine wertvolle Quelle zur Bedarfsdeckung mit Kalzium und Vitamin C dar.

Beachtenswertes bei der Ernte

Gefrorene Pflanzenteile dürfen nicht geerntet werden! Erst untertags, wenn sich das Beet, Balkonkisterl, Glashaus … erwärmt hat und die Blätter aufgetaut sind, darf geerntet werden!

Kulinarik

Während Salate im Allgemeinen gern als Vorspeise oder Beilage gegessen werden, eignen sich Wintersalate auch hervorragend für Hauptspeisen und die warme Küche. Wer bitter gar nicht mag, kann durch Zugabe von Salz die empfundene Bitterkeit verringern oder mit einem süßeren Dressing nachhelfen. Auch durch Kombinationen mit Früchten, Trockenobst oder Fruchtsaft können die Salate geschmacklich und farblich ergänzt werden.

Gratinierter Chicorée

2 Portionen

Zutaten:

  • 20 g Butter
  • 20 g Mehl
  • 175 ml Milch
  • 50 g Sauerrahm
  • Salz, Pfeffer, Muskat, Zitronensaft
  • 2 Stück Chicorée
  • 4 Blatt Schinken
  • 40 g geriebener würziger Käse

Zubereitung:
1. Béchamelsauce herstellen, Sauerrahm einrühren und mit Gewürzen, Zitronensaft und Kräutern abschmecken.
2. Chicorée halbieren und in Salzwasser kurz blanchieren und gut abtropfen lassen.
3. Salathälften mit je einem Schinkenblatt umwickeln und in eine gefettete Auflaufform schichten.
4. Mit Béchamelsauce übergießen, mit geriebenem Käse bestreuen.
5. Für ca. 30 Minuten im Backrohr bei 180 °C gratinieren.

Endiviensalat mit Orangen, Granatapfel und Schimmelkäse

2 Portionen

Zutaten:

  • 0,5 Stück Granatapfel
  • 1 Stück Orange
  • 0,5 Stück Endiviensalat
  • 100 g Blauschimmelkäse
  • 25 g gehackte Nüsse
  • 2 EL Granatapfelsaft
  • 1 TL Honig
  • Senf, Essig, Öl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:
1. Granatapfelsamen mit einer Gabel aus der Frucht lösen (Granatapfelsaft auffangen), die Orange filetieren.
2. Den Endiviensalat waschen und in mundgerechte Stücke zerpflücken.
3. Den Käse in Stücke schneiden.
4. Für die Marinade den Granatapfelsaft, Honig, etwas Senf, Essig, Öl, Salz und Pfeffer zu einer cremigen Konsistenz verrühren.
5. Alle Zutaten dekorativ auf den Tellern verteilen, marinieren und mit den gehackten Nüssen bestreuen.