Ziehen Sie Ihre Vitamine selbst: Keimlinge & Sprossen

Zarte, frische Keimlinge sind eine schmackhafte und wertvolle Abwechslung zum saisonbedingt weniger reichhaltigen Gemüseangebot. Vor allem in der Übergangszeit können wir es kaum noch erwarten, bis die Natur erwacht und alles zu blühen und wachsen beginnt.

Unabhängig von der Jahreszeit lassen sich Sprossen und Keime problemlos zu Hause ziehen und es macht Spaß, den Keimlingen beim Wachsen zuzusehen und sie selbst zu ernten.

Geballte Ladung gesunder Energie

Während des Keimvorganges finden Ab-, Um- und Aufbauvorgänge der Inhaltsstoffe statt, sodass der Nährwert der Keimlinge beachtlich steigt. Der Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen nimmt zu, die Qualität der Fette und Eiweiße verbessert sich und die Energiedichte sinkt.

Zudem werden wertmindernde Inhaltsstoffe wie Phytinsäure und bestimmte Eiweiß abbauende Enzyme zum Teil abgebaut.

Jede Samenart hat ihre Besonderheit, zum Beispiel:

Linsen: mild, gut geeignet für Anfänger

Alfalfasprossen (Luzerne): zart, enthalten viel Kalzium

Gerste: reich an Kohlenhydraten

Hafer: liefert wertvolle Mineralstoffe

Radieschen, Rettich: würziger, scharfer Geschmack, Vitamin-B-reich

Brokkoli, Kohlrabi: kohlartig-süßer Geschmack, vitaminreich

Sonnenblumen-, Buchweizensprossen: nussiger Geschmack, ideal für Müslis

Wie bringe ich die Samen zum Keimen?

Zum Ausprobieren oder für eine gelegentliche Sprossenzucht eignen sich leere Gläser mit durchlöcherten Schraubdeckeln oder grobmaschigen, luftdurchlässigen Tüchern. Im Handel gibt es auch eine Vielzahl an Keimgläsern oder Keimgeräten zu erwerben.

Die Samen werden über Nacht in reichlich lauwarmem Wasser eingeweicht und so zum Quellen gebracht. Am nächsten Morgen das Wasser abgießen und gründlich durchspülen, tagsüber ohne Wasser stehen lassen (schräg stellen, damit nichts schimmelt!). Täglich zweimal durchspülen. Nach vier bis sechs Tagen kann geerntet werden! Vor dem Verzehr nochmals durchspülen.

 

 

Ausnahme „grüne Keimlinge“

Grüne Keimlinge wie die von Gartenkresse, Senf oder Rettich und Alfalfasprossen (Luzerne) werden idealerweise in einer Schale auf Watte oder auf einer feuchten Tonfläche gezogen. Die gekeimten Samen feucht, aber nicht zu nass halten. 

Am besten roh

Den gesundheitlichen Wert der Sprossen erhält man am besten, indem sie roh verzehrt werden auf dem Brot, im Salat, in Aufstrichen, Smoothies oder als Garnitur.

Hülsenfruchtkeimlinge (Sojabohnen, Erbsen und Kichererbsen) vor dem Verzehr unbedingt kurz blanchieren, um gesundheitsschädigende Stoffe abzubauen! Somit bieten sich diese besonders für warme Gerichte wie Suppen, Eintöpfe, Aufläufe, Getreide- und Gemüsegerichte an. Keimlinge kleiner Samen wie Rettich oder Senf können wegen ihres ausgeprägten Geschmackes als Würzmittel verwendet werden. 

Alles auf einem Blick:

Saatgut: am besten unbehandelte Samen aus biologischem Anbau

Einweichzeit/Temperatur: über Nacht in lauwarmes Wasser

Spülen: ca. zweimal am Tag

Standort: kein direktes Sonnenlicht, keine extreme Hitze

Länge des Keimes: 0,5 bis 1 cm

Sprossenlänge: maximal 3 cm

Ernte: nach 4–6 Tagen

Lagerung: luftdicht einige Tage im Kühlschrank, vor dem Einfrieren blanchieren

Verwendung: Rohkost, Aufstriche, zum Verfeinern von Suppen und anderen Gerichten