Transfette
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 31.08.2009
Grenzwerte für gefährliche Transfette
Transfette verstecken sich im Schnitzel, in Pommes und im Frühstückscroissant. Sie zählen zu den schädlichsten Fetten und sind nachweislich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Deshalb wird nun in Österreich ein strengerer Grenzwert für Transfette in Lebensmitteln eingeführt.
Pflanzliche Öle werden gehärtet, damit diese besser in der Lebensmittelherstellung eingesetzt werden können. Bei dieser künstlichen Härtung entstehen Transfettsäuren. Wie zum Beispiel bei Industriemargarine. Transfettsäuren können sich auch beim Erhitzen von Ölen bilden. Beim Frittieren ist das häufig der Fall.
"Künstliche Transfette sind gefährliche Fette. Sie haben in Lebensmitteln keine notwendige Funktion, fördern aber vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen", so Gesundheitsminister Alois Stöger. Zusätzlich werden Zusammenhänge mit manchen Krebsformen, Diabetes und anderen häufigen Leiden diskutiert. Aus diesem Grund werden nun ab Herbst 2009 strenge Grenzwerte für Transfette in Lebensmitteln eingeführt.
Gesundheitsrisiko aus der Keksdose
Warum Transfette von der Industrie eingesetzt werden: Sie sind billig und dafür verantwortlich, dass viele Backwaren wie Croissants ihre spezielle Konsistenz erhalten. Bei der Bechermargarine, die es im Geschäft zu kaufen gibt, hat sich die Situation in den letzten Jahren stark verbessert. Viele Produzenten haben Transfette durch natürlich festes Palm-, Palmkern- und Kokosfett ersetzt. Ein Problem ist aber nach wie vor die großindustrielle Herstellung von Keksen und Backwaren aus Plunder- oder Blätterteig. Dort kommen Transfette ungehindert zum Einsatz. Durch neue technologische Maßnahmen im Rahmen der Härtung oder durch Rezepturänderungen von Produkten wäre es aber möglich, dass keine oder nur sehr wenige Transfettsäuren in Lebensmitteln vorhanden sind.
Das Paradoxe an den Transfetten ist, dass sie ursprünglich aus "guten" einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Erst durch die industrielle Härtung wirken sie im Körper wie gesättigte Fettsäuren – mit all den negativen Folgen wie Erhöhung des Cholesterin-Spiegels und einem gesteigerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die WHO und wissenschaftliche Ernährungsgesellschaften empfehlen, dass nicht mehr als ein Prozent der Tagesenergie aus künstlichen Transfettsäuren stammen soll. In Österreich wurden in den letzten vier Jahren verschiedene Erhebungen zur Aufnahme von Transfetten gemacht. Das Ergebnis: Bei der Wahl von "falschen" Produkten kann diese kritische Menge leicht überschritten werden. Insbesondere bei Kindern, die für Backwaren, Knabbereien und Fast Food besonders anfällig sind.
Österreich und Dänemark sind Vorreiter in EU
Vorreiter in der Begrenzung der Transfette ist in Europa bis dato allein Dänemark. Österreich wird das zweite EU-Land mit einer solchen Begrenzung sein. Die "Österreichische trans-Fettsäuren Verordnung" sieht vor, dass ein in Verkehrbringen von Fetten und Ölen und daraus hergestellten Lebensmitteln in Österreich mit mehr als zwei Prozent künstlichen Transfettsäuren (TFS) im Gesamtfett verboten sein wird. Bei zusammengesetzten Lebensmitteln mit einem Fettgehalt von weniger als 20 Prozent soll ein Transfettsäuregehalt von bis zu vier Prozent erlaubt sein. Die Verordnung wird mit 1. September oder spätestens mit 1. Oktober 2009 kundgemacht sein.
"Im Sinne der Gesundheit der österreichischen KonsumentInnen ist diese Verordnung ein wichtiger Schritt in Richtung gesunde Ernährung und die Verhinderung ernährungsbedingter Erkrankungen", so Sandra Frauenberger, Wiener Stadträtin für Konsumentenschutz. Gemeinsam mit Dänemark habe Österreich durch die Unterzeichnung der Verordnung eine wichtige Vorreiter-Rolle in der Europäischen Union eingenommen.
Angesichts der Zunahme an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren sei ein gesetzlich festgelegter Transfettwert längst überfällig, äußerte sich Ärztekammerpräsident Walter Dorner bereits im Vorfeld. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden viele Menschen wieder vermehrt auf Burger und Pommes zurückgreifen, weil "das Geld für gesunde Ernährung fehlt." Neben den bereits erwähnten Backwaren verstecken sich Transfette auch in Chips, frittierten Lebensmitteln, abgepackten Snacks und Fertiggerichten. Für Transfette besteht keine Kennzeichnungspflicht. Der Hinweis "pflanzliches Fett, das gehärtet oder teilweise gehärtet ist" deutet jedoch klar darauf hin.
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