Vitaminmangel

© Fotolia/Stefan Körber
Aktualisiert am: 21.11.2011
Vitaminmangel trotz Überfluss?
Vitamine sind für den menschlichen Organismus unverzichtbar. Wir müssen sie mit unserer Nahrung aufnehmen, da der Körper sie - mit wenigen Ausnahmen - nicht selbst herstellen kann. Wie kann es aber in dem Überfluss, in dem wir leben, dazu kommen, dass Mangelerscheinungen auftreten?
Die benötigten Mengen an Vitaminen, die wir täglich zu uns nehmen müssen, sind relativ gering. Dennoch ist jede dieser Substanzen für Wachstum, Stärkung und Erhaltung der Gesundheit absolut unentbehrlich. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung reicht normalerweise aus, um den Menschen mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen. Vitaminpräparate, die den Bedarf einzelner Vitamine künstlich abdecken sollen, können dies nur beschränkt. Denn Vitamine sind miteinander untrennbar verbunden und wirken vor allem in Kombination. Ähnlich einem Symphonieorchester wirken die einzelnen Bestandteile zusammen, und das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. Erschwerend kommt hinzu, dass die Speicherzeiten für die einzelnen Vitamine höchst unterschiedlich sind. So kann der Körper beispielsweise Thiamin (Vitamin B1) zwei Wochen speichern, während der Vorrat an Vitamin B12 ganze fünf Jahre hält, bevor Mangelerscheinungen auftreten.
Im Zweifelsfall zum Arzt
Wenn Sie befürchten, unter einem Vitaminmangel zu leiden, sollten Sie zum Arzt gehen, der Ihren Vitaminstatus erhebt und Ihnen bei einem Mangel gezielt geeignete Präparate verschreibt. Die wahllose Einnahme eines im Drogeriemarkt erhältlichen Einzelpräparates ist in vielen Fällen sinnlos, wenn auch zumindest nicht schädlich, da diese aus Verbraucherschutzgründen niedrig dosiert sind. Wenn Sie schon Vitaminpillen nehmen wollen, greifen Sie am Besten zu einem Multivitaminpräparat. Halten Sie sich unbedingt an die empfohlene Einnahmemenge. Denn anders als bei Lebensmitteln ist bei künstlich hergestellten Vitaminen eine Überdosierung möglich. Vor allem die Gruppe der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K kann in zu hohen Dosen schwere Krankheiten bis zur Schädigung der inneren Organe auslösen. Bei den wasserlöslichen Vitaminen ist eine Überdosierung weniger gefährlich, da sie im Allgemeinen einfach durch den Harn wieder ausgeschieden werden. Bei Vitamin C riskiert man bei Überdosierung die Entstehung von Nierensteinen.
Vor vollem Teller verhungern?
Wie kann es aber sein, dass es in Ländern des Überflusses überhaupt zu einem Vitaminmangel kommt? Tatsächlich wird das Problem meist überschätzt und beschränkt sich auf Risikogruppen. Die Befürchtung, dass industriell gefertigte Nahrung zu Vitaminmangel führe, ist in vielen Fällen haltlos. Denn zahlreiche Vitamine werden als Emulgatoren oder Konservierungsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, sodass absurderweise die Gefahr eines Vitaminmangels eher gegeben ist, wenn mit "frischen", aber zu lange oder falsch gelagerten Zutaten gekocht wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass man mit industriell gefertigter Nahrung auf der "gesunden Seite" ist, da diese oft viel zu viel Salz, Zucker, Fett und zu wenige Ballaststoffe enthält, von Hilfsstoffen wie Geschmacksverstärkern und dergleichen mal abgesehen. Das Gleiche gilt übrigens für Fast Food.
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