Vollwertkost

Aktualisiert am: 30.05.2006

Vollwertkost

"Lasst unsere Nahrung so natürlich wie möglich", dieser Satz des Pioniers Werner Kollath gilt noch heute uneingeschränkt.

Im Jahr 1942 veröffentlichte der Mediziner und Ernährungsforscher Werner Kollath ein Buch mit dem Titel "Die Ordnung des Lebens". Damit legte er den Grundstein für eine ganzheitliche Ernährungsform: die Vollwerternährung. Kollath ging von einer anderen Seite an die Ernährungslehre heran als die herkömmliche Wissenschaft. Er wollte nicht die Einzelbestandteile der Lebensmittel chemisch, physikalisch und physiologisch getrennt analysieren und in ihrer Wirkung beobachten und nur die Teilwerte betrachten. Vielmehr sah er das natürliche Lebensmittel als Ganzes in seiner Wirkung. Die Lebensmittel sollen nicht nur gesund sein für den Verbraucher, sondern auch umwelt- und sozialverträglich in der Herstellung. Erzeugnisse aus ökologischer Landwirtschaft und regionaler Herkunft haben Priorität. Der Verzicht auf überflüssige Verpackungen, die Schonung der Ressourcen und soziale Gerechtigkeit durch weltweit fairen Handel sind ebenfalls zentrale Anliegen.

Dabei sollte man seinen Blick nicht nur auf eine Körndldiät beschränken. Produkte aus Vollgetreide sind zwar wichtiger Bestandteil der Vollwert-Idee, doch wer den Blick auf solche Details verengt, geht am Wesentlichen vorbei. Demnach sind all jene Lebensmittel als vollwertig anzusehen, die nicht oder nur wenig verarbeitet wurden. Vollwert-Ernährung muss nicht unbedingt fleischlos sein, ist aber überwiegend lacto-vegetabil. Das heißt, sie verwendet Milchprodukte und viel Obst und Gemüse, mindestens ein Drittel davon in unerhitzter Form. Die Zubereitung erfolgt schonend durch Dünsten oder mit naturbelassenen Fetten, Nahrungsmittel mit synthetischen Zusatzstoffen sind tabu.

Dass dabei der Genuss keineswegs zu kurz kommen muss, beweist die französische "nouvelle cuisine". Frische leichte Zutaten mit viel Eigengeschmack sind dort gefragt. Fast alles lässt sich vollwertig kochen, von der persönlichen Lieblingsspeise über traditionelle Gerichte zu internationalen Spezialitäten. Der Geschmackssinn der meisten Menschen ist durch zuviel Zucker, Salz und totgekochte Speisen verdorben und kann gerade durch Vollwerternährung wieder in natürliche Bahnen gelenkt werden.


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