Wein und Gesundheit

Weingläser

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 07.09.2009

Wein zu den Mahlzeiten ist gesund

"Der gesunde Haupteffekt des Weins kommt vom Alkohol, nicht von den sonstigen Inhaltsstoffen", erklärt der Präventivmediziner Dr. David Fäh: "Es ist also nicht ausschlaggebend, was man trinkt. Wichtig ist nur: Je konzentrierter der Alkohol ist, umso höher das Krebsrisiko." Daher sei beispielsweise Wein besser als Schnaps. Denn weniger konzentrierter Alkohol ist auch weniger schädlich.

Die positiven Effekte von Alkohol: "Alkohol erhöht das gute HDL-Cholesterin recht deutlich", so der Präventivmediziner. Moderate Alkoholmengen, also etwa ein bis zwei Gläser Wein, wirken blutdrucksenkend. Doch trinkt man mehr als die empfohlenene Menge, verflüchtigt sich die positive Wirkung schnell wieder. Größere Mengen Alkohol bewirken nämlich das Gegenteil: "Das Gehirninfarktrisiko erhöht sich." Weiters hat Alkohol einen blutzuckersenkenden Effekt. Das merkt man zum Beispiel dann, wenn man einen Aperitif trinkt und danach Hunger bekommt. "Wenn man im Rahmen einer gesunden Mahlzeit Alkohol trinkt, ist das gesundheitsförderlich. Der Blutzuckerspiegel steigt weniger stark an, als wenn man keinen Alkohol trinkt." Durch Alkohol neigt das Blut auch weniger zum Verklumpen, wodurch das Herzinfarkt-Risiko zusetzlich sinkt.

Moderater Weingenuss verlängert das Leben

Mit einer Sache haben Ärzte allerdings Mühe, erklärt Dr. Fäh: "Nichttrinker haben ein wesentlich höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken oder daran zu sterben als Menschen, die regelmäßig viel Wein trinken. Dennoch sollte man nie jemandem raten, mit dem Alkoholtrinken zu beginnen. Denn damit sind wieder andere Risiken verbunden, wie das zunehmende Gehirninfarkt- oder Krebsrisiko, das Unfallrisiko und die Suchtgefahr."

In einer Studie hat man sich vor kurzem den schützenden Effekt von mediterraner Ernährung angesehen. Und zwar konkret, welchen Einfluss die einzelnen Elemente mediterraner Ernährung wie Fisch, Olivenöl, Vollkornprodukte etc. auf die Sterblichkeit haben. Das Ergebnis: Moderater Alkoholgenuss hat den stärksten schützenden Effekt auf die Gesamtsterblichkeit. Starker Alkoholkonsum erhöht indes das Gesamt-Sterberisiko.

Auf die Menge kommt es an

"Es kommt auf die Dosis an und auf den sonstigen Lebensstil. Und es gibt auch einen recht großen Unterschied zwischen Frauen und Männern", sagt Dr. Fäh. Männer können wesentlich mehr trinken ohne betrunken zu sein oder Schäden zu bekommen. "Männer vertragen Alkohol besser als Frauen. Sie haben mehr Enzyme, die Alkohol abbauen und zudem mehr Muskelmasse. Man darf daher nie die gleichen Grenzwerte anführen. Relativ risikoarm sind zwei bis drei Gläser Wein für Männer und ein Glas Wein für Frauen."

Ob man Rot- oder Weißwein trinkt, dürfte dabei eine eher untergeordnete Rolle spielen: "Wahrscheinlich macht es keinen Unterschied und wenn, dann nur einen kleinen, der nicht ins Gewicht fällt", so der Präventivmediziner.


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