Wein und Gesundheit

© Dreamstime/Ron Chapple Studios
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 07.09.2009
Wie gesund ist Wein wirklich?
Immer wieder liest man, dass täglich ein Gläschen Rotwein für Frauen und zwei Gläser für Männer gesund sein sollen. Doch stimmt das wirklich oder handelt es sich dabei um einen Mythos? Wir haben bei einem Präventivmediziner nachgefragt, wie es um das gesunde Glas Wein wirklich steht.
Forscher machten immer wieder folgende Beobachtung: Franzosen trinken mehr Alkohol – vor allem Rotwein – als Deutsche, Briten und Amerikaner. Trotzdem leben sie länger und erleiden weniger Herzinfarkte. Wie kann das sein?
Mäßiger Rotweingenuss ist offenbar gesund und schützt durch den gefäßerweiternden Effekt des Alkohols vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der französische Wissenschaftler Dr. Serge Renaud hat Anfang der 1990er-Jahre dafür den Begriff "Französisches Paradox" aufgestellt. In der Folge untersuchte man unterschiedliche Stoffe des Rotweins, die für seine gesundheitsförderliche Wirkung verantwortlich sein sollen. Dazu zählen etwa das Antioxidans Resveratrol, Polyphenole oder Oligomere Proanthocyanidine (OPC).
Wein schützt das Herz
Wecarelife wollte wissen, ob es sich dabei immer noch um den aktuellsten Stand der Forschung handelt und haben beim Schweizer Präventivmediziner und Ernährungsphysiologen Dr. David Fäh nachgefragt. "Dass ein Glas Rotwein pro Tag für Frauen und zwei Gläser für Männer gut für die Gesundheit sein sollen, stimmt ganz sicher – allerdings nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen", macht Dr. Fäh deutlich. "Das Herzinfarktrisiko sinkt sogar noch jenseits der maximal empfohlenen Mengen (ein bis zwei Gläser am Tag) signifikant."
Das Problem dabei: "Dafür steigen andere Risiken. Mit zunehmendem Alkoholkonsum nimmt das Gehirninfarktrisiko zu, der Blutdruck kann sich erhöhen und auch das Risiko für Krebs im Verdauungstrakt (Speiseröhre, Leber etc.) steigt." Daneben sollte natürlich auch die Suchtgefahr nicht unterschätzt werden sowie das Risiko, an einem Unfall zu sterben.
Welche Inhaltsstoffe im Wein sich günstig auf die Gesundheit auswirken, sei aber schwierig zu beantworten, so Dr. Fäh. "Viele Studien stammen aus Tierversuchen oder wurden mit isolierten Einzelstoffen durchgeführt." Ein Beispiel dafür sei das Antioxidans Resveratrol, das im Rotwein in größeren Mengen vorkommt und dem eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben werde. "Resveratrol wurde in Studien allerdings in sehr großen Mengen zugeführt. Solche Mengen würde man als Weinkonsum aber nicht empfehlen, da sie ungesund wären. Mein Eindruck ist, dass Resveratrol beim gesamten Weinkonsum in zu geringen Mengen vorkommt. Es hat sicherlich einen Effekt, aber wahrscheinlich nicht alleine."
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