Nahrungsmittel-Lexikon

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Autorin: Ulrike Springer

Aktualisiert am: 18.08.2011

Sortenreiche Zwetschken

Wenn es auf den Bäumen blau zu leuchten beginnt, neigt sich der Sommer allmählich dem Ende zu. Zwetschken gehören gemeinsam mit Äpfeln und Birnen zu den letzten Früchten, die der Sommer hervorbringt. Das vitamin- und ballaststoffreiche Steinobst ist in Form von Dörrpflaumen ein altes und bewährtes Hausmittel bei Darmträgheit. Und zu Kompott, Kuchen oder Knödel verarbeitet, sind Zwetschken aus der österreichischen Dessertküche nicht wegzudenken.

Zwetschken gehören zur Familie der Pflaumen (Prunus domestica), die auf der ganzen Erde beheimatet sind. Schon im antiken Greichenland und Rom war das aromatische Steinobst bekannt, doch schriftlich dokumentiert ist der Name "Zwetschke" erst seit dem 14. Jahrhundert. Die europäischen Kultursorten der Zwetschke entstanden vermutlich aus einer ntürlichen Kreuzung der Schlehe und der Kirschpflaume. Aufgrund des festen Fruchtfleisches (gute Transportfähigkeit) sowie ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Bedingungen und Bodenbeschaffenheiten war die Zwetschke in den vergangenen 200 Jahren die wichtigste Kulturpflaume.

Sorten und Bezeichnungen

Frühe Sorten sind etwa Bühler und Cacaks Beste, die Mitte August zu reifen beginnen während die sehr alte Sorte "Hauszwetschge", auch "Bauernpflaume" genannt, Mitte bis Ende Oktober geerntet wird. Heute ist China ist mit Abstand der größte Pflaumenproduzent der Welt, der diverse Pflaumensorten ab dem Frühjahr exportiert. Zur Familie der Pflaumen gehören neben Zwetschken auch Mirabellen, Ringlotten (Renecloten), Kriecherl und die Pflaume an sich. Und wundern Sie sich nicht, wenn Sie in Süddeutschland und der Schweiz beziehungsweise in der Fachliteratur auch von Zwetschgen oder Zwetschen lesen während man in Norddeutschland die Zwetschke als Pflaume bezeichnet.

Zwetschke oder Pflaume?

Die Unterscheidung zwischen Pflaumen und Zwetschken ist manchmal gar nicht einfach. Während Pflaumen und Ringlotten oft auch eine gelbe oder grüne Schale haben, ist die Zwetschke immer blaulila (außer in unreifem Zustand). Zwetschken haben im Gegensatz zu Pflaumen außerdem eine länglichere Form, sind weniger bauchig und der Kern löst sich meist gut aus dem Fruchtfleisch. Das Fruchtfleisch ist grüngelb, saftig und schmeckt süßsäuerlich aromatisch.

Nährstoffgehalt

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung enthalten Pflaumen jeweils in 100 g essbarem Anteil 10,2 g Kohlenhydrate (Fruchtzucker), 1,58 g Ballaststoffe, 177 mg Kalium, 7,9 mg Magnesium und 0,256 mg Eisen. Neben Provitamin A (366 µg Beta-Carotin) und B-Vitaminen enthalten Zwetschken auch eine knochenstärkende Kalzium-Phosphor-Verbindung ( 8,3 mg Calcium, 17 mg Phosphor).


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