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Autorin: Mag. Andrea Krieger

Aktualisiert am: 18.01.2013

Yoga und Pilates einmal anders

Nach Yoga bei 40 Grad Raumtemperatur und solches für die Hormone heißt die jüngste Spielart Anti Gravity Yoga. Eine neue kleine Studiokette bietet sie gemeinsam mit Pilates auf Geräten an. Wecarelife-Mitarbeiterin Andrea Krieger sah sich die Sache an.

Yoga-Haltungen in der Luft, Pilates an speziellen Geräten: Der Flyer an meiner Wohnungstür weckte mein Interesse. Und so schnappte ich mein Fitness-Outfit und begab mich auf Lokalaugenschein in die Pilates Boutique in Wien 4.

Yoga kopfüber in der Luft hängend

Vor Ort erinnern mich die leuchtend roten, von der Decke baumelnden trapezförmigen Tücher an Schaukeln, die ich auch als Erwachsene noch gerne mag. Freilich: "Anti Gravity"-Yoga ist etwas anspruchsvoller als die Hutsche am Spielplatz. Zu Beginn aber noch recht gemütlich: In einer dem Schneidersitz ähnlichen Haltung namens Schmetterling sitze ich in meinem Tuch. "Wie in einem Kokon", denke ich angesichts dieser kleinen, wohligen Höhle, aus der ich kaum mehr heraus sehe.

Gegen die Schwerkraft - Anti Gravity Yoga

Ein paar Übungen später hänge ich, das Tuch mit Beinen und Hüfte fest umklammert, wie eine Fledermaus über der Matte. Gegen die Schwerkraft eben, in Englisch Anti Gravity. Ich stelle fest: "Einfach mal alles hängen lassen", wie dies auf dem Flyer formuliert ist, muss man erst lernen. Jedenfalls war ich in meinem Leben schon einmal lockerer. Dabei hat mir Trainerin und Studiochefin Sara Kuzel erzählt, wie gut gerade solche Haltungen für die Bandscheiben sind. Die Puffer zwischen den Wirbeln werden auf diese Art entlastet. Sie können jene Nähr-Flüssigkeit, die sie in aufrechter Haltung durch den Druck der Schwerkraft abgeben, wie einen Schwamm wieder aufsaugen. Genau das stelle ich mir bei dieser Umkehrhaltung bildlich vor.

Anti Gravity Yoga Übungen in der Gruppe

Gleichzeitig mit mir hängen fünf weitere Teilnehmerinnen kopfüber. Wir sind damit eine sehr kleine Gruppe. Anti Gravity Yoga verlangt aber auch nach einer speziellen Betreuung. Sara zeigt die Übungen nicht nur vor, sondern geht sie mit jedem einzeln noch einmal durch. "Es ist gar nicht möglich, dass man sich alles beim ersten Mal merkt", sagt sie. Ich weiß Saras Kontrolle umso mehr zu schätzen, als es bei der nächsten Übung darum geht, mithilfe des Tuches in Bauchlage einen Meter über den Boden zu schweben. Schließlich will ich keinen Bauchfleck riskieren. "Großer Vampir" nennt sich diese Übung. Es gibt auch einen "kleinen Vampir" und einen "heiligen Gral".

Vorsicht: Mindestens zwei Stunden vorher nichts essen!

Wie die Haltungen auch heißen mögen: Froh bin ich, dass meine Jause schon eine Weile zurückliegt. Mindestens zwei Stunden vorher nichts mehr essen, predigen Yogalehrer generell. Speziell bei Anti-Gravity-Yoga ist es ratsam, sich sklavisch daran zu halten. Erstens wegen der Umkehrhaltungen, zweitens weil man in dem von der Decke hängendem Tuch schon einmal in höchst außergewöhnlichen Positionen hin- und herbaumelt. Da kann einem sonst leicht übel werden.

Zu guter Letzt liegen wir, abermals einem Cocon ähnlich, ausgepowert und ausgestreckt in unseren Tüchern und verschnaufen bei angenehmen Klängen noch ein wenig. "Aufgrund der praktizierten Positionen ist Anti-Gravity-Yoga besonders knieschonend", betont Sara Kuzel einen Vorteil gegenüber altbekannten Yoga-Varianten. Und tatsächlich existieren viele Übungen, bei denen das Gelenk über 90 Grad gebeugt und damit oft überfordert wird.

Mein persönliches Fazit:

Anti-Gravity-Yoga empfiehlt sich für (halbwegs) geschickte und fitte Menschen, die eine gewisse Herausforderung suchen. Es braucht aber auch ein Quäntchen Mut. Dann macht die Sache Spaß. Der Fun-Faktor ist auch bei Pilates mit Geräten gegeben. Nur dass es dafür weniger Mumm braucht.


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