Bewegung & Osteoporose

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 25.08.2008

Bewegung = Knochenmasse

Bei sportlich aktiven Menschen sind sowohl Knochenmasse wie Dichte höher als bei "couch potatoes". Es gilt die einfache Formel: Wer sich regelmäßig bewegt, baut nicht nur Muskelmasse, sondern auch Knochenmasse auf. Ein starkes Muskelkorsett hat den Vorteil, dass es die Wirbeläule stützt. Wenig Bewegung hingegen reduziert den Knochenmineralgehalt. Sogar vorübergehende Bewegungsunfähigkeit, z. B. durch ein Gipsbein, führt zu raschem Substanzabbau und wird als "Inaktivitätsosteoporose" bezeichnet. Aber auch zu viel Bewegung ist ungesund, wie Beispiele aus dem Leistungssport zeigen. Einerseits kann es bei Spitzensportlern zu Knochenmasseverlust und Ermüdungsbrüchen kommen. Anderseits führt exzessiver Leistungssport bei jungen Frauen manchmal zu einer Fehlsteuerung der Eierstöcke. Die Östrogen-Produktion funktioniert dann nur mehr eingeschränkt und zeigt sich in Störungen oder im vollständigen Ausbleiben der Monatsblutung.

Vorbeugung in der Kindheit

Kinder sollen toben, laufen und turnen, denn gerade im Kindesalter sind Bewegungsreize besonders wichtig. Ein Kind, das den ganzen Tag in der Schule sitzt und seine Freizeit vor dem Fernseher oder Computer verbringt, baut durch die fehlende Bewegung keine Knochenmasse auf, sondern sogar ab. Je höher die in der Jugend erworbene Knochendichte ist, desto geringer ist das Risiko, im Alter an Osteoporose zu erkranken. Kinder sollten daher zu aktiver Bewegung ermuntert und zusätzlich mit genug Kalzium und Vitamin D versorgt werden. Ersteres stärkt die Knochen und zweiteres ist nötig, um Kalzium in den Knochen einlagern zu können. Vitamin D steht zudem in enger Verbindung mit Bewegung an der Sonne, da das Vitamin mit Hilfe von UV-Strahlung produziert wird.

Rechtzeitige Untersuchung

"Ich spüre nichts, deshalb habe ich nichts", bringt Osteoporose-Spezialistin Janata den verbreiteten, falschen Umgang mit der Krankheit auf den Punkt. Den Grund sieht die Ernährungsberaterin darin, dass Knochenschwund lange Zeit nicht ernst genommen und erst mit steigender Lebenserwartung zum Thema wurde. Als von Osteoporose Betroffene will sie auf die Krankheit aufmerksam machen und Vorbeugung in den Köpfen verankern helfen. Sie empfiehlt schon 30-jährigen Frauen, eine Knochendichte-Messung vornehmen zu lassen, gerade wenn es in der Familie Fälle von krankhaftem Knochenschwund gibt. Bis zum Beginn der Wechseljahre lässt sich mit einem gesunden Lebensstil großer Einfluss auf den Knochenstatus nehmen. Janata wirbt auch dafür, Osteoporose von den Wechseljahren loszulösen. Die Vorbeugung gegen späteren Knochenschwund beginnt schon in der Schwangerschaft, wenn das Knochengerüst des Embryos angelegt wird und die werdende Mutter durch die richtige Ernährung die ideale Basis schaffen kann.


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