Brauchen Sportler Supplemente?

Wer regelmäßig Sport betreibt, stellt sich meist irgendwann folgende Frage: Brauchen Sportler tatsächlich automatisch Nahrungsergänzungsmittel und, falls ja, welche machen wirklich Sinn? 

Generell kann man diese Frage mit „Kommt darauf an“ beantworten. Denn ob Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind oder nicht, kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle: Wie viel und welcher Sport wird gemacht? Wie oft, intensiv und wie lange? Wie sieht die Basisernährung im Alltag aus? Gibt es aktuelle Beschwerden oder besondere Bedürfnisse, die zu berücksichtigen sind? Bestehen Nahrungsmittelunverträglichkeiten? All das sollte beachtet werden, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich mit Supplementen auszustatten.

Natürlich ist eine gute Nährstoffversorgung für aktive Menschen wichtig; den Großteil kann man in den meisten Fällen aber auch über eine gute Basisernährung abdecken. Daher sollte man vor allem auf seine allgemeine Ernährung achten und nicht dem Irrglauben verfallen, dass man als Sportler ohnehin alles essen kann, was man möchte, weil man durch die Bewegung viel Energie verbraucht. Wer viel verbraucht, sollte auch entsprechend hochwertig zuführen, damit der Körper guten und nicht den schlechten Treibstoff, der ihn noch zusätzlich belastet, bekommt.

Was brauchen Sportler besonders?

Bevor mit Vitaminen und Mineralstoffen herumexperimentiert wird, lohnt es sich, den aktuellen Status mittels Blutuntersuchung zu erheben, um zu sehen, ob bestimmte Mangelzustände schwarz auf weiß nachweisbar sind. Sehr sinnvoll ist hierbei auch das Messen des Vitamin–D-Spiegels im Blut, da Vitamin D3 für unsere Gesundheit eine große Rolle spielt und für Sportler auch wegen seiner positiven Wirkung auf das Immunsystem und für starke Knochen wichtig ist.

Vitamin D3 ist daher definitiv etwas, das in Kapsel- oder Tropfenform ergänzt werden sollte, sofern die gemessenen Werte zu niedrig sind. Aktuelle Studien zeigen außerdem seine Schlagkraft gegen chronische Erkrankungen – daher sollte man diese auch als Sportler, wenn es indiziert ist, nutzen. 

Proteinpulver – ja oder nein?

Auch Protein wird im Sportbereich sehr gerne supplementiert. Das hat einerseits seine Berechtigung, sofern man beispielsweise direkt nach dem Training nur schwer zu einer entsprechend proteinhaltigen Mahlzeit kommen würde oder diese den Bedarf durch sehr intensives Training nicht mehr decken könnte. In der Regel kann der notwendige Eiweißbedarf durchaus mit hochwertigen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Topfen, Eierspeise, Fisch und Fleisch (am besten aus sehr guter Herkunft), oder auch mit gut gewählten Kombinationen mit hoher biologischer Wertigkeit, wie beispielsweise Kartoffeln und Ei, erreicht werden. 

Für viele sind allerdings auch Proteindrinks bereits ein Teil ihres Lifestyles. Wer also gerne aus diesen Gründen, aus Bequemlichkeit oder einfach als Ergänzung zur sonstigen (dennoch gut gewählten) Ernährung Proteinpulver zu sich nehmen möchte, der sollte hier v. a. die jeweilige Zutatenliste lesen. Denn gerade im Segment der Proteinpulver gibt es sehr viele, die weniger hochwertiges Protein, sondern mehr Zusatz- und Aromastoffe beinhalten.

Wenn Sie sich also für ein Proteinpulver im Sinne Ihrer Gesundheit entscheiden, dann am besten für eines, welches pur und hochwertig ist, denn dieses bringt Ihren Muskeln wesentlich mehr und trägt so tatsächlich zu einer schnellen Regeneration bei, während es bei Pulvern mit Aroma und Süßungsmitteln eher dazu kommt, dass der Körper auch noch mit diesen zurechtkommen und sie aussortieren muss. 

Wählen Sie also lieber weise: Auf Molkebasis wäre die beste Wahl ein kalt verarbeitetes pures Whey Isolat, welches ohne sonstige Zusatzstoffe auskommen sollte. Auch Soja sollte vermieden werden. Auf pflanzlicher Basis könnte es ein hochwertiges Bio-Reisprotein sein. Auch hier sollte auf künstliche Aromastoffe oder Süßungsmittel verzichtet werden.

Wer Geschmack mag oder braucht, macht ihn besser selbst, indem er beim Mixen Gewürze oder Obst hinzufügt. Gerade wer viel Proteinpulver zu sich nimmt, sollte umso genauer darauf achten, was es eigentlich enthält. Abgesehen davon sind selbst wirklich hochwertige Produkte nicht teurer als andere, insofern lohnt es sich hier wirklich, zu vergleichen und das für den eigenen Körper beste Produkt zu wählen. 

Ist man eher der Typ für Kapseln statt für Pulver, können für Vollblutsportler, die wirklich durch entsprechende Trainingseinheiten den Bedarf setzen, auch BCAA-Kapseln sinnvoll sein. Diese verzweigtkettigen Aminosäuren lassen sich vor und direkt nach dem Training praktisch einnehmen und dienen einer besseren Regeneration der Muskulatur.

Magnesium für Muskeln, guten Schlaf & zum Abnehmen

Magnesium gilt bei Sportlern ja schon lange als beliebter Mineralstoff. Und das zu Recht, denn es kann nicht nur bei Muskelkrämpfen und Verspannungen, sondern auch bei Schlafproblemen, Kopfschmerzen sowie beim Abnehmen gute Dienste erweisen. Auch Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie beispielsweise Fruktosemalabsorption oder Histaminunverträglichkeit können durch eine tägliche Einnahme von Magnesium oftmals eine verbesserte Verträglichkeit von Speisen feststellen.

Auch hier sollte man darauf achten, ein hochwertiges Produkt zu sich zu nehmen, welches am besten als Reinsubstanz daherkommt. Denn auch hier wird manchmal gerne getrickst. Um das Magnesium noch besser aufnehmen zu können, hilft es, die Tagesdosis von ca. 300 Milligramm über den Tag verteilt einzunehmen, indem man beispielsweise morgens und abends Kapseln einnimmt, was v. a. für alle, die auf höhere Magnesiummengen mit Durchfall reagieren, eine wesentliche Hilfe ist. Wer empfindlich ist, probiert es am besten mit Magnesium-Citrat, da dieses hypoallergen ist und meist am besten vertragen wird.

Achtung bei Zink, Selen und Eisen

Zink, Selen und Eisen sind ohne Frage für Sportler sehr wichtig, jedoch sollte hier auf keinen Fall auf eigene Faust, sondern nur zusammen mit einem Arzt supplementiert werden. Eine längere Überdosierung kann toxisch wirken und schädliche Auswirkungen haben. Abgesehen davon ist gerade das Ergänzen von Eisen oft kein einfaches Unterfangen.

Alles mit Maß und Ziel

Wann immer Sie sich also in Zukunft fragen, ob Sie wirklich etwas brauchen, besprechen Sie sich am besten mit einem guten Sport- und Ernährungsmediziner, holen Sie Informationen rund um die jeweiligen Produkte ein und achten Sie auf deren Hochwertigkeit. 

Und denken Sie daran: Viel hilft nicht immer unbedingt auch viel, wenn es um Nahrungsergänzungsmittel geht. Bestehen diese vorwiegend aus vielen Aroma- und Zusatzstoffen und enthalten sie große Mengen an Süßungsmitteln, erreichen Sie damit sogar das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich wollen: einen gesunden Körper. In diesem Sinne: Überlegen Sie sich gut, was wirklich notwendig ist, und achten Sie immer auch auf eine gute Basisernährung.

 

Buchtipp

Das Praxisbuch der Sportlerernährung. Prof. Dr. Michael Hamm, Jakob Ogielda.