Chakra Yoga

Vielleicht haben Sie schon einmal von den „Chakras“ gehört. Chakras gelten im Yoga als feinstoffliche Energiezentren im Körper, die sich vom unteren Ende unserer Wirbelsäule bis nach oben zum Scheitelpunkt hin anordnen.

Übersetzt bedeutet „Chakra“ so viel wie „Rad“, was dafür stehen soll, dass sich hier die Energie in sich dreht und sammelt. In der yogischen Anatomie sitzen die Chakras in ihrer Anordnung genau an jenen Stellen, wo sich unsere großen Energieströme des Körpers (im Yoga „Nadis“ genannt) entlang der Wirbelsäule bis nach oben hin zu unserem Scheitel immer wieder überkreuzen. Diese Überkreuzungen und Energiefelder können unterschiedlich groß sein und stehen im Yoga nicht nur für einfache Energiezentren, sondern bilden jedes für sich auch Lebensthemen ab.

Eine Einführung in die Chakras

Das erste und unterste Chakra ist das sogenannte Muladhara-Chakra, welches auch als Wurzel-Chakra bezeichnet wird. Es befindet sich am unteren Ende unserer Wirbelsäule. Dieses Chakra wird dem Element Erde zugeteilt. Zu den wesentlichen Lebensthemen des Wurzel-Chakras zählen Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Selbsterhaltung, Überleben an sich, aber auch Vertrauen in das Leben und Selbstakzeptanz. Die Farbe dieses ersten Chakras ist rot.

Das zweite Chakra ist das Svadhisthana-Chakra, es wird auch Sakral- oder Sexual-Chakra genannt, und sitzt im Bereich der Geschlechtsorgane. Hier finden wir die Themen Kreativität, Genuss (Stichwort Essen) genauso wie Sexualität und Fortpflanzung vor. Das Element des zweiten Chakras ist das Wasser. Die zugeordnete Farbe ist orange.

Das dritte Chakra ist das Manipura-Chakra bzw. Nabel-Chakra. Es sitzt in etwa auf der Höhe unseres Solarplexus, des Sonnengeflechts, und wird auch als Hauptenergiespeicher gesehen, denn hier sitzen thematisch unsere Lebenskraft, unsere Entschlossenheit und unsere Entscheidungskraft, aber auch Themen wie Macht und inneres Feuer. Sein dazu passendes Element ist das Feuer, seine Farbe gelb.

Das vierte Chakra ist das Anahata-Chakra, auch als Herz-Chakra bekannt. Es befindet sich im Bereich unseres Brustbeins und repräsentiert die Themen (Selbst-)Liebe und Mitgefühl. Auch das Immunsystem wird diesem Chakra zugeschrieben. Das zugehörige Element ist die Luft, seine Farben grün sowie pink.

Das fünfte Chakra ist das Vishudda-Chakra, welches auch Hals- oder Kehlkopf-Chakra genannt wird und sich, wie der Name schon sagt, auf der Höhe des Kehlkopfs befindet. Dieser Bereich steht auch für Wahrheit, hier geht es um Themen wie Kommunikation und Ausdrucksfähigkeit. Sein Element ist Äther, seine Farben blau sowie mint.

Das sechste Chakra ist das Ajna-Chakra, welches auch als „drittes Auge“ bezeichnet wird. Dieses gilt als Sitz der Intuition und befindet sich zwischen unseren Augenbrauen. Dieses Chakra steht für innere Weisheit, Selbstverwirklichung und das Sich-selbst-Erkennen. Ihm ist im Gegensatz zu den anderen Chakras kein Element zugeordnet. Seine Farbe ist indigoblau, manchmal auch weiß.

Das siebte Chakra ist das Sahasrara-Chakra oder auch Scheitel- oder Kronen-Chakra genannt. Es sitzt am Scheitelpunkt unseres Kopfes. Seine Themen sind reines Bewusstsein und spirituelle Selbstverwirklichung. Seine Farbe ist violett. Wie das Ajna-Chakra hat auch das Kronen-Chakra kein eigenes Element zugeteilt bekommen.

Chakras in der Praxis

Um seine Chakras zu harmonisieren, zu stärken und bestimmte Lebensthemen zu bearbeiten, können Chakra-Yoga sowie Chakra-Meditation praktiziert werden. Hierbei widmet man sich bestimmten einzelnen oder zur Harmonisierung auch allen Chakras, indem Körperübungen (Asanas) und/oder Meditation genau auf diese ausgerichtet werden.

Bei der körperlichen Yoga-Praxis gibt es für die unterschiedlichen Chakras beispielsweise einige besonders positiv wirkende Asanas, die entsprechend ausgesucht und praktiziert werden. Auch in der Meditationspraxis werden alle oder bestimmte einzelne Chakras bearbeitet, um diese zu harmonisieren und zu stärken. Die Meditation wird dabei meist im Sitzen ausgeführt. Das Ziel bei beiden Varianten ist es, die Energie wieder frei zum Fließen zu bringen und uns besser, ausgeglichener und stärker zu fühlen.

Ob mit Asanas oder Meditation – beides zählt als yogische Praxis und kann je nach persönlichem Geschmack gemeinsam oder einzeln ausgeübt werden.

Weiterführende Tipps zum Thema

Chakra Meditation Doppel-Cd. Minddrops Verlag
Innen. Außen. Das Yoga-Chakra-Buch. Elena Lustig & Annette Söhnlein