Dehnen – Sinn oder Unsinn?

Soll man denn nun dehnen oder nicht? Macht Stretching vor oder nach dem Training Sinn? Und was soll Dehnen überhaupt bringen? Diese Fragen tauchen immer wieder auf, wenn es um Training, Fitness und Dehnübungen geht. Und gleich vorneweg: Es gibt verschiedenste Meinungen zu diesem Thema.

Eine große Mehrheit von Fitness- und Bewegungsprofis sieht es aktuell so: Am sinnvollsten sei ein dynamisches Dehnen zum Aufwärmen vor einer Trainingseinheit, sprich ein leichtes Andehnen und Federn sowie Mobilisieren der Gelenke und ein längeres statisches Dehnen (Halten einer Dehnübung) nach einer Bewegungseinheit, wobei man von einem intensiven Dehnen nach einem sehr anstrengenden Training meist abrät, um bei der Einheit entstandene Mikroverletzungen der Muskulatur durch zusätzliches Stretching nicht noch weiter zu vergrößern.

Generell kann man sagen: Es lohnt sich, ein kleines Experiment zu starten und regelmäßiges Dehnen, beispielsweise drei- bis viermal pro Woche, für einen festgelegten Zeitraum wie zwei bis vier Wochen auszuprobieren, um am eigenen Leib beurteilen zu können, ob es einem persönlich guttut oder nicht.

Gute Gründe fürs Dehnen

Aus Sicht der Gesunderhaltung spielt das Dehnen eine wichtige Rolle, nämlich uns geschmeidig und beweglich zu halten. Denn das ist nicht nur beim Ausüben einer Sportart wichtig, sondern auch im Alltag. Wer regelmäßig stretcht, unterstützt seine Muskulatur dabei, geschmeidig zu bleiben, und kann so auch möglichen Verletzungen, Verspannungen und Verkürzungen vorbeugen – man denke nur einmal an den eigenen Rücken, Nacken, die Schultern, Achillessehnen und Waden.

Für Sportler wiederum kann eine gute Stretching-Routine ein wesentlicher Baustein dafür sein, die Leistung zu steigern. Und nicht zuletzt bringt Dehnen auch einen entspannenden Effekt mit sich, welcher sich positiv auf unser allgemeines Wohlbefinden auswirkt und auch dazu beitragen kann, Stress abzubauen, besser zu schlafen und effektiver zu regenerieren.

Da wir alle nicht jünger werden und unsere Gelenke und Muskeln im Laufe des Alterns von selbst nicht flexibler, sondern eher steifer und unbeweglicher werden, können wir mit Dehnübungen daran arbeiten, unsere natürliche Geschmeidigkeit zu erhalten.

Auch Yoga kann ein Weg sein

Wer mehr als „nur“ dehnen will, kann es auch mit Yoga versuchen, denn auch hier wird gedehnt, aber zusätzlich auch noch bewusst an der Atmung gearbeitet und – je nach Yoga-Stil – auch an der Balance, Kräftigung und Konzentration. Außerdem fällt es vielen leichter, in einer Gruppe zu dehnen als alleine zu Hause – hier kann eine Yoga-Klasse deshalb eine gute Unterstützung sein, um eine Regelmäßigkeit und Routine zu erreichen. Außerdem gibt es von Kinder-Yoga bis hin zu Senioren-Yoga ein breites Angebot, welches es jedem, der will, ermöglicht, mitzumachen.

Weiterführende Buchtipps mit Dehnübungen

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