Die wichtigsten Erfindungen im Outdoor-Sport

Outdoor-Sport, das sportliche Bewegen in der freien Natur ist seit langer Zeit ein Massenphänomen. Vielen Menschen zieht es dabei in die Berge, wo sie sich Entspannung, Abwechslung und oft sogar einen gewissen Nervenkitzel erhoffen, um dem Alltag zu entfliehen. 

 

Was gibt es Neues im Outdoor-Sport? 

Die Produzenten der Sportartikelindustrie werden nicht müde diese Trends zu unterstützen und übertreffen sich regelmäßig gegenseitig mit neuen Ideen, Innovationen und Produkten: Sei es die halterlose Getränkeflasche für das Fahrrad, die batteriebetriebene Sport-Sonnenbrille, deren Tönungsstärke man per Knopfdruck selbst regulieren kann, oder eine neuerliche Sports-Activity-App für das Smartphone – es scheint keine Grenzen zu geben. Manchmal handelt es sich bei diesen Erfindungen um nette Spielereien, sogenannte Gimmicks, die ihren Besitzern mitunter nur dazu dienen, um im Freundeskreis bei der nächsten Gelegenheit damit auftrumpfen zu können. 

Was aber sind die wirklichen Innovationen und nachhaltigen Entwicklungen, die den Outdoor-Bereich revolutioniert haben, ihn schlussendlich sicherer gemacht haben? An dieser Stelle beschreiben wir einige dieser Entwicklungen, die dazu beigetragen haben, dass sich mehr und mehr Menschen mit sportlichen Absichten in herausfordernde Gegenden wagen und sich dabei auch noch sicher fühlen können.

 

Wettersichere Funktionsbekleidung ist das Um und Auf. 

Der deutsche Bergsteiger Bernd Kullmann bestieg im Jahr 1978 den Mount Everest in Blue Jeans und Strickpullover. Nicht weil das damals die gängige Ausrüstung wäre, sondern eher aus Lust und Laune, und wohl auch ein wenig, um damit zu provozieren. Später, als Kullmann beinahe drei Jahrzehnte Chef des Rucksack Herstellers Deuter war, wurde er dann noch nicht müde, die Wichtigkeit von spezieller, funktionaler Ausrüstung zu betonen. Auf nichts trifft das mehr zu als auf die Bekleidung. Waren früher die Bergsteiger in Wollmäntel unterwegs, die sich bei Nässe vollsogen und dem Träger schwer auf den Schultern lasteten, werden heute bequem zwei oder drei Lagen von Funktionsbekleidung in einen Rucksack gepackt um sie dann nach dem Zwiebelprinzip an- und abzulegen.

Besonders die wind- und wasserfesten und gleichzeitig atmungsaktiven Hardshell-Jacken aus Materialien wie Gore-Tex sind heute unverzichtbar. Diese Jacken wiegen oft kaum mehr als 400 Gramm, halten zuverlässig dem stärksten Regen stand und transportieren trotzdem den Körperschweiß nach außen ab. Diese Jacken und die dafür verwendeten Materialien sind High-Tech Produkte, die von den Markenherstellern inzwischen unter höchsten Umwelt- und Sozialstandards entwickelt werden. Eine gute wasser- und windabweisende Jacke gehört zur Grundausstattung jeder Outdoor-Aktivität.

 

Eine rutschfeste Schuh-Sohle sorgt für besten Halt. 

Wenn von der Jacke gesprochen wird, sollte gleich darauf die Sprache auf die Schuhe kommen. Schuhe sind ja wohl nicht grundsätzlich etwas Neues oder Innovatives, es geht um die Sicherheit: Steigfestigkeit und vor allem Rutschfestigkeit kann im freien Gelände über Leben und Tod entscheiden. Mitte bis Ende des 19ten Jahrhunderts, als der Alpin-Sport vor allem in den Top-Bevölkerungsschichten stark boomte, bestand das Schuhwerk meist nur aus Leder, wobei zumindest die Sohle später mit kleinen Metallnoppen und -beschlägen verstärkt wurde. Mit denen fanden die Bergsteiger bei Eis und Schnee besseren Halt. Reinhold Messner hat selbst in den 70er Jahren noch an der Entwicklung seines Bergstiefels mitgearbeitet, mit dem er mehrfach den Mount Everest besteigen sollte.

Der moderne, sichere Bergschuh zeichnet sich neben Robustheit und Wasserfestigkeit vor allem durch die widerstandsfähige und rutschfeste Sohle aus. Aufbauend auf die Vulkanisierungstechnologie wurde es ab den 1940er Jahren möglich, eine abriebfeste und rutschfeste Gummisohle zu entwickeln. Das Ergebnis ist allgemein als Vibram-Sohle bekannt und heutzutage für die Sicherheit am Berg unverzichtbar. Das falsche Schuhwerk am Berg kann im wahrsten Sinne des Wortes tödlich sein, eine rutsch- und abriebfeste Sohle bringt hingegen Sicherheit und Stabilität.

 

Für beste Sicherheit im Fels: Der moderne Klettergurt

Das zuverlässige Sichern ist beim Klettern, Bergsteigen sowie bei Gletscherüberquerungen unumgänglich, egal ob zu Fuß oder mit Schi. Alle dafür eingesetzten Gegenstände und Materialien wie Seil, Gurt, Karabiner, Bandschlingen oder Eisschrauben sind dabei ebenso wichtig wie das Wissen und die Erfahrung um deren Anwendung. Ein Gegenstand, der dabei allerdings besonders hervorgehoben werden kann ist sicherlich der moderne Klettergurt, ist dieser doch die zentrale Verbindung zwischen dem Mensch und der Sicherung am Berg oder Partner. 

Bis weit in das 20te Jahrhundert schlangen sich die Bergsteiger dicke Hanfseile um Bauch oder Brust, um sich gegenseitig abzusichern, oft leider mit fatalen Folgen: Der direkte Kontakt des Seiles mit dem Körper führte beim Sturz nicht selten zur Abschnürung der Luft – nicht selten sogar mit tödlichen Folgen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde begonnen das Gurtzeug von Fallschirmspringern in etwas abgewandelter Form für den Bergsport einzusetzen. Erst spät in den 60er setzte sich die heute bekannte Form des Klettergurtes, bestehend aus einem Bauchgurt, zwei Beinschlaufen und einer Anseilschlaufe durch. Der mit Bauch- und Beinschlaufen gut angepasste Gurt sorgt gemeinsam mit einer fachmännisch angebrachten Sicherung über ein Seil für eine optimale Sicherheit am Berg. Werden alle diese Elemente genau beachtet gehen heutzutage Stürze in eine Seilsicherung zum überwiegenden Teil gut aus. 

Der zentrale Punkt dafür ist und bleibt allerdings der richtig angelegte Klettergurt, der abseits des Berges natürlich auch vorschriftsmäßig gepflegt werden muss. Ebenso sollte die vom Hersteller genannte Verwendungsdauer nicht überschritten werden und der Gurt vorher ausgewechselt werden. Meist beträgt diese Verwendungsdauer zwischen fünf und zehn Jahren.

 

Das Fazit: Sicherheit am Berg durch beste Ausrüstung 

Die richtigen Schuhe, die richtige Kleidung und die richtig Sicherung: Neben Wissen und Erfahrung um alpine Gefahren haben diese Produkte dazu beigetragen, den Bergsport immer sicherer und damit zu einem Massenphänomen zu machen. Für alle, die gerne draußen sind.