Einfach entspannen und loslassen

Wenn der Alltag mal wieder Gas gibt, tagtäglich zu einem ohnehin bereits getakteten Tagesplan Unerwartetes hinzukommt und man seine Gelassenheit vergeblich sucht, ist es oft Zeit, innezuhalten. Dann sollte man sich überlegen, was einem selbst guttun würde, um mit diesem Wahnsinn besser zurechtzukommen. Schlussendlich entsteht Stress nämlich v. a. in unserem Kopf durch unsere persönliche Beurteilung von Situationen. Und so hat jeder seine eigenen Themen, welche besonders stark triggern und Stress und Panik auslösen. 

Damit Sie in Zukunft gelassener mit Stressmomenten umgehen können, stellen wir Ihnen heute unterschiedliche Entspannungstechniken vor, welche dabei helfen, vom hektischen Alltag abzuschalten sowie in stressigen Situationen ruhig(er) zu bleiben.

Entspannungsmaßnahmen für den Alltag

Ist man gerade mittendrin in einer unangenehmen Situation und spürt bereits, wie der Stresslevel um gefühlte 200 Prozent ansteigt, empfehlen sich

• bewusstes Händewaschen, um Stress und Ärger mit Seife und Wasser hinunterzuspülen,

• ein Glas Wasser trinken,

• ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen,

• lachen, auch wenn es schwerfällt, oder

• bewusstes Atmen, insbesondere langes Ausatmen; am besten tief ein- und noch länger ausatmen.

Hat man mehr Zeit bzw. möchte durch Ausgleich schaffende Tätigkeiten Stress vorbeugen, was aus strategischer Sicht die beste Art ist, weil sich auf diese Weise Be- und Entlastung ausbalancieren, so ist es v. a. der Flow-Zustand, der dabei angestrebt wird. Je nach Typ und Geschmack können das

• Gartenarbeit, Stricken, Tischlern oder eine andere Handarbeit,

• Malen

• oder rhythmische Bewegungseinheiten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, Rudern, Schlittschuhlaufen oder Langlaufen sein.

Auch speziell entwickelte Techniken haben sich bewährt und werden auch im Profisport und Management gezielt und bewusst angewendet, damit man selbst in heiklen Situationen die Ruhe bewahren kann. Zu diesen zählen:

• Progressive Muskelentspannung: Durch ein bewusstes An- und Entspannen von Muskelgruppen kann Entspannung wieder deutlich gefühlt und das Körperbewusstsein gestärkt werden. Progressive Muskelrelaxation, beispielsweise nach Jacobson, ist einfach zu erlernen, sei es in Kursen oder via CD oder DVD.

• Autogenes Training: Hier werden gedanklich u. a. Gefühle wie Entspannung, Schwere oder Wärme sowie Farben durch Körperzonen geschickt. Dafür braucht es etwas mehr Übung und Vorstellungskraft als bei der progressiven Muskelentspannung. Für das Training bedeutet das: dranbleiben, auch wenn man sich manches zu Beginn vielleicht noch nicht wirklich vorstellen oder es tatsächlich fühlen kann. Auch hierzu gibt es CDs und DVDs, aber auch die Arbeit mit einem Trainer macht gerade am Anfang Sinn, um die Technik schneller und leichter zu erlernen.

• Yoga, Tai-Chi und Qigong: Diese – je nach Stil – sanften Bewegungsformen haben mittlerweile auch bei uns im Westen stärker an Bedeutung gewonnen, da die Methoden wirkungsvoll sind, sofern man die für sich passende Richtung findet. Hier hilft nur ausprobieren, um zu sehen, was zum eigenen Typ passt. 

• Meditation: Meditieren zu lernen ist wesentlich einfacher, als man zu Beginn denkt. Außerdem sollte man sich gleich anfangs von der Vorstellung lösen, dass es hier ein „richtig“ und „falsch“ gibt. Tut es nämlich nicht, im Gegenteil. Überdies gibt es viele unterschiedliche Meditationsformen – im Sitzen, im Gehen, mit geschlossenen oder offenen Augen, schweigend oder singend. Meditation trägt in unterschiedlichsten Formen dazu bei, wieder in sich zu ruhen, in seiner Mitte zu sein und auch zu wissen, was man wirklich im Leben will, weil sie uns mit der eigenen Intuition verbindet.

Egal ob man sich einer Methode verschreibt oder verschiedene Techniken kombiniert, ob man im Garten arbeitet, mit dem Hund spazieren geht oder bewusst und entspannt die Katze streichelt – wichtig für mehr Entspannung und Gelassenheit im Leben ist v. a. die innere Einstellung. Und diese verbessert sich wesentlich, wenn man darauf achtet, regelmäßig etwas für sich selbst zu tun. Um Entspannung nicht erst dann einzubauen, wenn es brennt, sondern strategisch bereits in den Alltag integriert, damit man weiß, dass auch immer Zeit und Raum für einen selbst bleibt.

 

Buchtipps zum Thema:

Slow Time. Einfach mal meditieren. Die besten Kurzmeditationen. Johannes Lauterbach

Be YOUnique. Lebe dich selbst, so wie du dir gefällst. Katja Sterzenbach

Für autogenes Training und progressive Muskelentspannung empfehlenswert: CDs von Minddrops