Elektromuskelstimulation

Aktualisiert am: 20.09.2010

Muskelaufbau durch Stromimpulse

Zeitintensives Training für einen schöneren Körper war gestern. Das sagen die Anbieter einer neuen Bewegungs-Methode, die mit Strom arbeitet und vom Prinzip her schon ein alter Hut ist. Kann denn das sein?

Autorin: Andrea Krieger

Ein knackiger, geschmeidiger, muskulöser und wohlgeformter Körper ohne viel Anstrengung, am besten mit null Aufwand. Das ist eine Vorstellung, die wohl nicht nur ständig vor der Glotze knotzenden Couch-Potatoes gefällt. Und der Traum wird fleißig geschürt. Unter dem Motto "Fitness für Faule" tauchen immer wieder Methoden auf, die versprechen: Es geht fast ohne Anstrengung – oder zumindest wesentlich leichter als bisher geglaubt.

Elektromuskelstimulation (EMS)

Das neueste Beispiel ist EMS, kurz für Elektromuskelstimulation. In Deutschland gibt’s das Training  – erkennbar an verkabelten, an Geräten angeschlossenen Körpern – schon seit ein paar Jahren, mittlerweile bieten auch ein Studio in Dornbirn und in Wien die Methode an. In Bälde sollen weitere Standorte dazukommen. Pro 20- bis 30-Minuten-Trainig sind 20 bis 50 Euro zu berappen. 

Wie es funktioniert

Bei EMS wird unter Stromimpulsen mit niedriger Frequenz trainiert, und das sieht ziemlich spacig aus. Man schlüpft dazu in eine mit Elektroden bestückte Spezialweste. Um die Arme und Beine kommen zusätzliche Gurte, damit auch wirklich der gesamte Körper mit der Elektrizität erreicht wird. Die Kabel führen zu einem Gerät, das ein Personal Trainer steuert. Der passt die Impulsstärke für die verschiedenen Muskelgruppen individuell an und achtet darauf, dass die Streck-, Beuge- Hebe- und Drückübungen richtig ausgeführt werden. Anders als normalerweise ist die Trainings-Kluft bereits am Anfang nass: Man muss sie benetzen, damit der Strom besser zu den Muskeln dringen kann.

Erfahrungsberichte

"Es ist ein Kribbeln im ganzen Körper. Im ersten Moment bleibt einem die Luft weg. Man verliert wirklich die Kontrolle über die Muskulatur", sagt eine beleibtere Deutsche, die die Methode für den Sender "pro Sieben" ausprobiert hat. "Man kann nicht wie normal seine Übungen machen, sondern muss warten, bis der Stromimpuls kommt", bemerkt die zweite, schlanke Testkandidatin. Beide Frauen empfinden die Übungen als extrem anstrengend. Nach acht Wochen Training mit zwei halbstündigen Einheiten wöchentlich und einmal die Woche zusätzlichem Jogging sind die zwei bei relativ unverändertem Gewicht ein klein wenig schmäler geworden, besonders in der Taille, aber auch an der Hüfte und den Oberschenkeln -  ein Beweis für mehr Muskelmasse.


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